Nach fünf Jahren Abstinenz gibt es bei Westfalia wieder ein Modell Sven Hedin. (Foto: Westfalia)

Nach fünf Jahren Abstinenz präsentiert Westfalia wieder ein Modell Sven Hedin. (Foto: Westfalia)

Westfalia startet durch – neue Campingbusse

Hersteller, Saison 2018, Westfalia

Durch die sehr gute Marktentwicklung im Bereich der Kastenwagen und die weiter steigende Nachfrage ist das Traditionsunternehmen Westfalia aus Rheda-Wiedenbrück 2016 in allen Bereichen überproportional gewachsen.

Als Folge konnte man eine steigende Auslastung in Rheda feststellen, die das Werk an seine Kapazitätsgrenzen brachte. Deshalb hat man bei Westfalia entschieden, die Fahrzeuge der Baureihen Amundsen, Columbus und Club Joker sukzessive an einem neuen Standort zu bauen. Die Wahl fiel mit Gotha auf einen Standort im Herzen Deutschlands mit hervorragender Verkehrsanbindung. Im März 2017 war Produktionsstart am neuen Standort der Westfalia Mobil GmbH in Gotha mit 18 Mitarbeitern auf einer Produktionsfläche von mehr als 6.000 Quadratmeter und einer Gesamtfläche von über 20.000 Quadratmeter.

So kann Westfalia für die Saison 2018 drei neue Campingbus-Modelle präsentieren. Die Columbus-Baureihe wurde mit dem 540 D um ein Kompaktmobil erweitert, die Baureihe Kepler bekommt mit dem Kepler Six einen kleinen Bruder, und als Höhepunkt steht die Neuauflage des bekannten Westfalia Sven Hedin auf dem Programm.

Westfalia Columbus 540 D
Den Columbus hat Westfalia schon ein paar Jahre im Programm, es fehlte aber ein Kompaktmodell. Jetzt bedient man in Rheda den allgemeinen Trend nach kurzen Mobilen und bringt mit dem Columbus 540 D ein nur 5,40 Meter langes Einsteigermodell, das zudem noch mit einem optionalen Aufstelldach geordert werden kann. Der Columbus kommt mit einem klassischen Campingbus-Grundriss mit Halbdinette, geschlossenem Sanitärraum, Längsküche und Heckquerbett. Er basiert auch weiterhin auf dem Fiat Ducato. Den Westfalia Columbus 540 D ohne Aufstelldach gibt es ab 47.990,- Euro.

Kepler Six
Der neue Westfalia Kepler Six basiert auf dem VW T6 mit langem Radstand und wird seinem größeren Markenbruder Kepler One zu Seite gestellt. Er soll eine kompakte, citytaugliche Kombination aus Familientransporter und Freizeitfahrzeug darstellen, weil er dank eines Schienensystems im Boden sehr flexibel umgebaut und mit weiteren Sitzen bis zu sechs Sitzplätzen nachgerüstet werden kann. Ansonsten hat der Westfalia Kepler Six eine klassische Seitenküche und bietet zwei Schlafplätze aus der Sitzbank und zwei Plätze im Aufstelldach an. Der Grundpreis für den kleinen Campingbus wird mit 51.900,- Euro angegeben.

Sven Hedin
Der Sven Hedin ist eine feste Größe in der Tradition des westfälischen Herstellers. Er basierte bis 2009 auf dem VW Crafter und wurde bis 2012 auf dem Mercedes-Benz Sprinter angeboten. Nach fünf Jahren Abstinenz gibt es nun eine Neuauflage des Klassikers auf Basis des neuen VW Crafter mit mittlerem Radstand und Serienhochdach. Das künftige Spitzenmodell des Westfalia-Produktprogramms ist ein Ausbau mit bewährter Kastenwagen Lösung: Ein quer zur Fahrtrichtung eingebautes Heck Doppelbett, ein abgeschlossener Badbereich, eine große Küche und ein Wohnbereich, in den sich die beiden Fahrer- und Beifahrersitze mit integrieren lassen. Auffallendes Detail im Außenbereich des neuen Sven Hedin ist ein Pop-Out auf der Fahrerseite im Heckbereich.

Auf gut Deutsch ist dies eine aufklappbare Verbreiterung, die eine Verlängerung des Heckbettes ermöglicht. Die technisch clevere Lösung ist nötig, weil der VW Crafter nur 1.832 Millimeter breit ist. Ein Heckquerbett – und das ist der bisher einzige Grundriss des Sven Hedin – würde ohne die ausklappbare Verbreiterung einfach zu kurz werden. Alternative wäre eine aufgesetzte Hutze, die aber die Fahrzeugoptik, die Sicht nach hinten und den cw-Wert beeinträchtigen würde.

Der Innenausbau des Westfalia Sven Hedin entspricht in weiten Teilen dem Westfalia Columbus, also mit Halbdinette, geschlossenem Sanitärraum, Längsküche und Heckquerbett. Ein echtes Ausstattungshighlight ist die aufwändig verbaute Diesel-Warmwasserheizung. Die Preise für Seven Hedin starten bei 59.900,- Euro.

Infos:  Zur Webseite von Westfalen Mobil

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues