Eine bundesweite Analyse zeigt die gefährlichsten Pflaster für Reisemobile und Wohnwagen in Deutschland. (Foto: DCI-Archiv)

Eine bundesweite Analyse zeigt die gefährlichsten Pflaster für Reisemobile und Wohnwagen in Deutschland. (Foto: DCI-Archiv)

Bundesweite Analyse: Das sind die gefährlichsten Pflaster für Freizeitfahrzeuge in Deutschland

Service, Sicherheit, Vermietung

Auch Wohnmobile und Caravans geraten immer wieder in den Fokus von Dieben und Vandalen. Die Kriminalstatistik gibt allerdings keine Auskunft darüber, in welchen Regionen es besonders gefährlich ist. Eine Analyse gibt nun Aufschluss.

Wohnmobile und Wohnwagen werden in der Regel nur saisonweise genutzt und stehen für den Rest des Jahres mehr oder weniger unbeobachtet herum. Für Diebe ist dies oftmals eine günstige Gelegenheit. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, hat Campanda über 1.220 veröffentlichte Pressemitteilungen der Polizei aus dem vergangenen Jahr ausgewertet und analysiert. In welchen Regionen sich Wohnwagen- und Wohnmobil-Besitzer besonders gegen Sachbeschädigung, Brandstiftung und Diebstahl schützen müssen, hat Campanda ermittelt.

Häufigste Straftat: Sachbeschädigung

Bei einem Drittel der untersuchten Fälle wurden die Fahrzeuge beschädigt, entweder aus Zerstörungswut oder als Mittel zum Zweck. Denn, um etwas aus dem Camper zu entwenden, was in 18 Prozent der Fälle geschah, muss dieser zunächst gewaltsam geöffnet werden. Etwas aufwändiger ist es da, das gesamte Gefährt zu stehlen.

Die Campanda-Studie gibt Auskunft darüber, in welchen Regionen es besonders gefährlich ist. (Grafik: Campanda)
Die Campanda-Studie gibt Auskunft darüber, in welchen Regionen es besonders gefährlich ist. (Grafik: Campanda)

Doch bei jedem fünften Fall ließen sich die Diebe nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Obwohl Wohnmobile oft einen höheren Wert haben, die höchste ausgewiesene Schadenssumme lag bei 100.000,- Euro (Diebstahl eines Premium Wohnmobils in Hannover), scheinen Wohnwagen im Vergleich das beliebtere Diebesgut zu sein: Bei 76 Prozent der gestohlenen Fahrzeuge handelte es sich um einen Caravan.

Eigenes Grundstück ist unsicherer Stellplatz

Rund 40 Prozent der Pressemitteilungen konnte zusätzlich entnommen werden, wo Camper zu Schaden gekommen sind. Häufigster Tatort ist das Grundstück: 56 Prozent der Delikte sind auf einem Grundstück verübt worden, darunter fallen Privatgrundstücke und auch Firmengelände wie beispielsweise die von Autohändlern. Etwas sicherer scheint es da auf Campingplätzen und Stellplätzen zu sein: Hier ist es jeweils in 16 Prozent der Fälle zu Straftaten gekommen.

Campingfreunde in Nordrhein-Westfalen sollten aufpassen

Einen weniger erfreulichen Platz eins belegt Nordrhein-Westfalen: Ein Drittel der analysierten Delikte entfallen auf das bevölkerungsreichste Bundesland. Ein Viertel der verzeichneten Straftaten fanden in Baden-Württemberg statt, während Platz drei Niedersachsen mit 19 Prozent belegt.

Allerdings obliegt es den Polizeidirektionen der Bundesländer, ob und welche Pressemitteilungen veröffentlicht werden. Die Polizei Berlin gab auf Nachfrage an, dass bei der Vielzahl an täglichen Straftaten schwerwiegende Delikte einen höheren Stellenwert haben und daher keine Meldungen zu Campern zu finden sind. Die Bundesländer Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt nutzen den Presseservice OTS nicht.

Die gesamte Studie von Campanda kann man auf der Webseite abrufen.

Infos:  Zur Webseite der Campanda-Studie

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues