Der Fenster-Pabst Eugen Seitz, Erfinder der berühmten Caravaning-Fenstersysteme Seitz ist unerwartet im Alter von 76 Jahren verstorben. (Foto: det / D.C.I.)

Der Fenster-Pabst Eugen Seitz, Erfinder der berühmten Caravaning-Fenstersysteme Seitz ist unerwartet im Alter von 76 Jahren verstorben. (Foto: det / D.C.I.)

Fenster-Papst Eugen Seitz unerwartet verstorben

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Die Caravaning-Branche hat erneut einen Pionier verloren. Der Unternehmer, Erfinder, Techniker und Tüftler Eugen Seitz, bekannt als “Fenster-Papst” durch seine gleichnamigen Fenstersysteme für Freizeitfahrzeuge, ist unerwartet im Alter von nur 76 Jahren verstorben.

Seine Karriere begann im Jahr 1975 bei einem Italienurlaub, als Eugen Seitz sich über die ständige Mückenplage in seinem Wohnwagen aufregte. Noch im Urlaub kamen die Idee und erste Zeichnungen, um einen wirksamen Schutz gegen die Quälgeister zu entwickeln. Statt eines Mückenschutzes erfand Seitz komplette Isolier-Fenstersystem mit Mückenschutz und Verdunklung als Rollos für die Caravaning-Branche.

Seitz stellte im Jahre 1982 Caravan-Fenster vor, das ein Kombirollo mit Polyurethan-Rahmen in das Fenster integrierte. Mit dem gigantischen Erfolg des Produktes in der Branche wurde die Firma Seitz ein wichtiger Zulieferer der Caravaning-Branche, beflügelt vom Erfolg seiner “Seitz-Fenster” erfand er 1995 das berühmte Hebe-Kippdach Heki, eine Fahrzeug-Komponente, die bis heute gefragt ist.

Dann folgten beinahe im Jahrestakt stetig Innovationen – heute sind annähernd zwei Drittel aller Reisemobile und Caravans in Europa mit Fenstern von Seitz ausgestattet. Kein Wunder, dass sich Eugen Seitz mit diesem Erfolg den Titel des „Fensterpapstes“ redlich verdient und erarbeitet hat. Der Schwabe Seitz, der zu dieser Zeit gemeinsam mit rund 400 Mitarbeitern rund 60 Millionen Mark umsetzte, erweiterte sein Unternehmen ständig und verteilte die Produktion seines Angebots schließlich auf drei Standorte: Den Stammsitz in Kleinaspach, dazu kamen die Standorte Krautheim und Tidaholm in Schweden. Sein Anspruch: Funktionalität kombiniert mit Ästhetik und hoher Qualität.

Im Jahr 2000 verkaufte Eugen Seitz seine Firma Seitz Polyurethantechnik GmbH“ und „Seitz Skandinavien AB“ an den schwedischen Electrolux-Konzern und widmete sich neuen Projekten. 2003 stellte er auf der CMT in Stuttgart eine innovative Wohnbox für Transporter, die VarioBoxx vor und stieg 2006 mit der Marke Tikro als Fahrzeug-Hersteller in den Markt ein.

In seiner Heimat galt er auch als Förderer. So stiftete die Unternehmerfamilie mitunter zwei Millionen Euro für den Neubau des Bürgerhauses in Krautheim, das seitdem Eugen-Seitz-Bürgerhaus heißt. Eugen Seitz ist bis zuletzt als Unternehmer und Erfinder aktiv gewesen. Noch im Jahr 2020 entwickelte er Patente für eine neue Fenstergeneration für Freizeitfahrzeuge.

Ein weiterer schwerer Verlust für die gesamte Caravaning-Branche, unser herzliches Beileid gilt den Angehörigen!


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Claus-Detlev Bues