Für den Ausbau hat sich Wilhelm Klinke einen Citroën Jumper 35 mit Länge L3 und dem Superhochdach H3 ausgesucht. (Foto: Klinke)

Für den Ausbau hat sich Wilhelm Klinke einen Citroën Jumper 35 mit Länge L3 und dem Superhochdach H3 ausgesucht. (Foto: Klinke)

Das Selbstbau-Projekt – Vom Kastenwagen zum Reisemobil – Teil 2

Selbstbau, Technik, Wohnmobil

Was macht ein begeisterter Reisemobilist, wenn er in Rente geht? Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach fragte sich, wie er die neugewonnene Freizeit sinnvoll verwenden soll. Das Traummobil bauen? Der Idee, einen Kastenwagen zum Reisemobil auszubauen, folgte die professionelle Umsetzung. Hier Teil  2 seines Berichtes mit Fahrzeug-Beschaffung, Ausbau-Planung, Basisarbeit am Fahrzeug, Elektrik und Anfertigung der Möbel.

Die Fahrzeug-Beschaffung

Nach den vorlaufenden Recherchen und Festlegungen wurden baugleiche Transporter der Ducato-Familie ohne Festlegung auf einen Hersteller (Fiat, Citroen und Peugeot) gesucht, mit einer Fahrzeuglänge von sechs Meter und Hochdach H2 oder Superhochdach H3. Heraus kam schließlich ein Citroen Jumper L3 H3, als Rückläufer aus einem Drei-Jahres-Leasing-Vertrag, mit Superhochdach und rot lackiert.

Das Fahrzeug sieht gut gepflegt aus, was aber auch wesentlich auf die professionelle Entfernung der Beschriftung zurückzuführen ist. Motorisiert ist der Wagen mit einem 150 PS-Triebwerk, ausreichende Fahrleistung ist sichergestellt und Extras wie Tempomat und Klimaanlage sind auch enthalten, allerdings waren auch 17.700,- Euro zu zahlen.

INFO
Vorbemerkungen:
Einige Zeit vor Eintritt in den Ruhestand wurden Überlegungen angestellt, wie man sinnvoll die dann gewonnene Freizeit ausfüllt. Nachdem ein Hausbau und nachfolgende Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen waren und vor Jahren ein Eigenbau-Flugzeug erfolgreich in die Luft gebracht wurde, konzentrierten sich die Überlegungen auf einen Fahrzeug-Umbau, um nach der Fertigstellung mit der hinzugewonnenen mobilen Freiheit die zuvor vernachlässigten europäischen Nachbarländer besser kennenzulernen.
Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach ist gelernter Stellmacher und Tischler und begeisterter Reisemobilist. (Foto: Klinke)

Die Voraussetzungen sind gegeben – ein erlernter handwerklicher Beruf (Stellmacher & Tischler), eine technische Weiterbildung (Maschinenbau, Kunststofftechnik), eine vielseitige berufliche Tätigkeit (Flugzeugbau, Struktur-Entwicklung und Konstruktion) und - besonders wichtig -  eine ausreichend ausgestattete Werkstatt.

Das Ausmessen des Fahrzeugs

Für eine seriöse Konstruktion muss die Ausgangsstruktur des auszubauenden Fahrzeugs bekannt und gezeichnet sein. Hierfür wurde ein Koordinatensystem des Innenraums festgelegt:

X0 = Anschlussflansch-Ebene der vorderen Trennwand
Y0 = Fahrzeugmitte, auf die Längsrichtung bezogen
Z0 = Oberkante des vorhandenen Fußbodens

Die Vermessung erfolgte unter anderem unter Verwendung eines selbstgefertigten überdimensionalen Winkels. Erzeugt wurden Innenansichten aller Wände und Türen, sowie ein Schnitt in der X/Z-Ebene (in Y0) und weitere Schnitte in unterschiedlichen Y/Z-Ebenen. (→ siehe Planungs-Unterlagen). Für den Dachfenstereinbau und den Fußboden wurden Dach und Boden, einschließlich der Versperrungen unter dem Fußboden, maßgenau aufgenommen.

Die so generierten Zeichnungen konnten bei der weiteren Konstruktion jeweils als hellgrau gezeichneter Block zum Hinterlegen neuer Entwurfs- und Konstruktionszeichnungen verwendet werden. Für einige der konturierten Bereiche wurden mit den Schnittzeichnungen 1:1-Schablonen aus vier Millimeter HDF-Platten gefertigt und am Objekt feinangepasst.

Entwurf des Ausbaus

Der Grundriss

Der Grundriss entstand in Interaktion mit den Entwürfen der Innenstruktur, er ist abhängig von der Kontur der Wände, insbesondere der in den Innenraum hineinragenden Trennwand und den gewölbten Hecktüren. Hilfreich ist, dass die Außenkontur über die Fahrzeuglänge unverändert verläuft, allerdings ist die Strukturtiefe im Innenraum unterschiedlich, durch kräftig ausgebildete, links und rechts gleich ausgeführte C-Säulen (hinter der Schiebetür-Öffnung) ergibt sich hier eine Reduzierung der lichten Innenraumbreite.

Die Bauhöhe H3 ist äußerst hilfreich – sie ermöglicht den Einbau eines Zwischenbodens im Sitz- und Badbereich, wodurch Ver- und Entsorgungsleitungen im Innenraum verlegt werden können und den Wasserablauf aus der Duschtasse in den direkt unter dem Boden liegenden Abwassertank mit ausreichendem Gefälle. Weiterhin kann die Tankbelüftung durch den Zwischenraum geführt werden.

Da die Hängeschränke nicht größer als üblich gewählt werden, ergibt sich ein angenehmer unverbauter Raum. Unter Berücksichtigung der in der Vorplanung festgeschriebenen Details und Absicherung des Freiraums für alle beweglichen Teile, Türen und Klappen entstand der nachfolgend abgebildete finale Grundriss.

Das Design

Besonders kleine Räume müssen hell gestaltet sein. Nach diesem Grundsatz fiel die Wahl auf Ahorn, welches gut mit Birke kombiniert werden kann. Für den Eigenausbau kommt durchaus Echtholz infrage, für die Sichtflächen wurde edles Messerfurnier aus europäischem Ahorn gewählt, Möbelinnenseiten können wahlweise aus Birken- oder Pappel-Sperrholz gefertigt werden.

Multiplex-Sperrholzplatten mit Ahorn-Deckfurnier sind verfügbar, aber eigentlich zu schwer. Das Furnieren von Pappel-Sperrholz mit Ahorn-Furnier ist möglich, jedoch anspruchsvoll. Gewählt wurden selbstverleimte Sandwichaufbauten mit vier bis fünf Millimeter Sperrholz und einer sechs Millimeter-Innenlage aus Pappel-Sperrholz oder einem Hartschaum. Die Lackierung erfolgte mit einem seidenmatten Acryl-Polyurethan-Klarlack, der mit einer Walze aufgetragen werden kann.

Mit der Holzauswahl war der Grundton festgelegt. Auf komplementäre Farben im weiteren Ausbau wurde verzichtet, lediglich Accessoires ergeben deutliche Farbtupfer in der eher konservativen Farbgestaltung. Für Kopf- und Fußbereich des Bettes kommt eine schaumunterfütterte Kunstleder-Bespannung infrage, in einem Braun-Ton, der sich im Fußbodenbelag wiederholt.

Für die Deckenverkleidung, ebenfalls mit Kunstleder, jedoch ohne Schaum-Unterpolsterung, empfiehlt sich ein heller Farbton. Die Wahl fiel schließlich auf ein cremeweißes Büffelleder-Imitat. Die Bezüge der Sitzpolster sind sandfarben und leicht gemustert, aus dem gleichen Stoff wurde die Tagesabdeckung der Matratze genäht.

Bodenbeläge sind zunächst nach dem Gesichtspunkt der Belastbarkeit auszuwählen. Kosten sind aufgrund der geringen Fläche nebensächlich. Leider sind Laminat- und besonders Klick-PVC-Böden aufgrund des hohen Gewichtes (7-10 kg/m²) weniger geeignet. Somit fiel die Wahl auf einen vier Millimeter-PVC-Bodenbelag mit 2 kg/m² in einem dunkleren Holzdekor.

Das Bad wäre zweckmäßigerweise wie bei Duschkabinen oder im kommerziellen Wohnmobilen/Caravans als geschlossenes weißes Acryl-Gehäuse ausgeführt. Die Fertigung als Einzelstück zwingt zu einer aufgelösten Bauweise, hier aus an kritischen Rändern dicht geklebten PVC-Boden und im Bereich des Duschkopfes Wandverkleidungen aus weißen Acryl-Platten.

Die Isolierung

Die Isolierung eines zerklüfteten Metallaufbaus ist gewissermaßen die Achillesferse des Kastenwagens. Einzusetzen war möglichst ausschließlich wasserdampfundurchlässiges Material wie geschäumtes Polyäthylen oder extrudierter Polyurethanschaum. Während das Bekleben der Felder mit PE-Schaumplatten (10 und 15 Millimeter) noch einfach ist, wird die Isolierung der Holmstrukturen problematisch.

Das teilweise praktizierte Ausschäumen von Hohlräumen mit PU-Schaum ist kritisch bezüglich der möglichen Beulung der Aussenhaut und nur von geringem Isolationswert, da die Metallstrukturen Wärme oder Kälte trotzdem nach innen leiten. Deshalb wurden Kastenstrukturen mit fünf Millimeter PE-Schaum eingefasst. Um die Ungleichförmigkeit der Isolierwirkung zu reduzieren, erfolgte der Einbau einer zweite Isolierschicht aus 20 Millimeter dicken XPS-Platten als Schale direkt unterhalb der Innenverkleidungen.

Verbindungselemente und Strukturwerkstoffe

Die Verbindung der Ausbau-Elemente zur Fahrzeugstruktur erfolgte hauptsächlich über Schraubungen mit Einziehmuttern & Senkschrauben M5 und Klebungen mit Sikaflex 252. Für Holz-Verbindungen wurden Spax-Senkschrauben mit Torxx 10-Kopf gewählt oder Weißleim beziehungsweise PU-Holzleim, gelegentlich mit zusätzlichen Holzdübeln. Dank Kreissäge und einer verfügbaren Abrichte/Dickenhobelmaschine konnten Leisten aus hauptsächlich Fichte, Lärche und Ahorn individuell zugeschnitten werden.

Als Plattenware wurde fünf Millimeter-Ahorn-Sperrholz für Sichtflächen und vier Millimeter-Sperrholz aus Birke oder Pappel verarbeitet. Hinzu kam sechs Millimeter Hartschaum und sechs Millimeter-Pappelsperrholz für Innenlagen und Randeinleimer bei der Herstellung von Möbelplatten. Die Auswahl der Halbzeuge erfolgte unter den Gesichtspunkten: Sinnvolle und verfügbare Abmessungen, Gewicht, Kosten und Beschaffung.

Ablauf der Konstruktion

Ziel der Konstruktion war eine weitgehende Festlegung der Bauteile vor Fertigungsbeginn schon auf dem Zeichnungs-Bildschirm. Allerdings mussten verschiedene Detaillösungen aufgrund von Unklarheiten in der Umgebung zurückgestellt und erst während der Bauphase im Detail konstruktiv festgelegt werden. Somit wurden manche Teile erst nach der Fertigung zeichnerisch erfasst oder aber korrigiert, wenn sich bei der Herstellung eine Verbesserung der Ausführung ergab. Dieser Ablauf ist für eine Prototypen-Entwicklung durchaus üblich. Zur Handhabung der letztendlich doch sehr umfangreichen Unterlagen und Zeichnungen wurde ein Nummern- und Ablagesystem festgelegt.

Zeitlicher Ablauf

Um dem Leser ein Gefühl für den Zeitbedarf zu geben, wird nachfolgend der zeitliche Ablauf des Jumper-Ausbaus wiedergegeben. Es handelte sich um eine Ein-Mann-Fertigung ohne zeitlichen Druck, jedoch mit Zeitaufwendungen ähnlich einer normalen Arbeitszeit, jedoch mit Unterbrechungen, die über einen normalen Urlaub hinausgehen.

Nach einem Planungsvorlauf von einem halben Jahr, noch während der Berufsausübung, wurde im August 2015 das Basisfahrzeug angeschafft und ab September ausgemessen, es entstanden die hier enthaltenen Zeichnungen des Basisfahrzeugs.

Nach einer Unterbrechung im Oktober wegen der Nutzung des Fahrzeugs für einen Umzug, begannen die Arbeiten mit dem Einbau der Fenster. Die Ablauffolge der Arbeiten ist auch in einem Film (YouTube: „Ausbau Kastenwagen zum Reisemobil“) zu sehen.

Die monatlichen Arbeiten in Kurzform:

  • September/Oktober: Ausmessen, Dachfenster, Markisenhalterung, Trittstufe
  • November: Einbau Heckfenster, Fertigung Unterstrukturen, Isolierungsarbeiten
  • Dezember: Einbau Unterstrukturen, Isolierungen, Seitenfenster
  • Januar 2016: Vorfertigung Fußbodeneinbauten, Ausrüstung Tanks
  • Februar: Einbau Fußboden & Abwassertank, Unterstruktur Zwischenboden, Fertigung Schrankwände & Staukastengehäuse über der Fahrerkabine
  • März: Fertigung und Einbau Trennwand Stauraum hinten, Fertigstellung Kleiderschrank, Einbau Rest Unterstrukturen
  • April: restl. Außenisolierung, Beginn Einbau Innenisolierung, Fertigung und Einbau Decke, Kleiderschrank und Rückwand
  • Mai: Montage Solarpanel, Isolierung & Verkleidung Hecktüren, Isolierung und Verkleidung Radschachtbereiche
  • Juni: Verkleidung D-Säule, Einbau Fensterdichtungen, Einbau Bettkasten & Matratze, Fertigung Sitzteile, Fertigung & Einbau Elektro-Panel
  • Juli: Fertigstellung Sitze, Ausrüstung Zwischenboden & Bad-Installationen
  • August: Fertigung Hängeschrankteile, Einbau Badezimmerwände, Duschtasse, Verkleidung Schiebetür
  • September: Fertigung Tischplatte, Hängeschrankteile, teilw. Einbau Hängeschränke, Fertigung & teilw. Einbau Küche, Einbau Gasanlage
  • Oktober: Fortsetzung Küchenbau, Fertigung Info-Panel
  • November: Fertigung und Einbau Hängeschrank über Schiebetür & Ausziehschrank neben dem Kühlschrank & Schuhschrank, Fertigung Badezimmertür
  • Dezember: Verkleidung B-Säule, Tür Badezimmerschrank, Einbau Duschvorhang, Verlegung Bodenbelag, Sicherheitsabdeckung E-Panel, Hängeschrankböden, Restarbeiten

Erfahrungen mit Basisfahrzeug & Abnahmeprüfungen

Es erscheint angebracht, wegen möglicher Nachbauten etwas über das Basisfahrzeug und die abschließenden Abnahmen zu berichten.

Das Basisfahrzeug

Wie schon berichtet, begann der Fahrzeugkauf mit einer von PKW’s nicht bekannten Eigenart des Gebrauchtfahrzeughandels: Einige Händler verweigerten den Verkauf an Privatpersonen wegen der damit verbundenen umfangreicheren Gewährleistung. Der Lieferant des erworbenen Jumpers, ein größerer Citroen-Händler warb ausdrücklich mit einem guten Wartungsstand und Prüfaufwand der Fahrzeuge beim Rücklauf aus Leasing-Verträgen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, eine Car-Garantie mit in den Verkaufspreis einzurechnen.

Bei der Probefahrt mit der bis dahin unbekannten Fahrzeugklasse hätten Fahrwerks- und Karosseriegeräusche deutlicher auffallen müssen, der Verkäufer verharmloste diese. Nach weniger als einem Jahr und 1.500 Kilometer Fahrstrecke bei der nächsten Inspektion die unangenehme Überraschung: Unter anderem mussten Lagerbuchsen der Blattfederung und das Getriebe ausgetauscht werden.

Ansprüche nach der gesetzlichen Gewährleistung wurden verweigert. Obwohl die Car-Garantie die komplette Arbeitsleistung und 70 Prozent der Getriebekosten übernahm, blieb noch ein deutlicher Eigenanteil übrig.

Deshalb hier ein dringender Rat an alle Käufer: Möglichst das Fahrzeug vor Kauf von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen und Schäden unbedingt vor Ablauf eines Halbjahres dem Verkäufer melden. Da in der Umbauphase ein Fahrzeug wenig bewegt wird, fallen Schäden leider erst später auf…

Die Gasprüfung

Der TÜV überlässt die Erstabnahme der Gasanlage gerne einem vom DVFG –„Deutscher Verband Flüssiggas e.V.“- zertifizierten Prüfer, der die Prüfung nach dem DVGW („Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.“) – Arbeitsblatt G 607 durchführt. Der Prüfablauf entsprach zwar den Angaben des Arbeitsblattes, war aber nicht so umfassend, dass man versteckte Fehler entdeckt hätte. Deshalb sollte der Erbauer der Anlage in allen Punkten sehr gewissenhaft arbeiten oder die Arbeit von einem Fachmann ausführen lassen. Die vorgestellte LPG-Gasflasche wurde als nicht zugelassen qualifiziert und deshalb nicht in der Prüfbescheinigung aufgenommen. Technisch stichhaltige Begründungen konnten nicht gegeben werden. Die Prüfkosten beliefen sich auf 100,- Euro.

Das TÜV-Gutachten

Das TÜV-Gutachten für die Einstufung als Wohnmobil ist ein Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis gemäß §21 StVZO nach technischen Änderungen (§19(2) StVZO), in der Bau- und Betriebsvorschriften über Abmessungen und Lasten bewertet werden. Hierzu musste das Fahrzeug-Leergewicht mit vollem Diesel-Tank ermittelt werden, für die Eintragung der „Masse des im Betrieb befindlichen Fahrzeugs“ (Leermasse) wurden 75 Kilogramm fiktives Fahrergewicht hinzuaddiert. Die Achslast-Verteilung blieb unberücksichtigt.

Bei der oberflächlichen Besichtigung des Fahrzeugs erfolgte eine Fotodokumentation, jedoch keine erkennbare Prüfung von Punkten aus dem TÜV-Merkblatt für Wohnmobil-Selbstausbauer.

Fazit: Auch hier ist ein eigenverantwortlicher, gewissenhafter Ausbau erforderlich, da zumindest verdeckte Fehler bei der TÜV-Begutachtung nicht erkannt werden. Die Kosten der Begutachtung betrugen 52,90 Euro. Für die nachfolgende Änderung der Zulassungsbescheinigungen Teil I und II entstanden Kosten von 15,90 Euro.

Die Versicherung

Die Haftpflichtversicherung für Freizeitfahrzeuge ist relativ kostengünstig und liegt wesentlich unterhalb der LKW-Haftpflichtprämie, das spricht für eine geringe Unfallhäufigkeit.

Interessant wird der Abschluss einer Kaskoversicherung, da diese nach dem Neuwert des Wohnmobils bemessen wird. Die Versicherungen reagieren unterschiedlich: Sie verlangen ein Wertgutachten durch einen von ihnen bestellten Gutachter, rechnen eine Herstell-Stunde mit 80,- Euro, wodurch der Wert des ausgebauten Jumpers bei angegebenen 1.000 Stunden über 100.000,- Euro beträgt, oder sie schätzen nach Vorlage eines Ausrüstungsverzeichnisses mit Beschaffungskosten-Angaben den Neuwert. Die letztendlich gewählte Versicherung bezifferte den Neuwert mit akzeptablen 50.000,- Euro.

Die Kraftfahrzeugsteuer

Die Kraftfahrzeugsteuer erhöht sich für das 3,5-Tonnen-Fahrzeug/Euro 5 von 210,- (LKW) auf 240,- Euro (Wohnmobil).

Erfahrungen aus der Ersterprobung

Erkenntnisse über Gestaltungs-Details ergeben sich manchmal erst nach der ersten Nutzung, man erkennt an einigen Stellen ein gewisses Verbesserungspotential. Mit dem Wissen, dass nicht alles von vorneherein optimal ausgeführt werden kann, wurden im Bad Saugfuß-Halter benutzt, hierdurch konnten Befestigungsbohrung an falschen Stellen vermieden werden. Die recht tragfähigen Halter, auch für Toilettenpapier und Duschkopf geeignet, haften hervorragend auf den Acrylflächen im Bad. Für Holzflächen können ebenfalls kleinere Saugfuß-Haken verwendet werden, wenn man auf der Haftfläche vorher eine Folie aufklebt.

Nach den ersten Fahrten konkretisierte sich ein Bedarf für weitere Haken und Ablagen, nachgerüstet wurden zusätzliche geschraubte Handtuchhaken und ein Becherhalter im Bad sowie eine Pinnwand mit zusätzlichen Ablagemöglichkeiten oberhalb des Tisches.

HIER geht´s zu Teil 1 des Selbstbau-Berichtes

HIER geht´s zu Teil 3 des Selbstbau-Berichtes

Infos:  Zur Webseite des Selbstbaus Wilhelm Klinke

TECHNIK KOMPASSKastenwagen Selbstbau Wilhelm Klinke
ausgebautes Fahrzeug
BASISFAHRZEUG
BasisCitroen Jumper 35 Heavy, Serien-Kastenwagen L3 H3
MotorSerie 2,2 l-HDI 150 FAP, 2.189 ccm, 110 kW / 150 PS, Euro 5
AntriebSechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
SicherheitssystemeABS, ASR, Airbags, ESP
Verbrauch10,9 l/100 km
MASSE UND GEWICHTE
Techn zul. Gesamtmasse3.500 kg
Masse in fahrb. Zustand3.010 kg (voller Tank, Fahrer (75 kg), Gasflasche zu 90% gefüllt, Frischwasser 50 kg, Kabel 5 kg)
Achslastenvorne: 1450 kg (zulässig: 2100 kg)
hinten: 1560 kg (zulässig: 2400 kg)
Zuladung490 kg
Abmessungen L x B x H5.998 x 2050 x 2.760 mm
Bettenmaße L x BHeck-Doppelbett quer 1.900 x 1.250-1.400 mm
Sitz- / Schlafplätze3/2
Innenhöhe2.010 mm
Frisch- / Abwasser Tanks50 l innen / 48 l
WasseranlageWasseranlage Schläuche mit Shurflo Druckpumpe
Bord-Akku / Typ80 Ah / Gel / Solaranlage 100 Wp
Gasvorrat1 x 11 kg Flaschen
HeizungGas-Gebläseheizung Truma Combi 4 CP Plus
Ausstattung (Auszug)Fahrer-Beifahrerairbag, Klimaanlage Fahrerhaus, Solaranlage, Truma Combi 4, Kühlschrank Dometic Absorber RM 5310 / 60 Liter, Zweiflamm-Gaskocher, Sanitärraum mit Waschbecken, Thetford Porta Potti, Dusche mit Telefonbrause, Acrylglasabtrennung, Möbelbau Pappelsperrholz, Dekor Ahorn, Randprofile Massivholz Ahorn, 3 Ausstellfenster, 1 Dachhaube Mini Heki, 1 Dachhaube Fiamma Turbo Vent, Manuelle Trittstufe Thule, Markise Dometic Perfect Wall 3,5 m,

Bitte beachten: Mit dem Start des Videos stimmen Sie der Übertragung und Weiterverarbeitung von Daten durch YouTube zu.

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues