Die Rastanlage Sindelfinger Wald an A 81 ist wieder nachts von Womoknackern heimgesucht worden. (Foto: Tank & Rast)

Die Rastanlage Sindelfinger Wald an der A 81 ist wieder nachts von Womoknackern heimgesucht worden. (Foto: Tank & Rast)

Vorsicht – Womoknacker wieder auf Rastanlagen aktiv

Campingplatz, Sicherheit, Stellplatz, Verkehr

Wer mit dem Reisenmobil unterwegs ist und an Rastanlagen übernachten will, sollte besonders auf den Autobahnen im Großraum Stuttgart noch vorsichtiger sein. Offenbar sind nachts wieder mobile Womoknacker unterwegs, die es auf übernachtende Reisemobile abgesehen haben.

Wie ein aktueller Fall am Wochenende auf dem Gelände der Raststätte Sindelfinger Wald an der A 8 belegt: Die Autoknacker sind wieder aktiv und haben ein im Reisemobil schlafendes Ehepaar überfallen und im Schnellzugriff Wertsachen wie Handy, Digitalkamera und Bekleidung erbeutet.

Polizei und Zoll führen jetzt wieder Großkontrollen an der A8 durch, weil der Fall, der sich am Freitag, den 4. August 2017 zwischen 0.30 und 7.30 Uhr abspielte für die Autobahnpolizei ein Alarmsignal ist. Bereits im Jahr 2015 hatte eine Bande reisender Täter auf den Rasthöfen rund um Stuttgart ihr Unwesen getrieben und zahlreiche Wohnmobile und LKWs überfallen. Die als „Autobahn-Phantom“ bekannte Bande arbeitete schnell und präzise und war wegen ihrer Mobilität nicht dingfest zu machen.

Anscheinend sind nun ebenfalls wieder reisende Täter auf den Raststätten und Parkplätzen im Großraum Stuttgart aktiv. Dass die Opfer dabei mit einem Gas betäubt werden, ist meist Legende, es gibt bisher keine Hinweise auf den Einsatz von Betäubungsgas, so die zuständige Polizei.

Die Arbeitsweise ist schnell und hochprofessionell: Der oder die Täter machten sich unauffällig an der Wohnraumtür oder der Fahrertür des Wohnmobils zu schaffen. Anschließend greifen die Täter nach allen, was auf die Schnelle zu greifen ist. Liegen Geldbörsen, Tablets, Laptop oder Digitalkameras auf dem Tisch oder der Sitzbank, werden sie leichte Beute für die Womoknacker.

Das D.C.I. rät deshalb: Generell auf Übernachtungen an BAB-Raststätten oder Autohöfen verzichten. Wenn solche Anlagen dennoch genutzt werden, auf erhöhte Sicherung achten. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und einen Reisemobil-Stellplatz oder einen Campingplatz in der Region anfahren. Den Reisenden wird empfohlen, die Wertsachen einem schnellen Zugriff zu entziehen und die Gegenstände nicht im Sichtbereich abzulegen. Auf keinen Fall den Helden spielen: Die Täter sind auf schnelle, störungsfreie Beutezüge aus, die ohne großen Aufwand und Aufsehen ablaufen. Täter auf frischer Tat stellen zu wollen, ist im hohen Maße leichtsinnig, weil man dann eine Gewalteskalation einrechnen muß. Selbst ein Hund im Wohnmobil konnte in einem Einzelfall, der an der A-81-Raststätte Schönbuch stattfand, die Täter nicht aufhalten.

Im jüngsten Fall an der Rastanlage Sindelfingen bittet die Polizei um Hinweise über Telefon 0711/6869-0.

Infos:  Zur Webseite des Polizeipräsidiums Stuttgart


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Hans F. Schwarz

Hans F. Schwarz

Ingenieur Hans-F. Schwarz, Jahrgang 1938, arbeitete über 40 Jahre in verschiedenen Architekturbüros und ist seit über 50 Jahren aktiver Camper. Seit 1985 betätigt er sich als freier Redakteur bei diversen Wohnmobil- und Caravan-Zeitschriften und als Autor verschiedener Fachbücher über Reisemobile und Caravans. Spezialgebiete sind Zubehör, Test- und Technik von Freizeitfahrzeugen.
Hans F. Schwarz