Familienfreundliches Fernreisemobil: Exploryx baut seinen Impala auf dem Bremach Doppelkabiner. (Foto: Werk)

Familienfreundliches Fernreisemobil: Exploryx baut seinen Impala auf dem Bremach Doppelkabiner. (Foto: Werk)

Kurz vorgestellt – Exploryx Impala auf Bremach T-Rex family

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Es muss ja nicht gleich Jurassic-Park sein. Aber so ein Familien-Trip in entlegene Regionen, die zu Urzeiten von Riesenechsen bevölkert wurden, wäre sicher interessant. Die Allgäuer Expeditionsmobil-Manufaktur Exploryx hat dafür das richtige Gefährt gebaut: Eine Impala-Alkovenkabine auf Basis einer Bremach T-Rex-Doppelkabine.

„Papa, was ist ein T-Rex?“ möchte der an der Erdgeschichte höchst interessierte Nachwuchs wissen. Die Antwort fällt zunächst einmal altersgerecht simpel aus und beschreibt eine Riesenechse, die vor Urzeiten auf dem menschenfreien Planeten ihren fleischlichen Hunger mit dem Verzehr von schwächeren Artgenossen und anderem ausgewachsenen Geviech stillte. „So ein fieser Dino wie in Jurassic Park?“ kommt spontan die Nachfrage. „Yep, genau so!“ lautet die Bestätigung.

„Allerdings gibt es auch ein Auto, das so heißt,“ ergänzt der offroadbegeisterte Erzeuger seine wissenschaftlichen Erläuterungen. Und beschreibt ein allradgetriebenes Modell des italienischen Nutzfahrzeugherstellers Bremach, von dem er unlängst in einer Fachzeitschrift gelesen hatte. „Papa, dann könnten wir mit dem T-Rex doch mal dahin fahren, wo die Dinos herkommen?“ lautet die kindlich logische Schlussfolgerung.

Eine grundsätzlich gute Idee. Aber nun ist so ein Bremach T-Rex in seiner nützlichen Urform auf Anhieb kein familientaugliches Expeditionsmobil. Und schon gleich gar keines, das sich als familientaugliches Urlaubsgefährt mit Stauraum, Sitz-/Koch- und Schlafplatz für zwei Erwachsene und zwei Kinder eignen würde. Aber man könnte ja eines auf dieser Basis bauen…

Ein T-Rex aus dem Allgäu

Markus Köllmayer, Chef der Allrad-Reisemobil-Manufaktur Exploryx im Allgäu, hat genau das getan: Ausgangsbasis war das Chassis eines besagten Bremach T-Rex mit Doppelkabine und 3,90 Meter langem Radstand.

Moment mal: Als geneigter Kenner von Expeditionsgefährten ist Ihnen die Marke Bremach sicher ein Begriff? Kleiner Exkurs für alle, die diese Frage mit einem „Nein“ beantworten: Der 1971 gegründete Nutzfahrzeughersteller aus Castenedolo unweit von Verona hat sich auf den Bau von leichten Allrad-Lkw spezialisiert, die gerne und hauptsächlich bei Kommunen und Bauunternehmen eingesetzt werden.

Dort sind sie vor allem wegen der robusten, verwindungssteifen Leiterrahmen-Konstruktion mit Rohr-Längsträgern und U-förmigen Unterzügen geschätzt, die aufwändige, torsionsresistente Zwischenadapter für Aufbauten unnötig machen. Die Motoren kommen übrigens aus dem Regal des (organisatorisch nicht verbandelten) Iveco-/Fiat-Konzerns.

Der T-Rex wurde 2008 vorgestellt und zeichnet sich durch ein geräumiges Fahrerhaus in der Spaceframe-Bauweise aus – einer Skelett-Konstruktion aus Hohlprofilen, die dank einem innovativen Materialmix ein geringes Gewicht, eine hohe Steifigkeit und eine stilistisch eigenwillige Formgebung zulässt. Die designtechnischen Möglichkeiten dieser Bauweise haben die Bremach-Entwickler denn auch recht konsequent genutzt und das Gesicht des T-Rex äußerst markant gestaltet. Ein bisserl „Dino“ eben.

Zurück zum Werdegang des hier vorgestellten Impala-Alkoven auf Bremach T-Rex-Basis. Der robuste Rahmen war für Markus Köllmayer das ideale Gerüst für seine ebenfalls solide Aufbaukabine: Bei deren selbsttragenden Konstruktion sind die Wände aus GfK-Sandwichplatten kältebrückenfrei mit runden Eckprofilen verklebt, der Doppelboden ist aus Aluminium geschweißt und beinhaltet die komplette Installationstechnik.

Ein T-Rex mit Schlafmütze

Für die familienfreundliche Nutzung hat Exploryx seinen bewährten Impala-Grundriss entsprechend angepasst: Im Alkoven über der Doppelkabine ist quasi das elterliche Schlafzimmer in Gestalt eines Doppelbettes mit zwei Kaltschaum-Einzelmatratzen eingerichtet. Eine Dachhaube sorgt für Luft und Licht, zwei Seitenfenster bieten potenziellen Ausblick auf den Jurassic-Park. Ebenfalls aussichtsreich ist das Familienzimmer im Heck mit Ausstellfenstern nach hinten, rechts und links.

Die gemütliche Rundsitzgruppe lädt morgens, mittags und abends als familiäres Speise- und Kommunikationszentrum ein, zur Nacht lässt sie sich dann in unaufwändiger Handarbeit zu Schlafplätzen für die Kids umbauen: Tischplatte absenken, Polster auflegen – fertig. Für ihre Mahlzeiten muss die Familie in unwirtlichen Gegenden nicht selbst auf die Jagd gehen: Der Kompressor-Kühlschrank bietet mit 130 Liter genügend Kapazität für frische Lebensmittel, in den Unter- sowie Oberschränken des Küchenblocks ist Platz für Trocken- und Langzeitfutter sowie Geschirr und Getränke (in rüttelsicheren Ablagen).

Ein Dreiflammen-Herd (mit Topf-Abstellrost über der gesamten Breite!) ist für die Zubereitung fast schon zu gut gemeint, denn ein Gasbackofen ist auch noch da und im Außenbereich gibt’s einen Gasanschluss für den eingepackten Mannschafts-Grill. Denn mitunter entwickeln heranwachsende Kinder ja einen Dino-Magen und Bärenhunger.

Die Kleider- und Wäscheschränke mit ausziehbaren Stauboxen hat Exploryx in bekannt durchdachter Art konzipiert. Sie sind versetzt an der linken Wand angebracht, was nicht nur stilistisch gelungen wirkt, sondern vor allem einen freien Durchgang von der Rundsitzgruppe nach vorne gewährleistet. Wertig und durabel wirkt das Eichenfurnier der Möbelfronten.

Und die Pistentauglichkeit der Einbauten ist von Haus aus garantiert: Sie sind aus mehrschichtig abgesperrtem Holzwerkstoff gebaut, der Korpus wird mit HPL-Schichtstoff belegt. Dank solider Schnappverschlüsse springen die Schrankklappen selbst auf dinoknochenharten Rüttelpisten nicht auf. Ein kompaktes Bad mit integrierter Duschtasse, konventioneller Cassetten-Festbanktoilette und einem kleinen Waschbecken muss reichen – und zur körperlichen Erfrischung nach transpirativen Outdooraktivitäten wie der Dino-Knochen-Entdeckertour steht noch eine Außendusche zur Verfügung, die in der großen, von beiden Seiten über solide Klappen zugänglichen Heckgarage installiert ist.

T-Rex mit starkem Dieselherz

Eine Familie auf Fernreise – da ist erfahrungsgemäß reichlich Stauraum für Freizeitgerät und post-historische Souvenirs gefragt. Und so hat Markus Köllmayer bei diesem Impala auch einen Lastenauszug für Fahrräder in die Heckgarage installiert sowie Außen-Halterungen für vier Aluminium-Stauboxen am Aufbau vorgesehen.

Der reckt sich stolze 3,60 Meter in die Höhe – entsprechend imposant wirkt das Erscheinungsbild des in Tarnfarbe lackierten Exploryx Impala T-Rex family. Markant ist dabei die zerklüftete Front mit dem saurierrachenartigen Kühler, untermalt vom hochgestreckten Luftansaug-Schnorchel mit integriertem Zyklon-Vorfilter.

Der soll dem Dreiliter-Turbodiesel unter der Haube die Atemwege frei halten: Das Motorenherz aus dem Iveco-Regal ist ein bekannt durchzugsstarker Vierzylinder mit 400 Newtonmeter Maximal-Drehmoment und 176 PS Höchstleistung.

Es macht den vollgepackt sechs Tonnen schweren Impala family zusammen mit einer Geländereduktion des Sechsgang-Schaltgetriebes und einem effizient arbeitenden Permanent-Allrad, dessen Zentraldifferential bei Bedarf gesperrt werden kann, zu einem durchaus talentiert Kletterer durch’s Dino-Park-Geläuf. Das muss die Familie mit ihrem Exploryx Impala T-Rex family jetzt nur noch suchen…

Infos:  Zur Webseite von Exploryx

Technik-Info Technische Daten Exploryx Impala Bremach family
BasisBremach T-Rex 60 Doppelkabine mit Leiterrahmen aus Längsrundrohren
Motor / AntriebSandwich-Bauweise aus GfK, kältebrückenfrei, Isolation: Wände 40 mm, Boden 50 mm, Hartschalen-Festdach, 3,0-l HPT Reihenvierzylinder, Diesel, Zwei-Stufen-Turbolader mit Waste-Gate-Ventil, Ladeluftkühlung, Direkteinspritzung (130 kW/176 PS bei 3.000-3.500 U/min, 400 Nm bei 1.250-3.000 U/min), selbstreinigender Diesel-Partikel-Filter, beheizter Kraftstoff-Filter, Euro 5; 6-Gang-Schaltgetriebe, Geländeuntersetzung (1:3,24), 4 x 4-Allradantrieb permanent, Zentral-Differenzial manuell sperrbar, Torsen-Achsdifferenziale selbstsperrend (QUAIFE ATB), Reifen 275/80 (Continental MPT 81) auf 9 R 20 Tiefbett-Stahlfelgen; Kraftstofftank: 70 Liter (Option: 2x 150 Liter)
Bodenfreiheit v/h: 295/295 mm
Böschungswinkel v/h: 48°/ca. 35°
Rampenwinkel: ca. 30°
Wattiefe: n.a.
Radstand: 390 cm
Wohnausbau: Kältebrückenfreie Sandwichplattenkonstruktion, Seitenwände/Dach in GfK (50/50 mm), Isoliermaterial Polyurethanschaum, runde GfK-Eckprofile, Bodengruppe aus einer selbsttragenden geschweißten Aluminiumkonstruktion (Doppelboden mit kompletter Installationstechnik), Türen und Klappen aus Sandwichplatten (50 mm), 1 KCT-Dachklappe, 7 KCT-Echtglasfenster mit Kombirollos, eine Eingangstüre mit ausklappbarer zweiteiliger Omnistep-Treppe
WohnausbauKältebrückenfreie Sandwichplattenkonstruktion, Seitenwände/Dach in GfK (50/50 mm), Isoliermaterial Polyurethanschaum, runde GfK-Eckprofile, Bodengruppe aus einer selbsttragenden geschweißten Aluminiumkonstruktion (Doppelboden mit kompletter Installationstechnik), Türen und Klappen aus Sandwichplatten (50 mm), 1 KCT-Dachklappe, 7 KCT-Echtglasfenster mit Kombirollos, eine Eingangstüre mit ausklappbarer zweiteiliger Omnistep-Treppe
Sitz/ Schlafplätze5/4
Maße5.800 x 2.100 x 3.600 mm
Zul. Gesamtmasse6.000 kg
Leermasse5.300 kg
Bettenmaß Alkovenbetten
Bett Sitzgruppe
Längsbetten 2.000 x 1.300


1.850 x 1.000
Ausstattung2 x Airbags, ESP, ABS, ASR
Grundpreisab 270.000,- Euro
Hersteller / VertriebExploryx GmbH & Co KG Fahrzeugbau, Arist-Dethleffs-Str. 2, D-88316 Isny, Tel. 07562/905291, www.exploryx.de

Dieses Video zeigt nicht den hier vorgestellten Exploryx Impala, aber doch den Bremach T-Rex in sehr schöner Landschaft und mit guter Musik. Daher wollen wir Ihnen die Aufnahmen von dem YouTube-Nutzer “Gutenberg” nicht vorenthalten:


Bitte beachten: Mit dem Start des Videos stimmen Sie der Weiterleitung und der Übermittlung von Daten an YouTube zu.


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Egbert Schwartz