30 Jahre und vier Generation VW Transporter: Der VW California hat die Freizeit weltweit mobil gemacht. (Foto: Werk)

30 Jahre und vier Generationen VW Transporter: Der VW California hat die Freizeit weltweit mobil gemacht. (Foto: Werk)

Die große Story – 30 Jahre VW California

Hersteller, Historisches, Volkswagen

Haben Sie Lust eine tolle Story über eine große Autolegende zu lesen? Wir bieten mal wieder eine gut recherchierte Lese-Geschichte mit Tiefgang statt hektischer Wortfetzen bei Twitter & Co.

Stellen Sie ihr Handy ab und machen Sie es sich auf dem Sofa gemütlich. Gönnen Sie sich noch einen dampfenden Pott Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk und schauen Sie sich die Geschichte des VW California an. Ein Fahrzeug, dass ganze Generationen von Menschen in die Welt hinaus begleitet hat. Immer mit seinem eigenen Charme und einer Lässigkeit, die ihn bis heute zu einem sehr beliebten Reisegefährten macht.

Nun beginnt die große VW-California-Story

Vor exakt 30 Jahren kam der erste California auf den Markt. Es war der Start einer einzigartigen Erfolgsgeschichte – die Geschichte eines Reisemobils, dass zur Ikone wurde. Mehr als 157.500 Exemplare des California verließen bislang die Werke. Allesamt Allrounder. Camper für die kleinen und großen Reisen im Leben und gleichzeitig Vans für die Abenteuer des Alltags.

Vier Generationen entstanden bisher. Ein wichtiges Detail zieht sich dabei als gemeinsamer Nenner durch alle Zeiten: Das Aufstelldach. Ein Zelt in fast zwei Metern Höhe. Mehr braucht es nicht, um als California-Reisender zu sagen: „Home is where we park our camper”.

Obwohl sich die Technik von Generation zu Generation mitunter revolutionär weiterentwickelte, blieb Volkswagen Nutzfahrzeuge der konstruktiven DNA des ersten California bis heute treu. Zu dieser DNA gehört die generelle Eigenschaft, dass der California auf einer vergleichsweise kompakten und damit alltagstauglichen Grundfläche eine höchst clevere Raumnutzung bietet. Die perfekt durchdachten Detaillösungen an Bord des Reisemobils gleichen deshalb eher denen einer kleinen Segelyacht, als den Features eines konventionellen, großen Wohnmobils.

Aus dieser Perfektion im Detail entwickelte sich eine eigene Philosophie des Reisens, ja eine Lebenseinstellung – ein Plädoyer für die Freiheit: Während die Eigner großer Wohnmobile in der Regel auf maximalen Komfort setzen und ihr Gefährt wie ein Eigenheim auf Rädern betrachten, steht für die Fans des California immer die größtmögliche Freiheit im Fokus. Die Freiheit, mit dem Reisemobil auch kleinste Wege, Gassen, Stellplätze und Städte meistern zu können; die Freiheit, von einer Minute zur nächsten aufzubrechen und das nächste Ziel anzusteuern; die Freiheit, einen Wagen, der für Globetrotter erfunden wurde, auch zwischen zwei Reisen als Van und damit als tägliches Allround-Fahrzeug einsetzen zu können. Der California von Volkswagen Nutzfahrzeuge ermöglicht jede dieser Freiheiten. Und das macht ihn seit drei Jahrzehnten zum Reisemobil mit Kultstatus.

Retrospektive – Transporter als bestmögliche Basis

Alle California basieren auf dem Transporter, alias Bulli – ein Auto, das zur Design-Ikone und Blaupause aller Vans wurde, weil kein Millimeter Raum verschwendet wird. Die Generationen des Transporters von Volkswagen Nutzfahrzeuge und damit auch die des California werden in T1 bis aktuell T6 Volkswagen Nutzfahrzeuge eingeteilt. Die ersten Reisemobile mit den Genen des Transporters wurden ausschließlich von Drittanbietern konzipiert. Der bekannteste von ihnen ist der deutsche Aufbauhersteller Westfalia, der unter anderem den „Joker“ im Programm hatte. In Kooperation mit Westfalia entstanden auch die zwei ersten Generationen des California: Der T3 (1988 bis 1990) und der T4 (1990 bis 2003). 2004 folgte die Markteinführung des bis 2015 gebauten T5, 2015 die des aktuellen T6.

Der California T3 wurde nur drei Jahre gebaut – T4 und T5 jeweils mehr als ein Jahrzehnt

Der California T3 debütierte bereits gegen Ende des Lebenszyklus der dritten Transporter-Generation. Deshalb wurde er lediglich drei Jahre gebaut. Den Nachfolgern T4 und T5 indes war eine sehr lange Bauzeit von jeweils mehr als einem Jahrzehnt vergönnt – ein Spiegelbild ihres Erfolges und ihrer ausgereiften Eigenschaften. Fakt ist, dass die California aller Zeiten niemals zu gewöhnlichen Gebrauchtwagen wurden, sondern – oftmals über Dekaden im Familienbesitz – zu Klassikern ihrer Epochen reiften. In Deutschland erhalten die ersten California T3 gerade den Status des Oldtimers – „geadelt“ mit einem H-Kennzeichen. Die Chancen stehen gut, dass auch die folgenden Generationen diesen Status erreichen werden. Denn wie sonst nur einige besondere Sportwagen und Cabriolets, genießen alle California – gesellschaftsübergreifend – Kultstatus. Und der ist absolut zeitlos.


California T3 – 1988 bis 1990

Die Geschichte des California beginnt 1988. Mit einem Reisemobil-Sondermodell auf der Basis der dritten Transporter-Generation. Gemeinsam mit Westfalia entwickelt und dort im deutschen Rheda-Wiedenbrück auch gebaut, wird dieser erste California auf dem Caravan Salon in der Ruhrgebietsmetropole Essen präsentiert. Es ist ein Jahr, durch das Whitney Houston die Reisenden weltweit mit dem inoffiziellen Song der Olympischen Spiele in Südkorea „One Moment in Time“ begleitet und George Michael einen Hit nach dem anderem aus seinem Album „Faith“ auskoppelt. Tom Cruise und Dustin Hoffman brillieren derweil in „Rain Man“.

Westfalia bringt das Modell Joker

Auf dem Caravan Salon indes kann und will der neue California T3 nicht verleugnen, dass sein Konzept das bewährte Technik- und Ausstattungslayout des Westfalia Joker nutzt. Optisch differenziert sich das zunächst in der Auflage limitierte Sondermodell unter anderem über die wuchtigen Stoßstangen des exklusiven Multivan Carat von den Westfalia „Joker“-Modellen. Bestellt werden kann der California in den zwei Farben „Pastellweiß“ und „Marsalarot“. Sitze und Rückbank sind mit einem hellgrauen Gitterpunkt-Velours bezogen. Die Interieur-Designer zeigen mit der aus dem Joker adaptierten, weißgrauen und sehr klaren Küchenzeile zudem Stilbewusstsein.

Allerdings verlässt der neue California ohne die beim Joker übliche Isolier-Doppelverglasung das Werk. Dafür kostet er mit 39.900,- DM rund 10.000,- DM weniger als das Westfalia-Modell und entwickelt sich auch deshalb sofort zum Bestseller – bereits im ersten Jahr verkauft Volkswagen 5.000 Exemplare des California. Der ist alternativ zum Aufstelldach optional auch mit Hochdach und großem Panoramafenster erhältlich. Wer sich für das Aufstelldach entscheidet, liegt nachts auf einer Fläche von 1.850 x 1.220 Millimeter und schaut durch das große Frontfenster des Faltenbalgs und ein Moskitonetz in die Sterne; fällt die Entscheidung für das Hochdach, steht eine Liegefläche von 1.940 x 1.160 Millimeter zur Verfügung.

Während das Hochdach bei Dauerregen und unangenehmen Temperaturen handfeste Vorteile hat, punktet das Aufstelldach durch die niedrigere Gesamthöhe des California (2.080 zu 2.610 Millimeter), der damit praktisch in jede private Garage und in viele öffentliche Parkhäuser passt. Dieser Vorteil sollte später dazu führen, dass Volkswagen Nutzfahrzeuge den California ab der Generation T6 werksseitig ausschließlich mit Aufstelldach anbieten wird.

Woher kam eigentlich der Name “California”?

Heute nicht mehr vollständig klären lässt sich, wie es zum Namen „California“ kam. Fakt ist, dass die Bezeichnung „California“ zuerst nur die des Sondermodells ist. Im Herbst 1989 folgt eine luxuriösere Version des Reisemobils, die „Atlantic“ heißt (und optional im Gegensatz zum California auch mit Allradantrieb erhältlich ist). Schleichend wird in der Folgezeit aus dem Sondermodell „California“ die neue Reisemobil-Baureihe California. Auf jeden Fall zeichnet den ersten California eine Innenraumaufteilung und Dachkonstruktion aus, die in ähnlicher Form bis heute Bestand hat: Vorn gibt es drehbare Einzelsitze, hinten eine Klappsitzbank, die zur 1.880 x 1.200 Millimeter großen Liegefläche ausgebaut werden kann.

Die komplette Fahrerseite ist in Längsrichtung mit dem Küchenblock (mittig ab der B-Säule) bestückt; diese Aufteilung – „Berlin“ genannt – war bereits mit dem „T2“ erfunden worden. Im T3 gehören zu dieser mobilen Küche ein Kühlschrank (der elektrisch und per Gas betrieben werden kann), ein zweiflammiger Gaskocher und eine Nirosta-Spüle. In Richtung Heck gibt es weitere Schränke. Die Gastankanlage, eine Standheizung, der 220 Volt-Anschluss, eine separate Batterie für den Wohnbereich sowie Frisch- und Abwassertank sorgen dafür, dass sich immer mehr Camper-Freunde die Qualitäten des California für entdecken. Bis zum Produktionsende (1990) entscheiden sich rund 22.000 Reisemobilisten für einen der bis zu 82 kW / 112 PS starken California T3.


California T4 – 1990 bis 2003

Der Wechsel vom T3 zum T4 gleicht im August 1990 einer technischen Revolution. Denn nach vier Jahrzehnten heckgetriebener Transporter mit Vierzylinder-Boxermotoren drehen die Nutzfahrzeugspezialisten von Volkswagen den Spieß einfach um: Sie setzen den Motor nach vorn und treiben von dort aus die Vorderachse an. Damit ändert sich alles: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Innenraumlayout. Denn dort, wo beim T3 noch der Boxermotor einiges vom Stauraum im Heck beanspruchte, gibt es nun sehr viel Platz. Ein bisschen davon beanspruchen die neue Schräglenkerhinterachse und der optionale Allradantrieb („syncro“) für sich, doch der Rest kann voll dem Laderaum zugeschlagen werden.

Vorn indes wächst der T4 in die Länge, um dort ausreichend Raum für die Vier- und Fünfzylinder-Reihenmotoren sowie bessere Crasheigenschaften zu schaffen. Im zweiten Produktionsjahr startet der T4 auch als California mit Aufstelldach durch.

Produziert wird er wie der California T3 bei Westfalia. Slogan der Anzeigenmotive zur Markteinführung im Jahre 1990: „Hotel California. Ruhige Lage, komfortable Ausstattung, Panorama garantiert.“

Die Eagles hatten „Hotel California“ 1976 veröffentlicht. Und natürlich passt der Song auch 15 Jahre später noch perfekt zum Lebensgefühl an Bord eines Reisemobils, das mit der neuen Generation in praktisch allen Punkten verbessert worden war. Wobei das Lied selbst per nun erhältlichem CD-Player eingespielt werden muss, da Klassiker wie „Hotel California“ im Radio 1976 von den Scorpions mit „Wind of Change“ aus den Sendern gefegt werden.

Noch immer – und das ist im Hinblick auf die Raumnutzung gut so – dominiert das „Berliner“ Layout den Bereich hinter dem erneut drehbaren Fahrer- und Beifahrersitz: Küchenblock und Schränke auf der Fahrerseite; also gegenüber der Schiebetür. Der via Zusatzbatterie oder externer Stromversorgung betriebene Kompressor-Kühlschrank rückt indes weiter nach hinten; der Inhalt wird nun von oben und nicht mehr per Tür nach vorn entnommen.

Der California enwickelt sich zum Hightech-Komfort-Reisemobil

Das sorgt für mehr Bewegungsfreiheit im Sitzbereich. Parallel entwickelt sich der California mehr und mehr zum Hightech-Komfort- und Sicherheits-Reisemobil mit Frontairbags, elektronischen Differenzialsperren, erstmals auch ESP und einem Radio-Navigationssystem. Optionale Features wie eine Heckdusche steigern den Komfort. Von innen schauen die zwei Reisenden im Fond nicht mehr durch kratzempfindliche Kunststoff-Isolierfenster nach draußen, sondern durch serienmäßige Thermopen-Fenster. Serienmäßig ist auch der neue California mit einem Aufstelldach ausgestattet. Und wieder bleibt er unter der 2,0-Meter- Marke für die Höhe, um in privaten Garagen und öffentlichen Parkhäusern ein Dach über dem Dach zu bekommen. Parallel gibt es erneut eine Hochdachversion mit einem nun nach vorn hin über die Windschutzscheibe ragenden Alkoven.

1992 wird der California zum California Coach. Zu erkennen ist der – als Version mit Aufstelldach – unterem anderem am jetzt verblechten Fensterausschnitt zwischen C- und D-Säule auf der Fahrerseite, da dort von innen der Schrank angeordnet ist. Gleichzeitig halten erstmals zwei California mit verlängertem Radstand und Hochdach (mit einer Art Alkoven nach vorn hin) Einzug in das Programm: Der California Club (mit Spüle und Kocher im Heck sowie zusätzlichen Schränken auf der Beifahrerseite) und der California Tour mit klassischem „Berliner“ Interieur-Layout (analog zum California Coach). 1994 debütiert eine neue Hochdachversion mit Normalradstand: Zum 150-jährigen Jubiläum von Westfalia entsteht das auf 500 Exemplare limitierte Sondermodell California Highway – mit einem aerodynamischeren Hochdach ohne Alkoven und einer individualisierten Ausstattung.

Nachdem der “Highway” ausverkauft ist, wird dessen Compact-Dach fortan auch für den „normalen “ California Coach angeboten. Im selben Jahr melden sich übrigens auch die Eagles zurück und präsentieren mit „Hell Freezes Over“ eines der besten Live-Alben aller Zeiten; ein Höhepunkt ist dabei die 7:12 Minuten lange Version von „Hotel California“. Neuer Höhepunkt im Programm der Reisemobile ist ab 1995 indes der California Exclusive mit Hochdach, langem Radstand und einer Nasszelle samt WC und Klappwaschbecken. 1996 folgt eine komplette Überarbeitung der gesamten T4-Generation und damit auch der California-Palette.

Kurzer Radstand, langer Radstand. Alles geht.

Zur Abgrenzung gegenüber den Nutzfahrzeugen im Transporter-Programm bekommen alle Caravelle, Multivan und California dabei auch eine modifizierte, edlere Frontpartie. Gleichzeitig wird das Angebotsspektrum neu gegliedert und dadurch übersichtlicher: Fortan gibt es den California Coach mit kurzem Radstand mit dem klassischen Aufstelldach (mit Dachbett) sowie den zwei festen Hochdächern in den Versionen Compact (ohne Dachbett) und Alkoven (mit Dachbett). Darüber hinaus bleibt das Spitzenmodell der California Exclusive mit langem Radstand inklusive Heckküche und Nasszelle.

Parallel präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge Jahr für Jahr veredelte Sondermodelle. Einige Beispiele sind dafür sind der California Biker (1995), der California Beach (1996), der California Advantage (1999), der California Event zum 50. Jubiläum der Volkswagen Reisemobile (2001) und – als finale Edition – der California Freestyle (2002). Serienmäßig wird er unter anderem mit Metallic-Lackierung, Klimaanlage, Heckklappen-Träger für vier Fahrräder und einem exklusiv veredelten Interieur ausgeliefert. Insgesamt verlassen bis zum Modellwechsel im Jahr 2003 rund 39.000 der bis zu 150 kW / 204 PS starken California T4 die Produktionsanlagen von Westfalia in Rheda-Wiedenbrück. Das Gros dieser Reisemobile ist auch heute noch auf den Straßen der Welt unterwegs.


 California T5 – 2004 bis 2015

Im Frühjahr 2003 präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge auf der Automobil International (AMI) in Leipzig die neu entwickelte fünfte Transporter-Generation – kurz T5 genannt. Wie der T4, so hat auch der T5 Frontmotoren und Frontantrieb. Optional ist der T5 zudem mit dem neu entwickelten Allradantrieb 4Motion erhältlich, bei dem die Antriebskraft stufenlos über eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt wird. 4Motion löst damit den Allradantrieb syncro ab, der im T4 ein weniger sparsames System mit Visco-Kupplung nutzte. Darüber hinaus ist der längere Vorderwagen auffallend, der innen mehr Raum für ein Pkw-ähnliches Cockpit mit großem Infotainmentsystem und eine verbesserte Crashsicherheit bietet. Im Mai 2003 fahren die ersten T5 als Multivan und Transporter zu den Händlern.

Weltpremiere des California T5 auf dem Caravan-Salon

Die Weltpremiere des neuen California feiert Volkswagen im Spätsommer auf dem Caravan-Salon. Im Folgejahr kommt der California T5 auf den Markt. Angeboten wird er zunächst in den zwei Ausstattungsversionen „Trendline“ und „Comfortline“. Beide Ausstattungslinien können mit elektrohydraulisch betätigtem Aufstelldach (Serie) und (ab 2005) mit Hochdach bestellt werden. Der edlere California Comfortline ist zudem mit der Pkw-ähnlichen Instrumententafel des Multivan (statt der des Transporters) ausgestattet. Produziert wird der neue California nun erstmals von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Dabei werden die im Hauptwerk (Stadtteil Stöcken) hergestellten Basisfahrzeuge in eine eigens neu errichtete Fertigungsanlage (Stadtteil Limmer) gebracht. Dort erfolgt der komplette Ausbau zum Reisemobil.

Auch der Prospekt des dritten California macht mit einem direkten Bezug zum Welthit der Eagles Lust auf das neue Modell: „Welcome to the Hotel California“. Direkt danach folgt die Positionierung der neuen Generation:

„Millionen Kilometer. Ungezählte Sonnenaufgänge und Stunden an traumhaften Orten in der ganzen Welt – seit Jahrzehnten haben viele Menschen mit dem California auf ihren Reisen großartige Erfahrungen gemacht. Erfahrungen, die, neben vielen innovativen Ideen, mit in die Entwicklung der jüngsten Generation des California eingeflossen sind. Das Ziel unserer Konstrukteure? Nichts weniger als das perfekte Reisemobil.“

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen kann: Der Erfolg der dritten Generation wird den eigenen Anspruch – das perfekte Reisemobil zu bauen – bestätigen: Mit 54.000 verkauften Exemplaren bis 2015 wird sich der California T5 zur bis dato erfolgreichsten Generation dieser Baureihe und parallel zum erfolgreichsten Reisemobil seiner Klasse auf dem Weltmarkt entwickeln.

Die Zutaten dazu liefert – neben den neuen Antriebs-, Sicherheits-, Komfort- und Infotainment-Technologien – die komplett neu entwickelte Reisemobil- Ausstattung. Außen wie innen ist der neue California noch einmal besser durchdacht. Außen gibt es nun zum Beispiel ein aus Aluminium (statt GfK) gefertigtes und erstmals elektrohydraulisch bedienbares Aufstelldach. Ebenfalls in leichter aber stabiler Aluminium-Bauweise gefertigt sind jetzt auch die Schränke im Innenraum. Beispiel Heckklappe: Dort integriert Volkswagen Nutzfahrzeuge zwei Campingstühle. Folge: Ankommen, Heckklappe öffnen, Reißverschluss öffnen, Stühle raus. Fertig. Der passende Tisch dazu befindet sich in der Schiebetür.

Detaillösungen machen den California zum perfekten Reisebegleiter

Es sind diese kleinen Detaillösungen, die den California bis heute zum perfekten Reisebegleiter machen. Perfektion prägt auch den Innenraum: Komplett neu entwickelt hat VW die Inneneinrichtung samt kompletter Sitzanlage, die wieder im typischen California-Layout ausgeführte Küchenzeile und die Schlafbereiche. Je nach Ausstattung überzeugt der California dabei mit Features wie einem bequemen Lattenrost in der „ersten Etage“, diversen kleinen Beleuchtungen im Innenraum, einer Leselampe im Aufstelldach, den in die Wohnbereichsfenster sowie die in den A-Säulen der Windschutzscheibe integrierten Rollos, einem neuen Dachstaukasten im Heck, einem ausklapp- und verschiebbaren Tisch im Küchenbereich, einer jetzt 42 Liter großen Kühlbox oder einem Minitresor tief unten im Schrank.

Mit dem neuen Modell ist optional zudem erstmals ein multimediales Infotainmentsystem an Bord. Es ist nicht nur Navigationssystem, sondern auch DVD-Player, Fernseher, Telefon und Schnittstelle zur Integration eines Apple iPod. Was heute selbstverständlich anmutet, ist 2004 ein großer Schritt in die Zukunft. Handfeste praktische Vorteile hat indes die optionale Rückfahrkamera, deren Bild ebenfalls im Display des Infotainmentsystems angezeigt wird. Neu entwickelt hat Volkswagen Nutzfahrzeuge zudem das „zentrale Bedienfeld“ in der Dachkonsole, über das diverse Parameter wie der Batterieladezustand und der Betriebszustand von Kühlbox und Wassertanks kontrolliert sowie die Funktion des Aufstelldaches und der Standheizung bedient werden.

Außen perfektionieren ein Fahrradträger für vier Bikes (an der Heckklappe), verschiedene Dachträgersysteme, ein Heckzelt (auch als Duschkabine nutzbar) und eine Markise die Reiseausstattung. Immer wieder bereichert Volkswagen Nutzfahrzeuge das California-Programm zudem um attraktive Sondermodelle. Das erste debütiert 2006: Der California Sonora, benannt nach einem Wüstenstaat. Von außen ist das Sondermodell an seiner Zweifarblackierung zu erkennen: Das Dach ist dabei immer in Silber-Metallic ausgeführt. Weitere Kennzeichen: Nahezu Vollausstattung und ein exklusives, vierteiliges Taschenset. 

Limitierte Sonderserie: Der California NoLimit

Nochmals individueller ausgestattet ist der zunächst als Designstudie präsentierte California NoLimit. Im Juli 2007 kommt die auf 222 Exemplare limitierte Sonderserie auf den Markt. Nie zuvor war ein California individueller und edler konzipiert. Außen ist der NoLimit an der Sonderfarbe „Campanella-Weiß“, elegant-weißen Schutzleisten mit Chrom-Applikationen, 18-Zoll- Leichtmetallrädern (AZEV-Sportedition „R“), Bi-Xenonscheinwerfern sowie abgedunkelten Rückleuchten und einer Privacy-Verglasung zu erkennen. Innen setzt sich das Exklusivmodell unter anderem über eine Leder-Alcantara-Ausstattung, Teppiche und Alcantara-Schlafauflagen in „Dattelbraun“ und weißglänzend lackierte Schränke der kompletten Küchenzeile in Szene. Ebenfalls serienmäßig: Eine elektronische Vollausstattung inklusive Navigationssystem, Apple iPod (30 GB), 10-Zoll-Multimediaplayer, Telefon-Schnittstelle und Multifunktions-Lederlenkrad. Auf der Beifahrerseite ist zudem die individuelle Seriennummer – 1 bis 222 – des jeweiligen „NoLimit“ zu finden. Preis des California NoLimit in Deutschland: ab 69.996,- Euro.

Doch Volkswagen Nutzfahrzeuge hat auch 2007 alle Kunden im Blick und bietet noch im selben Jahr am anderen Ende des Programms ein neues Einstiegsmodell an: Den California Beach – wahlweise mit oder ohne manuell betätigtes Aufstelldach, aber immer ohne Küchenzeile (Preis in Deutschland unter 31.000,- Euro). Das große Spektrum – vom günstigen Beach bis zu den Topversionen – macht den California mehr denn je zum klassenlosen und in allen Gesellschaftsschichten anerkannten Allrounder. Der Erfolg ist messbar: 2008 feiert Volkswagen Nutzfahrzeuge den 80.000sten California seit 1988. Ebenfalls 2008 debütiert zudem erneut ein Sondermodell California Biker –natürlich mit serienmäßigen Fahrradträger für die Heckklappe.

Und noch eine Sonderauflage: Der exklusive California Black Edition

Im Mai 2009 präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge dann die auf 50 Exemplare limitierte California Black Edition – außen schwarz gehalten sowie mit einem großen Chrompaket, 18-ZollRädern und Bi-Xenonscheinwerfern ausgestattet, innen mit Leder-Alcantara und weißen Schränken veredelt, empfiehlt sich der California Black Edition als ein Seelenverwandter des California NoLimit. Im Herbst 2009 folgt ein großes Facelift. Volkswagen stellt das Update des T5 den internationalen Medien in Rom vor. Vor allem das neue Design der Frontpartie fällt außen auf. Antriebsseitig werden alle Turbodiesel-Einspritzer von Pumpe-Düse auf eine neue Vierzylinder-Common-Rail-Generation mit bis zu 132 kW / 180 PS umgestellt.

Statt einer Automatik kommt fortan ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zum Einsatz, das sich jetzt auch mit dem Allradantrieb 4Motion kombinieren lässt. Der neue Side Assist warnt zudem vor Fahrzeugen im toten Winkel. Im Interieur kommen unter anderem neue Instrumente, neue Radio- und Infotainmentsysteme sowie neue Bedienelemente für die Klimasteuerung zum Einsatz. Alle diese Details fließen natürlich auch in die 2010 folgenden California-Modelle „Beach“ (jetzt serienmäßig mit manuell betätigtem Aufstelldach und vollverkleidetem Innenraum) und „Comfortline“ ein, deren Sitzbezüge und Dekore ebenfalls aktualisiert werden.

Im Spätsommer 2012 präsentiert Volkswagen auf dem schon seit Jahren in Düsseldorf stattfindenden Caravan Salon eine weitere Exklusivversion des Reisemobils: Den California Edition mit mattschwarz lackiertem Innenteil des Aufstelldaches und weiteren schwarzen Karosseriedetails. Bestellt werden kann der California Edition in den Exterieur-Farben „Candy-Weiß“, „Salsa Red“ und „Reflexsilber“. Wie der „NoLimit“ von 2007 und der „Black Edition“ von 2009, ist auch der „Edition“ von 2012 innen mit komplett weißen Küchen- und Schrankelementen ausgestattet – eine besonders edle Interieur-Version. 2013 folgt das zum 25. Geburtstag präsentierte Sondermodell California Generation.

Neben dem Schriftzug „Generation“ an Heck und Seitenschwellern sowie den beleuchteten Trittstufen in den Türeinstiegen wird das Sondermodell unter anderem durch eine Privacy-Verglasung, 17-Zoll-Leichtmetallräder und eine graue Leder-Alcantara-Ausstattung veredelt. Nur ein Jahr später zeigt Volkswagen Nutzfahrzeuge auf dem Caravan Salon ein weiteres Exklusivmodell. Auflage: Ein Exemplar. Grund: Der in „Natural Grey“ lackierte California Comfortline – ausgestattet mit 140-PS-TDI und 7-Gang-DSG – ist der 50.000 California auf der Basis des T5 aus Hannover.


California T6 – seit 2015

Im Sommer 2015 präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge die sechste Generation des Transporters und damit auch einen neuen California. Angeboten wird das Reisemobil zum Marktstart im Juni in den drei Ausstattungsversionen „Beach“, „Coast“ und „Ocean“. Äußere Kennzeichen: Eine komplett neu gestaltete Frontpartie, die mit ihrer markanten Einheit aus Kühlergrill und LED- Scheinwerfern (ausstattungsabhängig) die Design-DNA des California in die Neuzeit transferiert. Nichts anderes gilt für die neu designte Heckpartie mit ihren LED-Rückleuchten (ebenfalls ausstattungsabhängig). Neu sind zudem das Felgenprogramm und das Spektrum der Farben. Novum: Erstmals seit Jahrzehnten gibt es wieder Zweifarblackierungen – eine Hommage an den T1. Statt aus Baumwolle besteht der Faltenbalg nun zudem aus einem synthetischen Stoff (statt Baumwolle), der wasserdichter und widerstandsfähiger ist.

Alles neu: Frontpartie, Heckpartie, Farbgebung, Felgen, Zweifarblackierung, Instrumententafel

Innen komplett neu entwickelt: Die Instrumententafel. Je nach Version abgestimmt auf die Farben des Exterieurs und Faltenbalgs, wird auch die Querspange des Cockpits farblich individualisiert. Insgesamt sechs Lacke stehen für die Applikation in der Instrumententafel zur Verfügung: „Kirsch-rot“, „Anthrazit Metallic“, „Bambusgarden Green“, „Mojave Beige“, „Acapulcoblau“ und „Black Glossy“. Neue Böden in Holzoptik, neue Stoff- und Alcantara-Leder-Bezüge der Sitze und Schlafbereiche sowie neue Dekore für die Küchenzeile und Schränke (in „Dark Wood“ und „White Wood) perfektionieren das Interieur weiter. Perfektioniert wird der California T6 auch im Detail: Verbesserungen fließen zum Beispiel in die Führungen der Rollos und der Schiebetür ein; eine Magnettaschenlampe im Sockel des Beifahrersitzes wird dort während der Fahrt geladen und dient parallel als Nachtlicht.

Technisch setzt sich der neue California mit nochmals sparsameren Motoren, neuen Infotainmentsystemen mit Smartphone-Integration via App („App-Connect“ für Apple und Android) sowie einer ganzen Armada von Assistenzsystemen in Szene. Dazu gehören das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ samt „City-Notbremsfunktion“, die „Multikollisionsbremse“ zur Verhinderung von Folgeunfällen, die „Müdigkeitserkennung“, die „Automatische Distanzregelung ACC“, ein „Bergabfahrassistent“ (für 4Motion), die automatische Fernlichtregulierung „Light Assist“ und der Spurwechselassistent „Side Assist“.

Als weitere Neuheit kann ab 2016 auch der Faltenbalg des Aufstelldaches alternativ zu Grau („Alpin Grey“) in Rot („Strawberry Red“) und Blau („Glacier Blue“) bestellt werden. 2017 entwickelt Volkswagen Nutzfahrzeuge die Reisemobil-Ikone ebenfalls weiter. Neu an Bord ist nun das optionale „Innenleuchtenkonzept Camper“: In der exklusiven Ausstattungsversion „Ocean“ sind dabei zusätzlich eine Ambientebeleuchtung (rund um den Küchenblock), eine Beleuchtung im Kleider- und Unterschrank sowie eine LED-Beleuchtung für die Heckklappe und den Schlafraum im Aufstelldach an Bord.

Darüber hinaus verbessern weitere Ablagen, neue Handtuchstangen und eine nun drei- statt zweigeteilte Glasarbeitsfläche (als zusätzliche Abtropffläche beim Spülen nutzbar) über Kühlschrank, Gaskocher und Spüle die Nutzbarkeit der bis in das kleinste Detail durchdachten Küche.

Fazit:

Die permanente Optimierung des nun in der vierten Generation angebotenen California spiegelt sich auch in Verkaufszahlen wider: 2017 stellt der California T6 mit 15.155 ausgelieferten Neuwagen einen neuen Absatzrekord auf. Rund 37.000 California der neusten Generation wurden insgesamt bislang verkauft. Seit der Vorstellung des ersten California T3 sind es wie skizziert 157.500 Exemplare. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich vor allem eines: Eine verdammt große Menge glücklich und frei verbrachter Sommer.

VW California: Was für eine tolle Geschichte.

Infos:  Zur Webseite vom California bei Volkswagen Nutzfahrzeuge

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues

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