Modellvielfalt und Qualität: Der Fiat Ducato wird im Werk SEVEL in Atessa gebaut. (Foto: Fiat Professional)

Modellvielfalt und Qualität: Der Fiat Ducato wird im Werk SEVEL in Atessa gebaut. (Foto: Fiat Professional)

Der Fiat Ducato – Seit 37 Jahren eine perfekte Reisemobilbasis

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Seit 37 Jahren ist der Fiat Ducato ist das beliebteste Wohnmobil-Basisfahrzeug in Deutschland. Er gilt als perfekte Basis für Reisemobile, weil die speziellen Reisemobil-Versionen in Kooperation mit den Aufbauherstellern entwickelt und optimiert werden. Drei von vier Reisemobilen aus europäischer Fertigung basieren daher auf dem Fiat Ducato. Wo kommt er her, wo wird er gebaut? Wir haben mal die Historie des Erfolgsmodells aufgedröselt und uns im SEVEL-Werk umgeschaut.

Am 23. Oktober 1981 startete die Produktion des Transporters in Val di Sangro in den Abruzzen. Dafür wurde in Atessa eigens ein Werk errichtet, die Societa Europea Veicoli Leggeri (SEVEL). Die Fabrik ist heute einer der größten Produktionsstätten ihrer Art in Europa. 2015 rollte der fünfmillionste Transporter vom Band. Der Fiat Ducato revolutionierte mit Vorderradantrieb, leistungsstarken Motoren und üppigem Laderaum das Transportersegment. Heute wird das Fahrzeug in über 10.000 Varianten gefertigt und in mehr als 80 Ländern weltweit verkauft, darunter auch in Nordamerika als Modell ProMaster der Marke RAM, die ebenfalls zu Fiat Chrysler Automobiles gehört. Heute gibt es vom Fiat Ducato bereits die sechste Modellgeneration.

Der Fiat Ducato – Produktion seit 1981 im hochmodernen Werk

Die Position als Nummer eins auf dem Markt hat sich der Fiat Ducato mit innovativer Technologie, Kundenorientiertheit und enger Zusammenarbeit mit den Herstellern von Aufbauten erarbeitet. Im Fokus stand gerade bei Basisfahrzeugen für Reisemobile stets die Strategie, den Aufbauern noch größere Flexibilität zu bieten und den Endkunden ein entspanntes Reisen zu ermöglichen. Im Werk SEVEL, in der Provinz Chieti am Fuße der Abruzzen, wird seit 1981 der Fiat Ducato gebaut. Die Fabrik hatte damals etwas mehr als 600 Mitarbeiter, die 70 Fahrzeuge pro Tag herstellten. Heute beträgt die Tagesproduktion 1.200 Einheiten, SEVEL ist außerdem eins der komplexesten Werke in Europa in den Punkten Spezialisierung in der Produktion, Qualität und Arbeitsprozesse. Derzeit sind rund 6.400 Mitarbeiter beschäftigt, bei den Zulieferern in der Umgebung arbeiten noch einmal rund 6.100 Menschen. Das Durchschnittsalter der Belegschaft beträgt 45 Jahre, mehr als 21 Prozent von ihnen sind Frauen. SEVEL ist im Qualitätssicherungsverfahren „World Class Manufacturing”, dem mehr als 160 FCA Werke weltweit unterliegen, mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden.

Zur Fortbildung der Mitarbeiter betreibt das Werk SEVEL eine eigene Akademie. Hier werden unter anderem die Teamleiter noch besser auf ihre Aufgabe vorbereitet, außerdem werden Arbeitsprozesse simuliert und trainiert. Die Mitarbeiter werden in der Akademie darüber hinaus in den Bereichen Zukunftstechnologien, Qualitätsmanagement, Ergonomie und Vernetzung von Produktionsabläufen geschult.

Der Fiat Ducato 2018 – die neue Identität

Zwei Elemente beherrschen die Strategie von Fiat Professional: Konstante Verbesserung und Spezialisierung. Diese beiden Faktoren beeinflussen auch die Kommunikation in Marketing und Werbung sowie mit den Käufern von Freizeitmobilen. Speziell die Marketingstrategie durchlief im Laufe der Jahre einen Anpassungsprozess, weg von der reinen Produktbeschreibung hin zu einem 360-Grad-Angebot, das auch Serviceleistungen einschließt.

Heute positioniert sich Fiat Professional als „Leader in Freedom” mit Produkten und Dienstleistungen, die dem Kunden größtmögliche Freiheit und Flexibilität bieten. Fiat Professional beteiligt sich pro Jahr an rund zehn Fachmessen in ganz Europa und betreibt Werbung in zehn europäischen Ländern. Dabei kommen eine klar definierte visuelle Identität und die Kompetenz eines Allrounders zum Ausdruck, die für die Werte von Fiat Professional stehen.

Noch stärker als bisher verdeutlicht ein neues Markenlogo den Schwerpunkt von Fiat Professional bei Freizeitfahrzeugen. Die Publikumspremiere ist für die Fachmessen im August geplant. Ab diesem Zeitpunkt unterstreicht Fiat Professional seine Führungsrolle im Marktsektor der Freizeitfahrzeuge außerdem mit einer zielgerichteten Kommunikation, mit der die Gründung einer Marke innerhalb der Marke auch in der Öffentlichkeit dokumentiert wird. Für 2018 erwartet Fiat Professional, die Transporter-Sparte von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), ein Volumen von 120.000 Einheiten, ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzt sich der positive Trend der jüngeren Vergangenheit fort, in den letzten vier Jahren betrug die Steigerung insgesamt rund 50 Prozent.

Die Fiat Ducato-Generationen im Überblick

Modellgeneration 1 (Typ 280, 1981 bis 1990)

Eckig und kantig, aber technisch revolutionär: Die Erste Modellgeneration des Ducato geht 1981 an den Start. (Foto: Fiat Professional)
Eckig und kantig, aber technisch revolutionär: Die erste Modellgeneration des Ducato geht 1981 an den Start. (Foto: Fiat Professional)

Schon die erste Generation des Fiat Ducato überzeugte mit einem neuen technischen Layout. Die Bauweise ermöglichte eine deutlich bessere Raumnutzung als bei bis dahin verwendeten Konzepten. Dafür sorgten der Vorderradantrieb und ein vorne quer eingebauter Motor und Antrieb, der zusammen mit dem Tank in einem Modul im Führerhaus zusammengefasst wird. Die streng rechteckig gebaute Karosserie wurde vom Start weg in zwei Dachhöhen sowie in den Varianten Kastenwagen, Kombi, Bus und Pritsche angeboten.

Erstes Facelift 1984: Technisch überarbeitet und mit der Maxi-Version bis 3,5 t geht es weiter: Ein Concorde Alkovenmobil aus dem Jahr 1985. (Foto: Concorde)
Erstes Facelift 1984: Technisch überarbeitet und mit der Maxi-Version bis 3,5 t geht es weiter: Ein Concorde Alkovenmobil aus dem Jahr 1985. (Foto: Concorde)

Besonders komfortabel war die Busvariante Panorama mit Teppichboden sowie Zusatzheizung und einzeln verstellbaren Sitzen für die Passagiere. Zwei Radstände (2.923 und 3.653 Millimeter) führten beim Kastenwagen zu einem Ladevolumen von bis zu 9,8 Kubikmeter und zwei Nutzlastklassen (1,0 und 1,3 Tonnen) bei einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 2,8 Tonnen. 1984 wurde die erste Generation des Fiat Ducato technisch überarbeitet. Dank schräg gestellter Stoßdämpfer war der Laderaumboden nun durchweg flach. Bei der 1985 neuen Modellvariante Maxi waren bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen. Ab 1989 gab es den Fiat Ducato auch mit Vierradantrieb, der vom österreichischen 4×4-Spezialisten Steyr-Puch stammte.

Modellgeneration 2 (Typ 290, 1990 bis 1994)

Vom Kastenausbau bis zum stattlichen Alkoven: Der Fiat Ducato wird Nr. 1 in Deutschland als Basis für Reisemobile. Hier ein Knaus Traveller von 1991. (Foto: Knaus)
Vom Kastenausbau bis zum stattlichen Alkoven: Der Fiat Ducato wird Nr. 1 in Deutschland als Basis für Reisemobile. Hier ein Knaus Traveller von 1991. (Foto: Knaus)

1990 fand der erste Generationswechsel statt. Optische Erkennungszeichen waren unter anderem die in Details geänderte Front, die jetzt einteiligen Seitenfenster, die größeren Außenspiegel und beim Kastenwagen die größere seitliche Schiebetür. Die Leistung des 2,5-Liter-Turbodiesels stieg auf 70 kW (95 PS). Außerdem war erstmals eine weitere zukunftsweisende Antriebstechnologie verfügbar – der Fiat Ducato Elettra fuhr rein elektrisch. Ein dritter Radstand (3.200 Millimeter) ergänzte zusätzlich das Angebot. Erster Meilenstein: Am 1. Oktober 1991 rollte der 500.000ste Fiat Ducato rollte vom Band.

 

 

Modellgeneration 3 (Typ 230, 1994 bis 2002)

Der erste „runde“ Ducato der dritten Generation, hier ein Concorde Kastenwagenausbau aus dem Jahr 1995. (Foto: Concorde)
Der erste „runde“ Ducato der dritten Generation, hier ein Concorde Kastenwagenausbau aus dem Jahr 1995. (Foto: Concorde)

1994 präsentierte Fiat die dritte Modellgeneration. Aerodynamischer Feinschliff – der cw-Wert verbesserte sich von 0,47 auf 0,35 – und ein modernes Design verpassten der bis dahin kantigen Karosserie deutlich rundere Formen. Ab diesem Zeitpunkt waren außerdem drei unterschiedliche Dachhöhen lieferbar, womit sich das maximale Ladevolumen auf 12,0 Kubikmeter erhöhte. Außerdem etablierte der Fiat Ducato eine technische Neuerung, die heute als Standard bei Transportern gilt: den im oberen Bereich der Mittelkonsole platzierten Schalthebel.

Modellgeneration 4 (Typ 244, 2002 – 2006)

Mit neuem Interieur und Doppelscheinwerfer in Klarglasoptik: Das Facelift im Jahr 2004. (Foto: Fiat Professional)

Einen weiteren großen Schritt in Richtung Pkw-Komfort ging der Fiat Ducato 2002. Unter anderem Sitzhöhenverstellung und höhenverstellbares Dreispeichen-Lenkrad hielten Einzug. Auch motorenseitig entwickelte sich der Fiat Ducato weiter. Turbodiesel mit Commonrail-Einspritzsystem kombinierten ab 2002 hohe Leistung mit niedrigem Verbrauch. Der Fiat Ducato Bipower, der wahlweise mit Benzin oder Erdgas betrieben werden konnte, legte den Grundstein für die Position von Fiat Professional als Europas Marktführer bei Transportern mit Erdgas-Antrieb.

 

 

Modellgeneration 5 (Typ 250, 2006 – 2014)

Ducato zum Fünften: Eigenwillige Front und starke Multijet-Direkteinspritzer als Motoren. Hier ein Dethleffs Advantage aus dem Jahr 2010. (Foto: Dethleffs)
Ducato zum Fünften: Eigenwillige Front und starke Multijet-Direkteinspritzer als Motoren. Hier ein Dethleffs Advantage aus dem Jahr 2010. (Foto: Dethleffs)

Ab 2006 war die fünfte Modellgeneration des Fiat Ducato auf dem Markt. Sie wurde in zahlreichen Karosserievarianten für den Warentransport, als Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine und für den Personentransport angeboten. Zur Verfügung standen fünf Längen auf vier Radständen (3.000 bis 4.035 mm) mit einem Ladevolumen von bis zu 17 Kubikmeter. Die Motorenpalette bildeten drehmomentstarke Turbodiesel, die mit der weiterentwickelten Generation der Multijet Direkteinspritzung ausgerüstet waren.

 

Modellgeneration 6 (Typ 250/290, ab 2014)

Auch in der sechsten Generation unangefochten die Nummer 1 als Reisemobilbasis in Europa: Der Fiat Ducato. (Foto: Fiat Professional)
Auch in der sechsten Generation unangefochten die Nummer 1 als Reisemobilbasis in Europa: Der Fiat Ducato. (Foto: Fiat Professional)

Die zur Zeit aktuelle Generation des Fiat Ducato startete in der Emissionsklasse Euro 5 und wurde dann ab 2016 mit Euro 6 ausgeliefert. Fahrwerk und Chassis gewährleisten gerade für Reisemobile ein besonders sicheres und dynamisches Fahrverhalten. Außerdem sorgen innovative aktive und passive Sicherheitseinrichtungen dafür, dass die Passagiere die Fahrt entspannt und mit hohem Komfort genießen können. Zudem bietet der Ducato im Segment die höchste Achslasten (vorne bis zu 2,1 Tonnen, hinten bis zu 2,5 Tonnen) für Fahrzeuge mit einfacher Hinterachse die höchste Nutzlast. Erstmals gibt es den Ducato ab Werk mit Luftfederung an der Hinterachse. Auch eine Allrad-Version von Dangel steht als Option ab 2015 zur Verfügung, seit 2017 gibt es die 4×4-Version des Ducato ab Werk.

Sicher und komfortabel Reisen mit dem Basisfahrzeug Nummer 1 in der Reisemobilbranche: Der Fiat Ducato ist eine solide und sicher Basis. (Foto: det)
Sicher und komfortabel Reisen mit dem Basisfahrzeug Nummer 1 in der Reisemobilbranche: Der Fiat Ducato ist eine solide Basis. (Foto: det)

Und die siebte Generation des Erfolgsmodells von Fiat steht schon in den Startlöchern: Sie wird – so die Planungen – Ende 2019 kommen und den deutschen Mitbewerbern wieder gehörig Druck machen, um seinen ersten Platz im Reisemobil-Segment zu verteidigen. Gefeiert wir aber schon im Herbst diesen Jahres: Dann rollt nach 37 Jahren Produktionszeit der Baureihe der sechsmillionste Ducato vom Band.

Infos: Zur Webseite von Fiat Professional


Fiat Professional ist auf dem Caravan Salon 2018 in Düsseldorf in Halle 16 /Stand D 42 zu finden


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Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues