Die Mehrheit der deutschen Autofahrer scheint laut DRV einer Verpflichtung zum Einbau einer Black-Box nicht abgeneigt zu sein. (Foto: DRV)

Die Mehrheit der deutschen Autofahrer scheint laut DRV einer Verpflichtung zum Einbau einer Black-Box nicht abgeneigt zu sein. (Foto: DRV)

Umfrage – Black Box im Auto?

Recht & Gesetz, Sicherheit, Technik, Verbände, Verkehr

Black Box im Auto?  Der Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat jetzt eine Umfrage zum verpflichtenden Einbau eines Unfalldatenspeichers veröffentlicht.

Die Debatte um die Verarbeitung und Speicherung von Autodaten in einer Black Box hat eine anhaltend heftige Diskussion um die Datensicherheit und Datensammelwut der Autohersteller entfacht. Der Einstieg in die Telematik-Dienste ist aber bereits gemacht: Von April 2018 an wird das automatische Notrufsystem eCall in allen neuen Pkw-Modellen in der EU zur Pflicht. Wie üblich kommt die Pflicht bei Transportern und damit auch bei Reisemobilen etwas später.

Mit dem neuen System lässt sich nach Schätzung der EU-Kommission die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent verringern. Bei einem Unfall löst eCall automatisch den einheitlichen europäischen 112-Notruf aus. So sollen Helfer schneller zum Unfallort geführt werden – auch wenn der Fahrer bewusstlos ist. Das System soll nur bestimmte Daten weitergeben, darunter Ort und Zeitpunkt des Unfalls, die Fahrtrichtung, die Zahl der Insassen und die Art des Treibstoffs.

Der ehemalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollte die Datensammlung von Autos mit dem Datenausweis transparenter gestalten. Wie aber sehen die deutschen Autofahrerinnen und Autofahrer einen dann zwingend vorgeschriebenen Einbau einer Black Box?

Ein Drittel der Autofahrerinnen und Autofahrer (34 Prozent) ist der Meinung, dass in Autos sogenannte Unfalldatenspeicher (UDS) verpflichtend eingebaut werden sollten. Weitere 14 Prozent befürworten einen obligatorischen Einbau bei beruflich genutzten Fahrzeugen. Dies ergab eine repräsentative Befragung von 2.000 Autofahrerinnen und Autofahrern, die im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) vom Marktforschungsinstitut Ipsos durchgeführt wurde. Weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Befragten ist gegen den verpflichtenden Einbau solcher Geräte, jeder Zehnte hat dazu keine Meinung.

Die Befürworter des Einbaus sehen als Hauptvorteile, dass der UDS zur besseren Analyse von Unfällen beiträgt (85 Prozent), die Klärung der Schuldfrage erleichtert (81 Prozent), Erkenntnisse für die Unfallforschung liefert (66 Prozent) und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer positiv beeinflussen kann (61 Prozent). Die Gegner befürchten in erster Linie eine Verletzung des Datenschutzes (69 Prozent) sowie technische Manipulationsmöglichkeiten (39 Prozent).

UDS erfassen permanent fahrdynamische und fahrtechnische Daten, ähnlich wie die Black Box in Flugzeugen. Die Daten werden automatisch nach wenigen Sekunden gelöscht. Kurz vor, während und unmittelbar nach einem Unfall bleiben sie aber erhalten.

Der DVR empfiehlt den freiwilligen Einbau von UDS im Interesse einer verbesserten Unfallforschung und Unfallaufklärung und fordert einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch zur langfristigen Wirkung dieser Geräte. Allerdings müssten die Belange des Datenschutzes sowie die Manipulationssicherheit gewährleistet sein.

Infos:  Zur Webseite des Deutschen Verkehrssicherheitsrates

In unserer exklusiven D.C.I.-Umfrage können Sie sich an der Meinungsbildung zum Thema Black Box im Auto beteiligen!


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Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues