Highlights der Altmark: Die Hansestädte mit tollen mittelalterlichen Fachwerkensembles. Hier der Tischer auf dem Marktplatz von Stendal. (Foto: det / D.C.i.)

Highlights der Altmark: Die Hansestädte mit tollen mittelalterlichen Fachwerkensembles. Hier der Tischer auf dem Marktplatz von Stendal. (Foto: det / D.C.I.)

Geheim-Tipp Altmark Teil 3 – Wohnmobil – Wassersport und Wandern

Deutschland, Freizeit, Reise, Tipp, Tischer, Tourismus, Umwelt

Die Region in Sachsen-Anhalt gilt als absoluter Geheim-Tipp für Mobilisten, die Ruhe, Entspannung und viel Kultur suchen. Nach dem Willen von engagierten Touristikern in der Hauptstadt Magdeburg soll die Region Altmark zu einem reisemobilfreundlichen Hot-Spot für nachhaltigen Tourismus entwickelt werden. Das D.C.I. unterstützt den Start der Kampagne mit einem Image-Video und einer Reisemobil-Tour durch diese tolle Region. In Teil 3 gehen wir auf´s Wasser, sind auf Schusters Rappen unterwegs und besuchen die Hansestädte Tangermünde und Stendal.

Wir sitzen beim Frühstück auf der Terrasse des Büttenershofes in Iden, den wir wegen seines tollen Reisemobil-Stellplatzes als Basis für die Aktivitäten an Elbe und Havel ausgesucht haben und planen das Programm der nächsten Tagen. Wassersport, Wandern und natürlich Wohlfühlen ist angesagt.

Ab auf´s Wasser

10.00 Uhr, Treffpunkt Fähre Räbel. Mit der Firma Elbe-Kanu haben wir eine Kanu Schnupper-Tour auf der Elbe ausgemacht. Die komplette Belegschaft mit den Firmeneignern und „Paddel-Domteuren“ Lepert, Schorlemmer und Wollenheit empfangen uns mit einer gut aufgelegten Truppe an Mitpaddlern und acht handfesten Wander-Kanus. Die rangieren unter dem Begriff Canadier, stammen von der traditionsreichen amerikanischen Firma Old Town und sind extra für die Vermietung hergestellt.

Es sind kippstabile Wander-Kanus, die ausreichend Platz für Paddler und Gepäck bieten und für Anfänger durch einen sehr guten Geradeauslauf leicht zu handhaben sind. Die Boote können mit zwei Personen oder durch einen zusätzlichen Einbausitz zu dritt oder mit zwei Kindern gefahren werden. Zur Ausstattung gehören Wasserkarten, wasserdichte Packsäcke, Paddel, für Erwachsene Schwimmwesten und für Kinder Rettungswesten.

Während die „Alten Säcke“ vorsichtig und bedächtig die Kanus nach Anweisung der erfahrenen Instruktoren besteigen, ist das Jungvolk schon längst in der Flussmitte und wird vom Strom kräftig angeschoben. Die Schnupper-Tour Räbel-Werben umfasst etwa acht Kilometer und dauert ungefähr 1,5 Stunden. Es geht natürlich flußabwärts, da das Paddeln gegen an bei einer Stromgeschwindigkeit von etwa fünf Knoten über Grund nicht möglich ist.

Weite Strecken des Mittellaufs weisen heute kaum gewerblichen Schiffsverkehr auf. Deshalb kann man auf ruhigem Wasser unbehelligt paddeln und die Strecke einfach nur genießen. Wer wie wir Feuer auf dem Wasser gefangen hat, dem bietet Elbe-Kanu auch mehrtägige Touren mit Übernachtung an.


Info Elbe-Kanu
Kanu-Touren und Kanuverleih
Lange Straße 52, 39615 Werben (Altmark)
Tel. 0163/1956 939
Ansprechpartner: Herr Lepert
E-Mail: info@elbe-kanu.de
www.elbe-kanu.de


Zwei Highlights der Altmark, die Hansestädte Tangermünde und Stendal runden unsere kleine Altmark-Tour ab. Beide Hansestädte haben sehenswerte historische Altstädte aus der Hansezeit.

Tangermünde – Mittelalterliche Kaiserstadt an Tanger und Elbe

Backsteinstolz und Fachwerk-Charme, so titelt eine Beschreibung die Hansestadt Tangermünde. Am Zusammenfluss von Tanger und Elbe liegt strategisch gut gelegen die alte Kaiser- und Hansestadt auf einer Hochebene. Die Burg war lange Jahre Herrschaftssitz mehrerer Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Kaiser Karl IV. erhob die Burg im Jahr 1378 zu seiner Nordresidenz und machte Tangermünde damit zur Kaiserstadt.

Die Schweden zerstörten im Dreißigjährigen Krieg die Burg. Zum ursprünglichen Bestand gehören aber noch Bauten aus dem 14. Jahrhundert, so der Kapitelturm, der Gefängnisturm und das „alte Kanzley“ genannte Tanzhaus. In der Blütezeit der Hanse entstand die noch heute erhaltene, um die Altstadt führende Stadtmauer, die besonders beeindruckend an der Elbe im Hafengebiet zu sehen ist. Sie zeugt mit den mächtigen Stadttoren und den prachtvollen Stadthäusern vom damaligen Reichtum durch die Hanse.

Alleine in der Altstadt befinden sich 130 (!) Baudenkmäler

Tangermünde bietet seinen Besuchern allein in der Altstadt 130 Baudenkmäler. Sehenswert die zu dieser Zeit auch im Stil der norddeutschen Backsteingotik entstandenen großartigen Stadttürme, und nicht zuletzt ein architektonisches Prunkstück der Zeit: Das gotische Rathaus mit der Bronzestatue der Grete Minde.

Um diese einem Justizirrtum zum Opfer gefallene Frau ranken sich viele Geschichten, die zahlreiche Autoren, unter anderem auch Theodor Fontane, als Vorlage für Romane genommen haben. Sie wurde fälschlicher Weise der Brandstiftung an der großen Feuersbrunst im Jahr 1617 bezichtigt und hingerichtet.

In dieser Zeit erlebte auch St. Stephan den Umbau zur gotischen Hallenkirche. Die Scherer-Orgel gehört zu den zehn wertvollsten historischen Orgeln Europas. Aus dem 12. Jahrhundert stammt die St. Nicolaikirche, die heutige „Zecherei St. Nicolai“. Die Salzkirche, die ehemalige Elisabethkapelle, dient als Galerie und Veranstaltungsort. Das kulturelle Angebot ist derart vielfältig, dass man sich am besten einer fachkundigen Stadtführung anvertraut, welche die Tourismusinformation regelmäßig anbietet.

Für mobile Gäste ist in Tangermünde auch bestens gesorgt. In Hafennähe – nur wenige Gehminuten zur Altstadt – bei den Bootshäuser findet sich der Reisemobil-Stellplatz „Tangerplatz“ mit 30 Stellplätzen und einer kompletten Infrastruktur.


Kulinarik-Tipp
Brauerei und Gasthof Schulzens

Heisser Tipp für kühles Nass

Schulzens Brauerei in Tangermünde lässt die 100-jährige Brautradition der Hansestadt wieder aufleben. (Foto: Schulzens Brauhaus.)

Hundert Jahre nachdem auf dem Hof von Schulzens Brauerei der letzte Tropfen Bier gebraut wurde, lassen die neuen Besitzer die lange Tangermünder Brautradition wieder aufleben. Mehrere handwerklich gebraute Sorten, streng nach dem Reinheitsgebot gebraut wie Helles, Porter oder Ziegelrot mit jeweils ganz eigenem Geschmack, laden seit Ende 2017 zum Verkosten und Genießen ein. Zu Corona-freien Zeiten gibt es Live-Musik, Brauereiführungen und Brau-Seminare bei Schulzens. Ebenso deftig wie die Biere sind auch die gut bürgerlichen Speisen, die viele regionale Spezialitäten darstellen.

Verkaufs- und Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 09:00 – 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag & Feiertag: 11-17.00 Uhr
Bestellungen unter Tel. 039322/724985
Kontakt:
Christian & Armin Schulz GbR | Lange Straße 34 (am Eulenturm), 39590 Tangermünde, Tel. 039322/44145
E-Mail: anfrage@schulzens.info
www.schulzens.info


Tangermünde kompakt

Die Hansestadt Tangermünde gehört zum Landkreis Stendal und hat etwa 11.100 Einwohner.
Tangermünder Tourismus Büro
Markt 2, 39590 Tangermünde
Tel. +49 (0)39322 22393
E-Mail: buero@tourismus-tangermuende.de
www.tourismus-tangermuende.de
Reisemobil-Stellplatz
Womohafen Tangerplatz
Am Tangerplatz
30 Stellplätze für Womos, 24 h / 5,- Euro
GPS-Daten: N 52.54250 / O 11.96972
Sehenswürdigkeiten

    • Historisches Rathaus mit Museum
    • Schrottturm
    • Neustädter Tor
    • Fachwerkhäuser Kirchstraße
    • Stadtmauer und Hafen
    • Schloss, Kapitelturm, Nikolaikirche

 Auf Schuster Rappen in das Naturschutzgebiet

Die Altmark ist ein ideales Terrain für Wanderungen. Der Kreis Salzwedel bietet 38, der Kreis Stendal 39 Wanderrouten an. Dazu haben sich die einzelnen Regionen zu den Altmärkischen Wandernestern zusammengeschlossen. Die Wandernester sind ausgesprochen wanderfreundliche Orte mit markierten Wegen, einladender Gastronomie und freundlichen Gastgebern. Die Routen an den Wandernestern führen durch reizvolle Orte und idyllische Landschaften.

Die Altmärkischen Wandernester umfassen den Luftkurort Arendsee, Seehausen, Gardelegen am Rande der Colbitz-Letzlinger Heide, Storkau und Buch in der Elbtalaue, Kunrau im Naturpark Drömling, Kalbe in der Mildeniederung, den Erholungsort Klötze in der Altmärkischen Schweiz, Schollene im Schollener Land sowie Jemmeritz, Kläden und Klietz. All diese Orte weisen reizvolle Wanderwege aus und bieten insgesamt fast 700 Kilometer pures Wandervergnügen.

An den Wanderstützpunkten in den Wandernestern gibt es Informationen zum Wanderwegenetz und Kartenmaterial. Zahlreiche thematische Touren laden zum Entdecken von Flora und Fauna ein. Beispielhaft seien hier nur der Rohrkolbenweg in Kunrau, der Fuchsweg in Storkau und die Wildschweintour in Klötze genannt.

Von Tangermünde aus führt eine kleine Tour zum NABU-Elbezentrum im kleinen Ort Buch. Wir treffen uns in Tangermünde am Hafen und machen uns marschbereit. Die Wanderung ist knapp acht Kilometer lang und führt an der Elbe entlang am ElbeRadweg. Buch ist ein kleines Dorf, das durch seine Roland-Figur und das NABU-Zentrum zur überregionalen Bekanntheit gekommen ist. Von dort lassen sich mehrtägige Aufenthalte in den Elbtalauen organisieren und das Naturschutzgebiet Bucher Brack/Bölsdorfer Haken erkunden.

Auf die kleinen und großen Gäste warten im Zentrum wechselnde Ausstellungen und über die Videoanlage interessante Bilder bei der Liveübertragung aus dem Storchennest. Das vielfältig gestaltete Außengelände mit altmärkischem Bauern- und Färbergarten, praktischen Beispielen zum Naturschutz ums Haus sowie Naturspielplatz und Lehmbackofen lädt zum Verweilen und Erkunden ein.



Infos
NABU-Zentrum für Ökologie, Natur- und Umweltschutz (ZÖNU)
Bucher Querstraße 22, 39590 Tangermünde, OT Buch
Tel. 03 93 62/8 16 74
E-Mail: rezeption@elbetourist.de
www.elbetourist.de
Ganzjährig geöffnet: Mo.-Fr. 08 bis 16.00 Uhr, von Mai bis September zusätzlich Sa. und So. 10 bis 16.00 Uhr. Führungen für Gruppen sind nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.


Kulturhauptstadt der Altmark – Hansestadt Stendal

Stendal war und ist die größte Stadt der Altmark. Stendals historische Altstadt ist ein Flächendenkmal mit der beachtlichen Ausdehnung von 94 Hektar. Die Stadt besitzt neben Geschichte auch interessante Geschichten und viele imposante Gebäude aus der Zeit der Backsteingotik. Diese Baudenkmäler erinnern an den einstigen Reichtum und an die Bedeutung der alten Hansestadt.

Auch bei Stendal ist, wie viele Hansestädte der Region, der Stadtkern mit einer wehrhaften Stadtmauer umgeben. Wer die Stadt erkunden möchten, dem helfen didaktisch aufbereitete Informationstafeln vor den einzelnen Sehenswürdigkeiten und Bauwerken.

Der Stadtrundgang ist ein Weg durch die über 800-jährige Geschichte und auf den Spuren der Backsteingotik. Schon 1160 erhielt Stendal Markt- und Stadtrechte und entwickelte sich im 15. Jahrhundert zu einer blühenden Hansestadt. In dieser Zeit entstanden die charakteristischen Backsteinbauten Dom, Marien-, Jacobi- und Petrikirche, Annen- und Katharinenkirche, das Rathaus sowie das Tangermünder- und das Uenglinger Tor.

Dieses ist, nach dem Lübecker Holstentor, wohl das architektonisch reizvollste Stadttor der norddeutschen Backsteingotik. Aber auch mit der Roland-Figur vor der gotischen Gerichtslaube am Rathaus lässt sich in Stendal Staat machen. Die Figur mit ihrer imposanten Höhe von 7,80 Meter gehört zu den drei größten Roland-Figuren in Deutschland.

Der Roland gilt als Symbol für Rechte und Freiheiten in der mittelalterlichen Stadt. Und dann ist ja noch das riesige Holzpferd in der Winkelmann Strasse. Es symbolisiert das Trojanische Pferd und ist zu Ehren des wohl berühmtesten Sohnes der Stadt Johann Joachim Winkelmann, der als Archäologe Weltruhm erlangt hat.


Tipp
Winckelmann-Museum für die ganze Familie

Das Winckelmann-Museum befindet sich an der Stelle des Geburtshauses von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). Und das Gute: Man kann es nicht verpassen, denn ein riesiges hölzernes Pferd markiert im Augenblick das Geburtshaus. Es gilt als das größte Trojanische Pferd der Welt. Die ständige Ausstellung widmet sich dem Leben und Werk Winckelmanns, des Begründers der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. Er erschloss als erster die Kunst des Griechentums und wurde zum Begründer der neueren deutschen Kunstgeschichte und der klassischen Archäologie.

Das Winckelmann-Museum widmet sich dem Leben und Werk Winckelmanns, des Begründers der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. (Foto: Altmark-Tourismus)
Das Winckelmann-Museum widmet sich dem Leben und Werk Winckelmanns, dem Begründer der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. (Foto: Altmark-Tourismus)

Farbenfroh und spannungsvoll inszeniert, bietet sie neben den zahlreichen wertvollen Exponaten auch multimediale Stationen und eigene Kinderangebote. Der Ausstellungsbereich “8.000 Jahre Kunst – das Mäzenaten-Museum” bietet in kleineren Sammlungskabinetten Kunstwerke und Künstlernachlässe quer durch die Kunstgeschichte, welche Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft dem Haus großzügig gestiftet haben.

Außerdem zeigt das Museum mehrmals im Jahr Sonderausstellungen, oft mit internationaler Beteiligung. Im Kinder- und Familienmuseum „Unter dem Vulkan“ haben Kinder, Jugendliche und ganze Familien vielfältige Möglichkeiten, die Welt der Antike hautnah zu erleben und fast nebenbei zu lernen. Hier wird die Zeit des Antiken Roms interaktiv erfahrbar und lebendig. Der Skulpturenhof lädt als stimmungsvoller Ort, ausgestattet mit Bronzen und Steinskulpturen, zum Verweilen ein.

Winckelmann-Gesellschaft e.V. mit Winckelmann-Museum, Winckelmannstrasse 36-38, 39576 Hansestadt Stendal
info@winckelmann-gesellschaft.com
www.winckelmann-gesellschaft.com


Stendal kompakt

Die Hansestadt Stendal ist Kreisstadt des Landkreises Stendal und mit etwa 40.000 Einwohnern die größte Stadt sowie Verkehrsknotenpunkt in der Altmark in Sachsen-Anhalt.

Tourist-Information>
Markt 1, 39576 Stendal
Tel. +49 3931/651190
E-Mail: touristinfo@stendal.de
www.stendal-tourist.de
Reisemobil-Stellplatz Schützenplatz
Bismarckstrasse, 39576 Stendal
20 Stellplätze Womo, keine Gebühr
GPS-Daten: N 52.61111 / O 11.86222

Sehenswürdigkeiten

  • Altstadt/Marktplatz/Rathaus/Roland
  • Winkelmann-Museum
  • Altmärkische Museum
  • Dom Sankt Nikolaus
  • Marienkirche
  • Theater der Altmark

Fazit: Die Altmark ist eine Region, die begeistern kann und viele unterschiedliche Facetten an Urlaubsgestaltung anbietet. Ob relaxtes Geniessen, Ruhe und Entschleunigung: Alles da! Aktivurlaub mit dem Rad, Pferd oder zu Fuss, sowie Wassersport in allen Varianten bieten sich an. Und dazu viel ehrliche Natur, ein tolles Angebot an Kultur und Kulturdenkmäler und ein sich stetig entwickelndes Potential für Wohnmobil-Touristen. Nette, freundliche Menschen, die mobile Gäste herzlich aufnehmen, runden die vielfältigen Angebote ideal ab.


Hier geht´s zu Teil 1 der D.C.I.-Altmark-Tour

Hier geht´s zu Teil 2 der D.C.I.-Altmark-Tour

Infos: Zur Webseite Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband


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Claus-Detlev Bues