Es sit geschafft: Die Knaus Tabbert AG ist an der Börse: Von links Wim de Pundert – Managing Partner und Miteigentümer der H.T.P. Investments, Wolfgang Speck, CEO von Knaus Tabbert und rechts Klaas Meertens – Hauptgesellschafter, Catalina Capital Partners. (Foto: Börse Frankfurt / M. Joppen)

Es ist geschafft: Die Knaus Tabbert AG ist an der Börse: Von links Wim de Pundert – Managing Partner und Miteigentümer der H.T.P. Investments, Wolfgang Speck, CEO von Knaus Tabbert und rechts Klaas Meertens – Hauptgesellschafter, Catalina Capital Partners. (Foto: Börse Frankfurt / M. Joppen)

Knaus Tabbert AG ist an der Börse

Knaus, Saison 2021, Wissenschaftliche Studie, Zukunftsreport

+++++++++ Update 23. September 2020 ++++++++ Handelsstart der Knaus Tabbert-Aktie leidet unter Börsen-Turbulenzen +++++++

Der Reisemobil- und Caravanhersteller Knaus Tabbert hat am 23. September 2020 den Sprung an die Börse geschafft. Der Ausgabepreis zum Handelsstart wurde auf 58,- Euro und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt, wie das Unternehmen am Mittwochmorgen in Jandelsbrunn mitteilte. Die Aktie der Knaus Tabbert AG (ISIN: DE000A2YN504) notiert seit heute im Segment Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse. Begleitet wurde der Börsengang von Jefferies, der UniCredit Bank und der ABN AMRO. Die Baader Bank agiert als Designated Sponsor im Xetra-Handel und als Spezialist am Handelsplatz Börse Frankfurt.

Die Eigentümer, vor allem die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatten zudem erst am Dienstag angekündigt, deutlich weniger Aktien zu verkaufen als geplant. Inklusive Mehrzuteilung gaben die Altaktionäre nun 3,65 Millionen Aktien ab. Dazu kamen noch 350.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Das entspricht einer Marktkapitalisierung von 602 Millionen Euro.

Der erste Kurs des Wohnmobilherstellers lag mit 58,- Euro exakt auf dem festgelegten Preis, zu dem die Aktien ausgegeben wurden. In der Folge kletterten sie dann kurz über 59,- Euro, zuletzt standen sie mit 58,20 Euro dann aber wieder nur noch knapp im Plus. Die begleitende US-Investmentbank Jefferies hatte zuvor angekündigt, wie bei Börsengängen üblich stabilisierend eingreifen zu wollen, falls der Verkaufsdruck zu stark werde. Heute liegt der Kurs bei knapp 56,- Euro.

HTP wird nach dem Börsengang zusammen mit Vorstandschef Wolfgang Speck 61,5 Prozent der Knaus-Tabbert-Anteile halten, der Streubesitz liegt dann bei 38,5 Prozent. Ursprünglich hatten die Niederländer bis zu rund 48 Prozent der Anteile abgeben und mit der Platzierung insgesamt bis zu 366 Millionen Euro erlösen wollen.

Der gute Brauch an der Börse, etwa 50 Prozent des durch den Börsengang erzielten Kapitals in das Unternehmen zu reinvestieren, findet bei der Privat Equity-Gesellschaft HTP nicht statt, Analysten sprechen deshalb von “Kasse machen” der Investoren. Dennoch: Aus der Kapitalerhöhung fließen dem Unternehmen nun 20,3 Millionen Euro zu, die in den Ausbau der Produktion gesteckt werden sollen. Vor allem soll in Ungarn die Produktion von Kastenwagen ab Herbst 2021 ausgeweitet werden.


++++++++++++ Update 13. September +++++++++++++

Laut Pressemeldung dpa hat der Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang jetzt festgelegt.

Die Preisspanne der Aktie soll bei 58,- bis 74,- Euro je Aktie liegen

Knaus Tabbert beabsichtigt, ab 2021 etwa die Hälfte des jährlichen Überschusses als Dividende auszuschütten, hieß es weiter. Knaus Tabbert hatte seinen Börsengang bereits Anfang September angekündigt und betonte nun, dass die Firma gut positioniert sei, um von der steigenden Nachfrage nach Freizeitfahrzeugen zu profitieren. Wie bereits bekannt, will Knaus Tabbert neben den Aktien aus dem Bestand derzeitiger Aktionäre auch neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung anbieten. Mit der Kapitalerhöhung will der Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller 20 bis 25 Millionen Euro erlösen, die unter anderem in den Ausbau der Produktion investiert werden sollen.

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Pünktlich zum Caravan-Salon 2020 in Düsseldorf, gibt die Knaus Tabbert AG, einer der drei größten Hersteller von Reisemobilen, Caravans und Kastenwagen (Caravan Utility Vehicles; CUVs) in Europa, den Startschuss für einen Börsengang. Das Angebot wird bestehende Aktien aus dem Besitz der derzeitigen Aktionäre umfassen. Hinzu kommen neu ausgegebene Aktien aus einer Kapitalerhöhung mit einem erwarteten Emissionserlös von rund 20 Millionen Euro, um die Investitionspläne des Unternehmens zu beschleunigen. Das endgültige Platzierungsvolumen steht noch nicht fest. Nach dem Börsengang wird der angestrebte Streubesitz voraussichtlich bei rund 50 Prozent liegen. 

Mit Blick auf das schnelle Wachstum aufgrund der anhaltenden und steigenden Nachfrage in der gesamten Branche will Knaus Tabbert mit dem Börsengang seine Aktionärsbasis erweitern. Das Angebot wird bestehende Aktien aus dem Besitz der derzeitigen Aktionäre HTP Investments 1 BV, Catalina Capital Partners B.V. und Palatium Beteiligungsgesellschaft mbH umfassen. Hinzu kommen neu ausgegebene Aktien aus einer Kapitalerhöhung mit einem erwarteten Emissionserlös von rund 20 Millionen Euro, um die Investitionspläne von Knaus Tabbert zu beschleunigen. Das endgültige Platzierungsvolumen steht noch nicht fest.

„Unabhängiges, individuelles und komfortables Reisen wird immer beliebter”, sagt Wolfgang Speck, Vorstandsvorsitzender der Knaus Tabbert AG. „Gerade in der jüngeren Generation werden Aktivitäten und Urlaub im Wohnmobil immer populärer. Wir haben in den letzten Jahren an unserer Kapazitätsgrenze produziert, und alle Zeichen stehen auf weiteres Wachstum. Unser Portfolio spricht sowohl erfahrene Nutzer von Freizeitmobilen als auch abenteuerlustige Einsteiger an. Mit unserem Börsengang wollen wir unsere hervorragende Position weiter verbessern, um das Marktwachstum mit unserem breit gefächerten Angebot zum Kauf und zur Miete nutzen zu können.“

Die Umsatzentwicklung hat das Marktwachstum übertroffen

Knaus Tabbert bietet das gesamte Spektrum an Freizeitmobilen, vom kompakten Einstiegsmodell bis zur gehobenen Luxusklasse. Auf dem boomenden Markt für Freizeitfahrzeuge gehört das Unternehmen zu den drei größten europäischen Herstellern und erwirtschaftet rund zwei Drittel seines Umsatzes in Deutschland, dem größten europäischen Markt. In den letzten Jahren hat das Unternehmen seine Position sowohl auf seinem Heimatmarkt als auch in Europa kontinuierlich gestärkt. In Europa erzielte das Unternehmen zwischen 2014 und 2019 ein jährliches Wachstum (CAGR) von rund 23 Prozent bei den Neuzulassungen.

Laut dem Deutschen Caravaning Industrie Verband (CIVD) wuchs der gesamte Markt jährlich um 8,4 Prozent (CAGR), gemessen an den Neuzulassungen von Wohnwagen und Wohnmobilen im selben Zeitraum. Kontinuierliches Wachstum erzielte Knaus Tabbert durch seine starke Position im deutschen Heimatmarkt, der laut CIVD von 2020 bis 2025 kumuliert voraussichtlich um 38 Prozent wachsen wird. Das Unternehmen schätzt beispielsweise, im Juni 2020 im deutschen Reisemobilsegment seinen Marktanteil um rund drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesteigert zu haben. Zwischen 2020 und 2025 prognostiziert der CIVD eine durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) von jährlich mehr als fünf Prozent in Europa.

Ein Megatrend, der diese Entwicklung unterstützt, ist die Alterung der europäischen Bevölkerung. Gleichzeitig wird diese individuelle, umweltfreundliche und aktive Art des Reisens und der Freizeitgestaltung auch für jüngere Konsumenten zunehmend attraktiv.

Breites und innovatives Produktsortiment – zum Kauf und zur Miete

Knaus Tabbert hat das europäische Marktwachstum in den letzten Jahren auch dank seiner modernen, umfangreichen und innovativen Produktpalette übertroffen. Das Unternehmen bietet ein starkes Markenportfolio an Freizeitfahrzeugen, das von kompakten Einstiegsmodellen unter den Marken T@B und Weinsberg bis hin zur gehobenen Luxusklasse der Marke Morelo reicht. Die Preise liegen dabei zwischen 11.000 Euro bis fast 635.000 Euro. Im Jahr 2019 erwirtschaftete das Unternehmen rund die Hälfte seines Umsatzes mit Reisemobilen, rund 28 Prozent mit Caravans und rund 19 Prozent mit Kastenwagen, bei Knaus auch Caravaning Utility Vehicles genannt.

Allein der Umsatz mit Wohnmobilen wuchs von 2017 bis 2019 jährlich um fast 20 Prozent (CAGR). Knaus Tabbert verkauft einen Teil seiner Fahrzeuge an kommerzielle Vermietungsunternehmen, wovon wiederum einen Teil für die firmeneigene Marke „Rent and Travel“ genutzt wird. Über diese Plattform stellen Knaus Tabbert und seine Handelspartner an rund 180 Stationen in Deutschland neue Wohnwagen, Reisemobile und CUVs zur Vermietung zur Verfügung.

Dies ist vor allem für die junge Zielgruppe attraktiv. Laut einer Studie des Forschungsinstituts GfK waren aus dem Jahr 2019 waren rund 35 Prozent der Befragten in Deutschland, die für die Jahre 2019 bis 2024 ein grundsätzliches Interesse an einem Caravaning-Urlaub bekundet haben, jünger als 35 Jahre. „Rent and Travel“ erleichtert diesen Kunden den Einstieg ins Caravaning.

Starkes und profitables Wachstum in den letzten Jahren

Aufgrund seiner starken Marktposition und seines breiten Produktportfolios ist Knaus Tabbert in den vergangenen Jahren stark und profitabel gewachsen. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von 780,4 Millionen und ein EBITDA von 64,3 Millionen Euro. Von 2017 bis 2019 verzeichnete Knaus Tabbert ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum (CAGR) von fast 15 Prozent und ein durchschnittliches jährliches EBITD-Wachstum (CAGR) von etwa neun Prozent. Darüber hinaus hat das Unternehmen seine Eigenkapitalquote auf 31,6 Prozent per Ende 2019 ausgebaut.

„Knaus Tabbert ist ein agiler Marktführer in einem boomenden Umfeld“, sagt Marc Hundsdorf, CFO von Knaus Tabbert. „Unsere Ergebnisse der letzten Jahre und insbesondere im ersten Halbjahr 2020 zeigen einmal mehr, wie flexibel und robust unser Geschäftsmodell ist. Mit dem Emissionserlös wollen wir unsere erfolgreiche Entwicklung in den kommenden Jahren beschleunigen.“

Um auf mögliche Nachfrageschwankungen zu reagieren, hat Knaus Tabbert schlanke und flexible Produktionslinien eingeführt, die es erlauben, die Produktion der Fahrzeugtypen an verschiedenen Standorten zu variieren und so schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. Im ersten Halbjahr 2020 musste Knaus Tabbert im Zuge der COVID-19-Pandemie, wie auch andere, im April seine Produktionsanlagen für mehrere Wochen stilllegen, konnte aber dennoch die starke bereinigte EBITDA-Marge von 9,4 Prozent aus dem ersten Halbjahr des Vorjahres halten und erreicht in diesem Jahr bislang eine solide EBITDA-Entwicklung. Im ersten Quartal 2020 erzielte das Unternehmen sogar eine EBITDA-Marge von 10,3 Prozent.

Knaus Tabbert arbeitet mit einer vergleichsweise geringen Fixkostenbasis: Nur rund 15 Prozent der Gesamtleistung sind Fixkosten, was zu einer sehr wettbewerbsfähigen Produktion in den vier eigenen Werken in Deutschland und Ungarn führt. Im Vertrieb profitiert Knaus Tabbert von seinem starken und ausgedehnten Netz von rund 450 Händlern. Knaus Tabbert investiert systematisch in Forschung und Entwicklung (F&E). Schwerpunkte sind E-Mobilität, neue Materialien, Produktionstechnik und Digitalisierung. Das Unternehmen ist im Leichtbau ein Pionier der Branche. Es produziert Leichtbau-Konstruktionen für Wohnwagen und Reisemobile, was außergewöhnliche Möglichkeiten für die Innenraumgestaltung und ein neuartiges Design der Fahrzeuge eröffnet.

Mit seinen Leichtbaukonstruktionen, dem selbsttragenden Faserrahmen und der speziellen, integrierten Leichtbau-Fahrwerkstechnologie bereitet Knaus Tabbert den Weg für eine Generation von emissionsärmeren, sichereren und effizienteren Reisemobilen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen seit 2017 rund 89 Millionen Euro in Sachanlagen investiert, insbesondere in Projekte, die Freizeitfahrzeuge leichter, die Produktion flexibler und effizienter und letztlich die Produkte erschwinglicher machen sollen.

Langfristige Großaktionäre bleiben auch nach dem IPO an Bord

Die beiden Unternehmer Wim de Pundert (63) und Klaas Meertens (63) halten über ihre Holdingunternehmen zusammen rund 97 Prozent an der Knaus Tabbert AG. Diese Aktionäre haben ihre Kontrollbeteiligung an Knaus Tabbert im Jahr 2009 erworben. Die beiden Hauptaktionäre haben erklärt, das weitere Wachstum des Unternehmens durch ihr Engagement im Aufsichtsrat aktiv unterstützen zu wollen. Börsengang als nächster logischer Schritt, um das erwartete Branchenwachstum vollumfänglich zu nutzen Mit dem geplanten Angebot und dem Börsengang beabsichtigt Knaus Tabbert, seine Aktionärsbasis zu erweitern und seine Position weiter zu stärken, um vom erwarteten Wachstum des Sektors in vollem Umfang profitieren zu können.

Beim Börsengang sollen sowohl neue Aktien aus einer geplanten Kapitalerhöhung als auch bestehende Aktien aus den Beständen der derzeitigen Aktionäre angeboten werden. Zusätzliche Aktien für potenzielle Mehrzuteilungen von bis zu 15 Prozent des Angebots werden ebenfalls von den bestehenden Aktionären zur Verfügung gestellt. Die Knaus Tabbert AG beabsichtigt, den erwarteten Erlös von rund 20 Millionen Euro aus dem Börsengang für den beschleunigten Ausbau der Produktionsanlagen, insbesondere für die ab Herbst 2021 geplante CUV-Produktion in Ungarn, und damit verbundene Investitionen zu verwenden.

Darüber hinaus will das Unternehmen seine aktuelle Strategie weiter umsetzen, unter anderem mit der möglichen Einführung einer neuen Marke. Das Angebot wird voraussichtlich aus einem öffentlichen Angebot in Deutschland und Privatplatzierungen in bestimmten Jurisdiktionen außerhalb Deutschlands bestehen. Für das Unternehmen und die verkaufenden Aktionäre gilt ein marktübliches Veräußerungsverbot von sechs Monaten mit Ausnahme der Gesellschaft Palatium, die sich vollständig im Besitz des CEO des Unternehmens, Wolfgang Speck, befindet; in diesem Fall gilt eine zwölfmonatige Veräußerungsverbotsfrist. Jefferies wird als Sole Global Coordinator und gemeinsam mit UniCredit Bank AG und ABN AMRO Bank N.V. als Joint Bookrunner fungieren.


Die Knaus Tabbert GmbH unterstützt als Sponsor den “Zukunftsreport Reisemobile2030+”, die branchenweit einzigartige, wissenschaftliche Studie über die möglichen Entwicklungen innerhalb der Caravaning-Branche in der nächsten Dekade.

Details unter: www.reisemobile2030.de


Infos:  Zur Webseite von Knaus Tabbert

Quelle: Pressemitteilung Knaus


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Claus-Detlev Bues