Der Jahreswechsel bedeutet immer auch zahlreiche Gesetzesänderungen durch Bund und Länder für alle Bürger. Auch im Straßenverkehr und Automobilbereich dürfen Fahrzeugbesitzer im neuen Jahr mit Neuerungen rechnen. (Foto: ADAC)

Der Jahreswechsel bedeutet immer auch zahlreiche Gesetzesänderungen durch Bund und Länder für alle Bürger. Auch im Straßenverkehr und Automobilbereich dürfen Fahrzeugbesitzer im neuen Jahr mit Neuerungen rechnen. (Foto: ADAC)

Mobilität in Deutschland – Das ändert sich 2019

ADAC, Recht & Gesetz, Saison 2019, Sicherheit, Verkehr, Wintercamping

Im kommenden Jahr müssen sich Verkehrsteilnehmer auf neue Regelungen, Gesetze und Beschlüsse einstellen. Was ab 2019 rund um den Straßenverkehr los ist, erklärt der ADAC. 

Neue Abgasmessungen

RDE-Test zur Abgasmessung während der Fahrt Emissionen im realen Fahrbetrieb oder RDE (Real Driving Emissions) werden ab 1. September 2019 zusätzlich zum neuen WLTP-Prüfverfahren (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) auf dem Prüfstand ermittelt. Damit sollen Abgasmanipulationen unterbunden werden, denn RDE ermöglicht die Messung von Stickoxiden und Partikeln während der Fahrt. Dazu wird ein tragbares Emissionsmessungssystem (PEMS, Portable Emissions Measurement System) verwendet. Vor allem Stickoxide (NOX) lassen sich so unter realen Bedingungen ermitteln. Die RDE-Tests sind künftig im Rahmen der Typenzulassung für alle neu zuzulassenden Lkw, Pkw und Busse verpflichtend.

Fahrverbote

Diese Städte sind 2019 voraussichtlich von Diesel-Fahrverboten betroffen:
Stuttgart: ab Januar 2019 für Auswärtige, ab April für Stuttgarter
Frankfurt: voraussichtlich Februar 2019
Köln und Bonn: April 2019
Berlin: spätestens Juni 2019
Darmstadt: Mitte 2019
Essen: 1. Juli 2019
Gelsenkirchen: 1. Juli 2019
Informationen zur genauen Ausgestaltungen der Fahrverbotszonen und der davon betroffenen Fahrzeuge gibt es unter www.adac.de/abgas.

Fahrverbote im Ausland

Im Großraum Paris dürfen ab Mitte 2019 keine alten Dieselfahrzeuge mehr fahren, die vor 2001 registriert wurden. Madrid hat bereits im November 2018 eine Umweltzone im Zentrum eingerichtet. Künftig sollen nur noch Anwohner, deren Besucher sowie Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung ins Zentrum fahren dürfen. Ein absolutes Fahrverbot soll für Benziner, die vor dem Jahr 2000, und Diesel, die vor 2006 zugelassen wurden, gelten. Brüssel verschärft die Zufahrtsbeschränkungen in seiner Umweltzone ab Januar.

Geräusche bei Elektroautos

Ab 1. Juli 2019 wird in der EU Schritt für Schritt ein verpflichtender Warnton für Elektroautos eingeführt. Vorerst müssen nur neue Elektroautotypen mit dem sogenannten AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) ausgestattet sein. Ab Sommer 2021 ist das System dann für alle neu in den Verkehr gebrachten rein batterieelektrischen Autos, sowie für Plug-in Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge vorgeschrieben. Die Regelung umfasst nicht nur Pkw, sondern auch Nutzfahrzeuge und Busse. Ziel ist es, dass Radfahrer, Fußgänger sowie ältere und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer besser auf die bisher leisen Fahrzeuge aufmerksam werden.

Steuerfreies Jobticket

Im November 2018 hat der Bundestag das steuerfreie Jobticket beschlossen. Damit soll von 2019 an ein steuerlicher Anreiz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geschaffen werden. Bisher musste die Ersparnis durch kostenlose oder verbilligte Fahrkarten vom Arbeitgeber für den ÖPNV versteuert werden. Die steuerfreien Leistungen werden allerdings auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Besteuerung von Elektro-Dienstwagen

Wer seinen Dienstwagen privat nutzt, muss monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Wer sich für ein Elektro- oder Hybridfahrzeug entscheidet, soll nur noch 0,5 Prozent versteuern müssen. Diese Regelungen sollen für Fahrzeuge gelten, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden.

Einheitliche Kraftstoffkennzeichnung

Mit der Neuauflage der „Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ wird 2019 eine europäische Richtlinie zur einheitlichen Kennzeichnung von Kraftstoffen auch in Deutschland umgesetzt. Benzin, Diesel und gasförmigen Kraftstoffen wird eine geometrische Form zugeordnet: Benzin ein Kreis, Diesel ein Quadrat und gasförmigen Kraftstoffen eine 90-Grad-Raute. Innerhalb der Form wird die Sorte angezeigt. Sowohl in den Tankdeckeln und Kfz-Bedienungsanleitungen als auch an den Zapfsäulen und -pistolen sollen die Zeichen zu finden sein. Sind die Symbole und Sorte an Auto und Tankstelle identisch sind, kann der Fahrer bedenkenlos tanken.

Infos:  Zur Webseite des ADAC


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Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues