Der Deutsche Caravaning Handels-Verbands DCHV für den Einstieg die mobile Freizeit mit gebrauchten Fahrzeugen. (Foto: det/D.C.I.)

Der Deutsche Caravaning Handels-Verbands DCHV für den Einstieg die mobile Freizeit mit gebrauchten Fahrzeugen. (Foto: det/D.C.I.)

Einstieg mit Gebrauchten – DCHV gibt Tipps für den Kauf von gebrauchten Caravans und Wohnmobilen

DCHV, Service, Verbände

Caravaning in Deutschland boomt. Davon profitiert auch der Markt für gebrauchte Caravans und Reisemobile. Für viele Neukunden sind Fahrzeuge aus zweiter Hand eine günstige Möglichkeit zum Einstieg in die Freizeitform Caravaning. Der Deutsche Caravaning Handels-Verbandes DCHV gibt Tipps zum Einstieg ins Caravaning mit gebrauchten Freizeitfahrzeugen.

Laut Auswertungen des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes DCHV, basierend auf den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamt, erreichten die Besitzumschreibungen im Jahr 2019 erneut einen Rekordwert. 158.790 gebrauchte Freizeitfahrzeuge wechselten den Besitzer, das entspricht einem Zuwachs von 7,7 Prozent. Damit ist der Markt für Gebrauchtfahrzeuge fast doppelt so groß wie der für neue Modelle. Worauf beim Kauf eines gebrauchten Freizeitfahrzeugs zu achten ist, weiß der Deutsche Caravaning Handels-Verband DCHV.

50,3 Prozent der insgesamt 158.790 Besitzumschreibungen im Jahr 2019 entfielen auf Reisemobile, 49,7 Prozent waren Besitzumschreibungen von Caravans. Damit haben die rollenden Ferienwohnungen mit eigenem Motor auch im Gebrauchtmarkt erstmals die Wohnanhänger überholt.

Erstkontakt im Internet

Das Internet ist bei der Suche nach dem passenden gebrauchten Caravan oder Reisemobil die erste Anlaufstelle. Längst bieten auch die großen Autoportale bis zu rund 50.000 Suchergebnisse für Freizeitfahrzeuge. Die Mehrzahl dieser Inserate wird von vertrauenswürdigen Caravaning-Fachhändlern eingestellt, die ihre Bestandsfahrzeuge so über ihr regionales Einzugsgebiet hinaus anbieten können. Der Kunde kann in den Portalen gezielt nach Ausstattungsmerkmalen, Preisen und Modellen suchen und so im Händlerbestand sein Wunschfahrzeug finden. Innerhalb von wenigen Tagen kann der Caravan oder das Reisemobil vor der Tür stehen.

Leider gibt es unter den Inseraten immer wieder auch faule Angebote, von simplen Lockangeboten bis hin zum glatten Betrug kommt alles vor. Mit folgenden Tipps des Deutschen Caravaning Handels-Verbandes DCHV lässt sich jedoch die Spreu vom Weizen trennen:

Erst besichtigen, dann kaufen

Niemals eine endgültige Kaufentscheidung nur anhand eines digitalen Inserates fällen! Das betreffende Freizeitfahrzeug sollte zuerst beim Anbieter besichtigt werden, bevor eine Zusage zum Kauf erfolgt. Im Falle eines gewerblichen Verkäufers lässt sich dabei auch gleich der Betrieb des Händlers in Augenschein nehmen. Untrügliches Zeichen für die Qualität eines Caravaning-Fachhändlers ist die DCHV-Auszeichnung in den Kategorien Bronze, Silber und Gold. Ein Hinweis auf die Auszeichnung findet sich oft schon auf den Internetseiten des Händlers.

Niemals Vorkasse an Unbekannt

Wird bereits im Inserat um Vorkasse, die Nutzung eines angeblichen Treuhandservices oder die Zahlung an ein Speditions- bzw. Verschiffungsunternehmen gebeten, gilt: Finger weg von diesem Angebot! Dies können schon deutliche Indizien für einen Betrugsversuch sein.

Vorsicht bei gescannten Dokumenten

Zum Beweis der Rechtmäßigkeit eines Angebotes werden häufig eingescannte Fahrzeugpapiere an Interessenten gemailt. Mit moderner Bildbearbeitungssoftware lässt sich aber heutzutage jedes eingescannte Dokument leicht manipulieren. Daher sollten die tatsächlichen Fahrzeugpapiere beim Anbieter vor Ort vor dem Kauf nochmals geprüft werden.

Der magische Preis

Die Preisgrenze ist ein wichtiges Suchkriterium in Autoportalen. Nicht selten werden daher Preise in Inseraten so angegeben, dass sie unter eine bestimmte „magische“ Grenze fallen, wie etwa 30.000,- oder 50.000,- Euro. Dabei wird nicht die Konfiguration des tatsächlich vor Ort verfügbaren Modells gewählt, sondern eine günstigere. Also etwa nur der Motor mit 115 PS anstatt der Version mit 148 PS. Im Verkaufsgespräch ist dieses Modell dann „leider schon vergriffen“ und das tatsächliche wird dem Interessenten schmackhaft gemacht.

Aussagekräftige Fotos

Ein Indiz für ein seriöses Angebot ist die Aussagekraft der Fotos. Hier sollte genau das Fahrzeug abgebildet sein, das in diesem Inserat zum Verkauf steht. Und zwar mit Fotos, die der Anbieter selbst geschossen hat. Sind gar keine Bilder vorhanden oder zu gute Bilder, die offensichtlich aus dem Katalog des Fahrzeugherstellers stammen, ist Vorsicht geboten. Vielleicht steht das inserierte Modell gar nicht kaufbereit auf dem Hof, sondern dient nur als Lockangebot.

Rat vom Fachmann

Anders als bei PKW ist der Kilometerstand eines Freizeitfahrzeugs nur wenig aussagekräftig hinsichtlich seines Zustands. Selbst Reisemobile, die zehn Jahre oder älter sind, weisen häufig weniger als 100.000 gefahrene Kilometer aus. Und Caravans haben ohnehin keinen Kilometerzähler.

Selbstverständlich sollten die verkehrstechnischen Funktionen des Fahrzeugs geprüft werden: Bremsen, Lichtanlage, Reifen und bei Reisemobilen der Zustand des Motors. Entscheidend für den Wert eines gebrauchten Freizeitfahrzeugs ist aber ebenso die Qualität und Ausstattung des Wohnaufbaus. Kondenswasser durch mangelnde Lüftung oder kleine Undichtigkeiten können den Wohnaufbau auch im Standbetrieb mit den Jahren schädigen.

Auch wenn das Onlineangebot zu schnellen Entscheidungen verlockt, sollten sich Interessenten daher für den Kauf eines gebrauchten Freizeitfahrzeugs ausreichend Zeit nehmen. Und besonders Einsteiger sollten bei Angeboten von Privat auf jeden Fall den Rat und die Bewertung bei einem Experten des Caravaning-Fachhandels einholen.

Info:  Zur Webseite des DCHV

Quelle: Pressemitteilung des DCHV


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Claus-Detlev Bues