Erfolgreiches und dauerhaftes Kleben auch außerhalb des optimalen Temperaturbereiches ist unter bestimmten Bedingungen möglich. (Foto: Dekalin)

Erfolgreiches und dauerhaftes Kleben auch außerhalb des optimalen Temperaturbereiches ist unter bestimmten Bedingungen möglich. (Foto: Dekalin)

Dekalin Praxistipp – Kleben und Dichten außerhalb der Optimal-Temperatur

Dekalin, Reinigung & Pflege, Technik, Zubehör

Die Caravaning-Saison neigt sich dem Ende zu, jetzt wird das Freizeitmobil winterfest gemacht und für die neue Saison vorbereitet. Dazu gehören auch Risse, Dellen oder Macken, die beseitigt werden müssen. Kleben statt Bohren – moderne Klebetechnik hilft, materialschonend und zerstörungsfrei zu reparieren. Aber wie sieht´s dabei mit niedrigen Temperaturen in der Winterzeit aus?  

Viele Hersteller schreiben für ihre Kleber eine Verarbeitungstemperatur zwischen fünf und 35 Grad Celsius vor, der optimale Temperaturbereich liegt meist zwischen 15 und 25 Grad. Das kann man in der Wintersaison nur in einer geheizten Halle realisieren. Wird´s kälter, fallen schon einigen Klebeverfahren aus, weil sich das kalte Umfeld negativ auf die Klebekraft auswirken kann. Klebe- und Dichtspezialist Dekalin hält für Kleben und Dichten außerhalb der Optimaltemperatur einige Praxis-Tipps bereit.

Kondenswasser und Feuchtigkeit vermeiden

Kaum eine Garage kann solche optimalen Temperaturen im Winter bieten. Das ist bei Beachtung von Profitipps aber kein Problem. Zunächst gilt es bei Kälte den größten Feind der Adhäsion zu bekämpfen: Kondenswasser. Es legt sich wie eine Trennschicht zwischen die Fügeteile und die Benetzung. Hält man die Fuge frei von Feuchtigkeit ist Kleben durchaus möglich. Zu empfehlen sind dann wasserfreie Dichtstoffe auf Basis von Polyurethan, MS-Polymer und Butyl. Dekalin hat hierfür beispielsweise DEKAseal 8936 im Sortiment, die auch im Winter verlässlich ihre Dienste tut.

Zu beachten ist allerdings, dass die Aushärtung der Dichtmassen und Klebstoffe bei tiefen Temperaturen wesentlich langsamer erfolgt. Das erhöht die Gefahr von Rissen bei thermischer Längen- oder Spannungsänderung. Eine frühzeitige Beanspruchung muss also in jedem Fall unterbleiben. Für aufwändigere Arbeiten sollte man ohnehin wärmere Tage abwarten und sich den optimalen Herstellerempfehlungen soweit wie möglich annähern. Aber die meisten Verarbeiter dürften gegen einen Heizstrahler in der Garage und höhere Plusgrade in der Arbeitsumgebung ohnehin kaum Einwände haben.

Auch zu hohe Temperaturen schaden

Auch hohe Temperaturen sollten bei der Verarbeitung von Dichtstoffen vermieden werden. Da es aber nicht um die Lufttemperatur, sondern um die Oberflächentemperatur der Fügeteile geht, sind Gradzahlen oberhalb der 25°C im Sommer schnell erreicht. Gerade Metalle erreichen bei intensiver Sonneneinstrahlung bis zu 100°C. Das ist jedoch kein Grund zu verzagen, denn auch wenn die Temperaturen den Idealbereich übersteigen, kann der Anwender Klebstoffe verarbeiten.

Jedoch sollte er darauf achten, dass das Temperaturgefälle nach dem Aufbringen nicht zu stark ausfällt. Es empfiehlt sich deshalb nicht, bei direkter Sonneneinstrahlung zu verarbeiten. Bei einer Aushärtungsgeschwindigkeit von drei Millimetern in 24 Stunden kann die vollständige Durchhärtung von Klebstoffen auf PU-, Hybrid- oder MS-Polymer-Basis durchaus einige Tage dauern. In dieser Zeit sollte eine starke Abkühlung der Bauteile mit einer Differenz von mehr als 30°C unbedingt vermieden werden. Sonst erfährt die dünne Dichtstoffhaut, die sich zu Beginn bildet, eine starke Dehnung oder Stauchung, die sie noch nicht ausgleichen kann.

“Weißpunkt” muss überschritten werden

Den technischen Hintergrund erklärt Michael Windecker, Geschäftsführer von Dekalin Deutschland: „Die sogenannte Mindestfilmbildetemperatur definiert die unterste Temperatur, bei der eine Polymerdispersion, also ein Klebstoff, vom flüssigen in einen geschlossenen Film übergeht. Dieser Übergang erfolgt innerhalb eines relativ engen Temperaturbereiches, weshalb Experten vom “Weißpunkt” sprechen.“ Wird der Weißpunkt nicht überschritten, bleibt die mechanische Festigkeit aus, weil der Klebstoff als weißes, unzusammenhängendes, pulvriges Gemisch auf den Fügeteilen verbleibt.

Wie gezeigt, gibt es aber durchaus Tipps, die dabei helfen ober- und unterhalb der optimalen Temperatur-Empfehlungen zu verarbeiten. Dies sollte allerdings nur bei Kleinreparaturen erfolgen, die sich nicht aufschieben lassen. Ansonsten bietet das Frühjahr ausreichend Zeit, um den Liebling in der Garage wieder in Schuss zu bringen. Und wenn man ehrlich ist: Das macht bei den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings ohnehin mehr Spaß.

Infos:  Zur Webseite von Dekalin


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Claus-Detlev Bues