Die Altmark ist ein Radlerparadies mit vielen bekannten Radwanderwegen: Entspannen an Havel und Elbe in Havelberg. (Foto: IMG)

Die Altmark ist ein Radlerparadies mit vielen bekannten Radwanderwegen: Entspannen an Havel und Elbe in Havelberg. (Foto: IMG)

Geheim-Tipp Altmark Teil 2 – Mit dem Wohnmobil unterwegs an Havel und Elbe

Deutschland, Freizeit, Reise, Tipp, Tischer, Tourismus, Umwelt

Die Region in Sachsen-Anhalt war bisher ein absoluter Geheim-Tipp für Mobilisten, die Natur, Ruhe, Entspannung und viel Kultur suchen. Sie soll nun zu einem reisemobilfreundlichen Hot-Spot für nachhaltigen Tourismus werden. Das D.C.I. unterstützt den Start der Kampagne mit einem Image-Video einer Reisemobil-Tour durch diese tolle Region. In Teil 2 unserer Serie erkunden wir ein besonderes Naturschutzgebiet: Den Elberadweg und wir besuchen die sehenswerte Hansestadt Havelberg.

Nachdem wir mit dem Tischer PickUp die Region um Salzwedel und den Arendsee besucht haben, geht es nun in nord-östlicher Richtung an die Elbe und das ehemalige Grenzgebiet.

Wir sind am Grünen Band an der Grenz-Gedenkstätte in Stresow. Am 3. Oktober jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal. Grund genug, gerade hier an diesem historischen Ort mit direktem Blick auf die martialischen Sperranlagen der ehemaligen innerdeutschen Grenze einmal innezuhalten und zu reflektieren. Alles Genörgel und Gemeckere, Ossi hin, Wessi her: Die üble Grenze ist weg, uns geht es relativ gut in allen Teilen der Republik und mit Respekt und auf Augenhöhe schaffen wir auch den Rest!

Rüdiger Kloth, Verbandsgemeindebürgermeister von Seehausen hat uns die Gedenkstätte und das Umland nahegebracht und gibt noch einen guten Tipp: Die sehenswerte Bockmühle von Wanzer, einige Kilometer östlich von Stresow. Da der bekannte Elberadweg hier unmittelbar vorbei führt, planen wir eine kleine Rad-Tour mit E-Bikes zur Mühle und können unsere Wohnmobile bequem am großen Parkplatz der Gedenkstätte abstellen. Wir umkurven den kleinen Stresow-See und genießen die ruhige Natur im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Wohnmobil – Fahrrad – Altmark – eine geniale Kombination

Die Altmark prägen etliche schöne Fahrradwege, auf denen man eine fast meditative Ruhe genießen und dabei Natur und Kultur entdecken kann. Mit kaum einem Verkehrsmittel kann man sich so umweltfreundlich fortbewegen wie mit dem Fahrrad. Die meisten Wohnmobil-Touristen haben ihre Räder an Bord und wenn nicht, kann man für Touren überall entlang der Radwege Fahrräder ausleihen. Die Altmark ist perfekt für Radtouren und nicht nur wegen des Elberadwegs sehr beliebt. Das Land ist flach, es gibt kaum Hügel und so kann man auch als ungeübter Radler ganz gut Strecke machen. Die Abwechslung zwischen Landstraße, Radweg und naturbelassenen Wegen macht so einen Radausflug auch spannend. Genau wie die einzigartige Natur und der Charme der Dörfer und landwirtschaftlichen Flächen. Einige von Deutschlands beliebtesten Radwanderweg, wie der Elberadweg, der Altmarkrundkurs oder Strecken wie die Milde-Biese-Aland-Tour, der Havelradweg, der Reformationsradweg sowie der Vier-Länder-Grenzradweg zwischen Wendland und Altmark bieten sich hier mit relativ einfachen Wegprofilen zu entspannten Rad-Touren an.

Handfester Ausflug in die Vergangenheit – Die Bockmühle Wanzer

Seit 1611 ist Wanzer als Mühlenstandort bekannt. Am Platz der heutigen Mühle, auf dem Mühlenberg am Alanddeich, stand bis 1946 die Marten-Mühle. An diesem historischen Ort hat der Mühlenverein des kleinen Dorfes mit unglaublichem Engagement die heutige Bockwindmühle in den Jahren 2001 bis 2007 wiedererrichtet, partiell aus Teilen einer zweiten Mühle, die ursprünglich am anderen Ende des Dorfes bis in die 1950er Jahre ihren Dienst tat. Die heutige, voll funktionsfähige Bockwindmühle hat nicht nur eine beeindruckende Größe, sondern auch ein äußerst spannendes Innenleben, das man bei einer Mühlenführung hautnah kennenlernen kann. Vom Mühlenberg gelangt man über eine Treppe in den Mühlengrund, einem idyllischem Rastplatz mit direktem Blick auf Windmühle und Storchenhorst. Die Sitzgruppen wurden aus Mühlsteinen und Balken der abgebauten Mühle gestaltet und vermitteln echtes „Mühlen-Feeling“ bei einer gemütlichen Pause im Grünen.


Bockwindmühle Wanzer
Windmühlen- und Heimatverein Garbe e.V.
Dorfstraße 24, 39615 Aland OT Wanzer
Tel. 039395/81280
E-Mail: muehlenverein@wanzer.de
www.wanzer.de/muehlenverein
Ansprechpartner: Familie Buck
Öffnungszeiten:
Mühlenberg und Mühlengrund sind jederzeit frei zugänglich
Öffnung der Mühle von Mai bis Oktober immer sonntags von 13 bis 17.00 Uhr, Pfingstmontag ist Mühlentag, letzter Sonntag im September ist Herbstmarkt, außerdem nach Vereinbarung
Führungen:
Bockwindmühle und Mühlengeschichte:
Jonny Buck, Tel. 039395/81280


Abstecher zum Schäfer-Hof

Wer es noch ein paar Kilometer aushält, dem empfehlen wir als Belohnung einen Besuch bei der Schäferei Schuster im Seehausener Ortsteil Beuster. Die Familie Schuster erwartet Gäste auf ihrer Schäferei mit einem Hofladen und einem Café. Ein idealer Platz für eine genussvolle Pause am Elbdeich. Von leckerem, selbstgebackenem Kuchen bis hin zur deftigen Lammgerichten geht das Angebot, im Hofladen lässt sich die Bordküche des Womos prima mit frischen Spezialitäten auffüllen.


Tipp
Auf der Schäferei Schuster gibt es einen kleinen Hofladen mit einem Gastraum und einer Aussenterrasse. Die Gäste erwartet eine große Auswahl an frischem Lamm- und Ziegenfleisch. Egal ob klassische Lammkeule, saftiges Steak und Wurstspezialitäten, für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Spezialität: Pflanzlich gegerbte Lammfelle, Wolle und liebevolle Kleinigkeiten von den eigenen Tieren. Donnerstag bis Sonntag gibt es von 14 bis 18.00 Uhr Kaffee, selbstgebackene Hefekuchen und Torten, dazu wechselnde, frische Lammgerichte und Kleinigkeiten. Jedes Jahr an Himmelfahrt findet ein traditionelles Lammessen ab 11.00 Uhr statt.

Leckerer Stop bei der Schäferei Schuster in Beuster. (Foto: Schäferei Schuster)
Leckerer Stop bei der Schäferei Schuster in Beuster. (Foto: Schäferei Schuster)

Schäferhof Schuster
Axel und Kerstin Schuster
Ostorferstraße 2, 39615 Beuster
Infos: Tel. 039397/365
E-mail: kontakt@schaeferei-schuster.de
www.schaeferei-schuster.de


Aus dem Aland an Havel und Elbe

Aus dem Aland kommen wir in das Gebiet Altmärkische Wische, und damit an Havel und Elbe. Es gibt sie noch, die fast vergessenen Alleen der Altmark. Auf einer kilometerlangen, kopfsteingepflasterten Allee, gesäumt von Linden und Kastanien, poltern wir geruhsam durch eine grüne Weite, im Weichbild des Horizontes tauchen Elbdeich und Elbe auf. Gegenverkehr auf der fast einspurigen Landstraße wird gelassen an Ausweichstellen geregelt, die Einheimischen geben den Gästen höflich Vortritt, sie haben es nicht eilig und scheinen ihre wunderschöne Allee zu schätzen.

Unser Ziel ist der Büttnershof in Iden. Das Gutshaus Büttnershof befindet sich inmitten des reizvollen Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe. Der 250 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Adelssitz der Familie von Katte von Lucke wurde von Bernd Prüfert stilgerecht und mit viel Liebe zum Detail wieder aufgebaut und wird als Restaurant, Hotel, Reisemobil-Stellplatz und Reitstall genutzt. Umgeben ist der einstige Adelssitz von einer 3,5 Hektar großen Parkanlage, in der man ein kleines Dorf aus Fachwerkhäuschen, zehn Volieren, Streichelzoo, Spielplatz und die originalgetreue Nachbildung des Gutshauses im Maßstab 1:20 findet, das als Spielhaus für die Kinder dient. Auf diesem Areal gibt es auch den idyllisch gelegene Stellplätze für Wohnmobile mit kompletter Infrastruktur.

Gutshaus-Büttnershof
Bernd Prüfert
Büttnershof 38
39606 Iden
Infos: Tel. +49 39390/81046
E-Mail: info@gutshaus-buettnershof.de
www.gutshaus-buettnershof.de


Lautlos über die Elbe

Ein besonderes Erlebnis erwartet und am nächsten Morgen. Die Gierseilfähre im nahen Werben-Räbel. Wir sind nach Havelberg unterwegs und müssen dafür über die Elbe kommen. Gierfähren nutzen allein die kinetische Energie des strömenden Wassers, um von einem zum anderen Ufer zu kommen. Die Technik des Gierens wurde in Holland erfunden, bei der die Fähre mit einem fest verankerten Seil verbunden ist. Der Fährmann stellt die Halteseile so, dass die Strömung des Flusses die Fähre ans andere Ufer drückt. Und die Strömung der Elbe kann sich in Räbel sehen lassen. Über fünf Knoten über Grund soll der hier schon breite Fluss an Geschwindigkeit bringen. Entsprechend flott geht die lautlose Fahrt. Wie in der gesamten Region kann man sogar bei der Fährfahrt entspannen und die Ruhe genießen. Nur das Gurgeln des Wassers und das Zwitschern der Vögel dringen an die Ohren.

Hansestadt Havelberg – am Fluss und im Fluss

Die Stadt Havelberg befindet sich auf einer kleinen Insel in der Havel. Deshalb nennt man sich auch stolz „Insel- und Domstadt im Grünen“ besonders aber auch, weil Camping- , Biber- und Ziegeninsel mit viel Wassertourismus im „Feuchtgebiet internationaler Bedeutung“ das Bild prägen und weil die Kathedrale des alten Bischofssitzes heute über die „Straße der Romanik“ und international über „Transromanica“ als Baudenkmal und Kulturzentrum eine gute Adresse geworden ist.

Einst Bistumssitz, entwickelt sich auch heutzutage die Hansestadt stetig weiter, nicht zuletzt durch die Bundesgartenschau BUGA im Jahr 2015. Irgendwie hat in Havelberg alles mit Wasser zu tun: Die Altstadtinsel, der Hafen, die Lage zwischen Havel und Elbe prägen das Leben der reizvollen Hansestadt. Die Mischung macht‘s und so bietet der geschichtsträchtige, staatlich anerkannte Erholungsort vielfältige Erlebnisse: Hier wechselte im Jahre 1716 das legendäre Bernsteinzimmer seinen Besitzer. Farbenprächtig erblühten 2015 bei der Bundesgartenschau Blumenmeere inmitten historischer Sakralbauten und werden heute noch liebevoll gehegt und gepflegt.


Tipp Kulinarik

Die Güldene Pfanne in der Havelberger Lehmkule ist als uriger Geheim-Tipp bekannt. In einem alten Fachwerkhaus mit Biergarten werden deutsche Gerichte aus Fisch, Lamm, Pferd und Wild serviert, das Gasthaus kann auf einer 250-jährige Gastronomie-Tradition zurückblicken.

Guter Tipp für ein rustikales Essen in uriger Atmosphäre: Die Güldene Pfanne in Havelberg. (Foto: Gaststätte Güldene Pfanne)
Guter Tipp für ein rustikales Essen in uriger Atmosphäre: Die Güldene Pfanne in Havelberg. (Foto: Gaststätte Güldene Pfanne)

Im Herbst auf der Karte: Ente satt, Eisbein und Martinsgans, im Frühjahr lockt die Fisch-Spezialität Stint. Der kleine Stint, aus Elbe und Weser gefischt, hat den Sptznamen “Gurkenfisch”, weil er nach Gurke riecht und als Speisefisch sehr geschätzt wird. Der kleine, silbern glänzende Schwarmfisch wird zu tausenden in der Küche der Güldenen Pfanne verarbeitet.
Infos: www.gueldene-pfanne.de


Nicht zu vergessen die malerische Landschaft, die zu Fuß, Rad, Boot oder Pferd sowohl belebt, als auch entschleunigt: Angefangen von Wassertouristikzentrum mit Yachthafen über Erlebnisbad, Haus der Flüsse, Abenteuerspielplatz Slawendorf, Prignitz-Museum bis hin zum Radwegeknotenpunkt von Elberadweg und Havelland-Radweg. Auch die traditionellen Feste sind beliebt und mitunter überregional bekannt. Wie der Havelberger Pferdemarkt, der Anfang September über 200.000 Gäste in der Domstadt begrüßt, gilt als einer der größten Europas.

Wir stehen auf der Brücke am Steintor und schauen auf die Spülinsel und den Hafen. Die mächtige Wasserfontäne erinnert an die Außenalster oder den Genfer See. Ein blau-weißes Miet-Hausboot tuckert zu den Anlegern in den Yachthafen, Havelberg ist Basisstation für Hausboot-Touren im Elb-Havel-Winkel. Warum nicht mal einen kurzen Boots-Trip einstreuen und Land und Leute vom Wasser aus entdecken?

Aber das und noch mehr Wassersport kommt in Teil 3 der D.C.I.-Altmark-Tour.


Hansestadt Havelberg kompakt
Die Hansestadt Havelberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt mit 6.600 Einwohnern.
Tourist-Info
Uferstraße 1
39539 Havelberg
Tel. +4939387/79091
www.havelberg.de
Campinginsel Havelberg
Spülinsel 6
100 Stellplätze Caravan + Womo 24 h / 25,- Euro
GPS-Daten: N 52.82670 / O 12.07019
Sehenswürdigkeiten
Haus der Flüsse
Altstadt/Stadtinsel
Dom Sankt Marien
Prignitz-Museum am Dom
Kloster/Klostergarten
Kirche St. Laurentius (13./14. Jahrhundert) mit Sakristeischrein
Rathaus
Salzmarkt

Zweites Zwischen-Fazit: Es gibt viel zu entdecken in dieser tollen Region, man könnte sich wochenlang mit Kultur, Wassersport und den Sehenswürdigkeiten vergnügen. Dazu nette, freundliche Menschen, die mobile Gäste herzlich aufnehmen.


Teil 3 der Altmark-Tour führt uns an Elbe und Havel entlang nach Tangermünde und Stendal.

Hier geht´s zu Teil 1 der D.C.I.-Altmark-Tour

Infos: Zur Webseite Altmärkischer Regionalmarketing- und Tourismusverband


Das ist interessant! Das teile ich!
Claus-Detlev Bues