Im Gespann mit dem Škoda Yeti gibt der Eriba Touring Triton 430 eine besonders gute Figur ab. (Foto: has)

Im Gespann mit dem Škoda Yeti gibt der Eriba Touring Triton 430 eine besonders gute Figur ab. (Foto: has)

Praxis-Test Caravan – Eriba Hymer Touring Triton 430 Silver

Caravan, Deutschland, Eriba, Erwin Hymer Group, Fahrzeuge, Fahrzeugtest, Urlaub

Im Familien-Fuhrpark des Verfassers läuft ein allseits geliebtes Oldie-Schätzchen, der Eriba Touring Pan aus dem Baujahr 1981. Was hat sich an der immer noch begehrten Eriba Baureihe seither getan? Wir testen den aktuellen Triton 430.

Tempo 100 dürfen beide, der Pan seit seiner Umrüstung problemlos (siehe Bericht Oldie mit Speed), der Triton von Haus aus. Die Konstruktion mit stabilem Stahlrohrkäfig und Beplankung aus feinem Hammerschlag-Alublech ist auch heute noch Serienstandard, der getestete Triton in der Sonderausstattung Silver trägt elegantes Glattblech in Silberlackierung, das ihm ausnehmend gut steht.

Zeitlos schickes Außendesign

Das großzügige Hubdach, das den Fahrtwiderstand wesentlich herabsetzt, ist auch heute noch eines der Grundgedanken des Reisecaravans aus Oberschwaben. Es bietet, aufgestellt, eine Stehhöhe von 195 Zentimetern und ausreichend Frischluft dank reißverschlussbestückter Lüftungsöffnungen im weißen Stoff. Eleganter geworden ist seine Form, die nunmehr flacher geduckt auf dem Dach aufsitzt, leichter das Handling beim Schließen: Durch einen umlaufenden Gummizug wird der Zeltbalg selbstständig nach innen gezogen und muss nicht mehr mühsam von Hand zwischen Dach und Karosserie gefaltet werden. Vier federunterstützte Knebel halten die Dachschale im geschlossenen Zustand fest, die beiden vorderen zusätzlich gegen Auftrieb durch integrierte Rändelschrauben gesichert. Nach wie vor wünscht man sich eine Gasfeder als Aufstellhilfe, mit Schmackes geht das Dach aber auch so auf und zu.

Durch seine Außenbreite von 200 Zentimetern ist er kaum breiter als die meisten Zugwagen und damit unschlagbar spritsparend und handlich auch auf engen Sträßchen. Gerade in der Ausstattung Silver mit Glattblech wird das ohnehin schon elegante Design der Karosserie nochmals positiv unterstützt – man glaubt nicht, dass das Grundkonzept nächstes Jahr schon 60 Jahre auf dem Buckel hat.

Die Fertigungsqualität hat sich, seit er in Bad Waldsee und nicht mehr in Frankreich gefertigt wird, merklich verbessert. Geblieben ist der stabile Stahlrohrkäfig mit Alublechverkleidung. Verschwunden ist der aufgesetzte Gasflaschenkasten für eine Fünf-Kilo-Gasflasche, die der Oldie quasi als Rucksack vorne auf der Gabel mit sich schleppte. Heute verbergen sich zwei Fünf-Kilo-Flaschen elegant unter der Bugklappe mit Parallelogramm-Aufstellung. Die Bugklappe übernimmt die gerundete Form des Bugs, die sich zwischen den beiden Ausstellfenstern von der Deichselabdeckung bis in das Dach zieht. In Kombination mit dem knuffigen Škoda Yeti 4×4, unserem Zugwagen im Test, ergibt sich mit dem Triton ein Gespann, das sehr gut harmoniert, leicht zu beherrschen ist und dabei noch schick aussieht.

Ansprechendes Innendesign

Der größte Fortschritt in Punkto Design zeigt sich im Innenraum. Der Innenausbau des Oldie mit ganzheitlich braunen Möbeloberflächen im Stil der damaligen Zeit sieht gegenüber dem Triton heutiger Zeit aus wie “selbst gebaut”, ganz im Gegensatz zum Außendesign. Heute strahlen die in hellem Trentino-Birnbaum gehaltenen Möbel im Zusammenspiel mit den weißen Hochglanzfronten der Dachschränke vom ersten Augenblick an Urlaubsstimmung und Behaglichkeit aus. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die ebenfalls helle Dach- und Wandverkleidung. Licht transportieren auch die insgesamt sechs Ausstellfenster ins Innere, alle ausgestattet mit Kombirollo und Lüftungsstellung.

Nicht nur das Design, auch die Aufteilung und Zugänglichkeit der makellos gefertigten Möbel ist unter Berücksichtigung der Zwergen-Außenmaße erfreulich praktisch. Der große Stauraum unter dem Heck-Doppelbett lässt sich durch den aufklappbaren Lattenrost von innen und die im Testwagen eingebaute, optionale Außenklappe gut beladen. Der Kleiderschrank ist für die hauptsächliche Zielgruppe, das allein reisende Paar, ausreichend groß, auch das Fassungsvermögen der kleinen, aber umlaufenden Dachschränke reicht hierfür aus.

Stauraum bieten auch die beiden Sitzkästen im Bug. Diese kleine Sitzgruppe mit verschiebbarem Tisch zeigt die Grenzen der geringen Außenabmessungen im Zusammenspiel mit dem großen Heck-Doppelbett und dem ausreichend Platz bietenden Sanitärraum: Es reicht soeben für das Frühstück zu zweit, der linke Sitz ist gerade noch erreichbar, ohne dass der gedeckte Tisch verschoben werden muss. Das hält gelenkig, man gewöhnt sich aber auch daran.

Überrascht hat uns der Sanitärraum, von dem der Oldie nur träumen kann. Ein relativ großes Waschbecken mit angeformten seitlichen Ablagen, ein großer Spiegel, ausreichende Stauräume und vor allem die sauber eingepasste Banktoilette machen beinahe unabhängig von Sanitärräumen auf dem Campingplatz. Nur duschen wollten wir nicht unbedingt im Triton 430, dazu ist er einfach zu eng, man kann sich also den Mehrpreis von 150,- Euro für die Duscheinrichtung samt Vorhang unbesorgt sparen. Für Licht und Luft im Sanitärraum sorgen das Ausstellfenster und die Verbindung zum Wohnraum, da die Wände naturgemäß bei geöffnetem Dach einen Zwischenraum lassen.

Ausreichend groß und gut ausgestattet ist der Küchenblock mit seitlicher Verlängerung der Arbeitsplatte durch ein Klappbrett, das oben bündig mit der Arbeitsplatte abschließt. Der serienmäßig zweiflammige Kocher mit Glasabdeckung würde uns ausreichen, wer mehr Flammen und eine elektrische Zündung will, bekommt für 125,- Euro einen dreiflammigen Kocher. Ausreichend groß ist auch der 70 Liter fassende Kühlschrank unten im Küchenblock.

Bordtechnik

Ein Fahrzeug dieser Größe ist mit Bordtechnik nicht gerade überfrachtet. Beim Oldie verzeichnen wir gerade mal einen Batterieblock mit einem Motorradakku und die Netzeinspeisung. Der Triton hingegen trumpft auf mit dem komfortablen Stromversorgungsgerät CSV 300 von Schaudt mit 24 Ampere Leistung, automatischer Umschaltung auf das Zugfahrzeug und 12 Volt-Versorgung für den Wohnraum. Nachts beleuchten den Triton-Innenraum ringsum ausreichend helle LED-Leuchten, die teilweise dimmbar sind. Auch die Außenleuchte ist LED-bestückt und wahlweise als Dauerlicht oder über Bewegungsmelder geschaltet. Drei 230 Volt-Steckdosen sind ausreichend. Praktisch ist die Steckdose auf dem Deckel des Kleiderschranks zum Laden von Handy oder Laptop –  damit sind die Geräte vom Bett aus erreichbar.

Fahreigenschaften

Einen Nachteil hat der Triton beim Fahren: Man vergisst ihn leicht dank seiner hervorragenden Nachlaufeigenschaften und bester Spurhaltung. Unter Ausnutzung seiner Stützlast von stolzen 70 Kilogramm in Verbindung mit der serienmäßigen Antischlingerkupplung läuft der Triton mit seinem Gesamtgewicht von 1.000 Kilogramm, aufgelastet auf 1.200 Kilogramm, und seiner geringen Breite ruhig und unaufgeregt hinterher.

Fazit

Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Die Aussage dieser alten Zigarettenreklame trifft voll auch auf den Triton zu. Mit über 20.000,- Euro ist er stolzer Anführer der Kleinwohnwagenfamilie. Als Trost kann gelten, dass er Dank bester Verarbeitung innen und außen viele Jahre ungestörte Freude bereitet und dazu noch einen respektablen Wiederverkaufswert “erwirtschaftet”. Ein ideales Fahrzeug für das allein reisende Paar, das sich nicht unbedingt abends auf einem riesigen Sofa vor dem Fernsehen flegeln will, sondern die Natur genießt und viel auch außerhalb sechsspuriger Autobahnen auf schmalen Nebenstraßen reist.

 

TECHNIK KOMPASSEriba Triton 430
FAHRGESTELL / AUFBAU
HerstellerAl-Ko / Rohrrahmenchassis mit extra langer Zugdeichsel, verzinkte Kurbelstützen, Deichsel-Kunststoffabdeckung, Schmutzfänger
AchseAl-Ko Längslenkerachse mit vollverzinktem Achskörper
SicherheitssystemeAntischlingerkupplung AKS 3004 Al-Ko, Automatische Bremsnachstellung AAA-Al-Ko
AufbauStahlkäfig mit Alublechbeplankung Hammerschlag weiß, optional Glattblech silber lackiert, Wärmedämmung 25 mm Styropor, GfK-Aufstelldach weiß mit 26 mm Sandwichisolierung aus PU, Aufstelldachzeltstoff weiß mit Belüftungsöffnungen und Moskitonetz, vier Verriegelungen. Boden Holzgerippe mit 25 mm Styropor-Isolierung. Einteilige Eingangstür mit Ablagen, Einschlüsselsystem für alle Schlösser, Einstiegstufe ausziehbar, Gaskasten isoliert, mit Alu-Riffelblechboden für 2 x 5 kg Gasflaschen, Bugklappe mit Parallelogrammführung. Alle Fenster ausstellbar, getönt, mit Kombirollo und Sicherheitsverriegelung. Außenstauraumklappe als Zugang zum Stauraum unter dem Doppelbett, Deichselabdeckung, durchgängiger Rangierbügel am Heck, Rangiergriffe am Bug
MASSE UND GEWICHTE
Techn zul. Gesamtmasse1.000 kg, Option bis 1.200 kg
Masse in fahrb. Zustand840 kg
Zuladung160 - 360 kg
Abmessungen L x B x H5.280 x 2.000 x 2.260 mm
Bettenmaße L x B
Heckquerbett / Bugbett
1.880 x 1.400 - 1.470 mm /
Bugbett 1.880 x 600 - 730 mm
Sitz- / Schlafplätze2/3
Innenhöhe1.950 mm bei geöffnetem Dach / 1.720 bei geschlossenem Dach
Frisch- / Abwasser Kanister13 l innen / 13 l innen / 40 l unterfahr optional
WasseranlageZwei Wasseranlagen mit Tauchpumpen
Bord-Akku / Typoptional
Gasvorrat2 x 5 kg Flaschen
HeizungGas-Gebläseheizung Truma S 3.400, Gebläse optional, Truma Therme optional
PREISE
Grundpreisab 19.290,- Euro
Sonderausstattung TestfahrzeugSeitenwände, Bug und Heck in Glattblech 995,- Euro, Fliegenschutz-Rolltür 320,- Euro, Außenstauraumklappe rechts 350,- Euro, Warmluftverteilung 320,- Euro, Spülenabdeckung mit Schneidbrett 55,- Euro, 2 Utensilientaschen 125,- Euro, TÜV-Abnahme / Papiere 150,- Euro
Preis Testfahrzeug21.605,- Euro
HERSTELLER / VERTRIEBERIBA Hymer GmbH & Co. KG
Holzstraße 19
D-88339 Bad Waldsee
Tel. 07524/999-0
www.hymer.com
eigenes Händlernetz

TECHNIK IM DETAIL
Wohnen
Möbeldekor Trentino Birnbaum, Polsterdekor wahlweise Millau, Maraldi, Rodez oder Fayon (Testwagen), Bodenbelag PVC-Belag mit Schiffsparkett-Optik hell, Sitzgruppe bestehend aus zwei Einzelsitzen im Bug, umbaubar zum Einzelbett. Oberschränke weiße Fronten Hochglanz. LED-Beleuchtung, LED-Außenleuchte mit Bewegungssensor, drei Steckdosen 230 Volt
Kochen
Längs-Küchenblock rechts, zweiflammiger Herd mit Glasabdeckung, Edelstahlspüle mit Abdeckung als Schneidbrett, 70 Liter Absorber-Kühlschrank im Küchenblock, zwei Hängeschränke, zwei Ablagen, Unterschrank mit einer Schublade und einer zweiflügeligen Türe, klappbare Arbeitsplattenerweiterung
Sanitär
Sanitärraum Fahrzeugmitte links, feste Tür, Kunststoff-Waschbecken mit Wasserhahn und Unterschrank, 1 Spiegelschrank, offene Ablagen, Dachhaube, Thetford-Cassetten-Banktoilette mit eigenem Spültank, Kassette auf Rädern, Füllstandsanzeige, integrierte Duschwanne, optional Duscharmatur und Vorhang, Ausstellfenster.
Schlafen
Heck-Doppelquerbett, zweiteilige Kaltschaummatratze mit weichem Drellbezug und Lattenrost aufstellbar mit Zugang zum Stauraum, Bugsitzgruppe als Zusatzbett mit Stauraum in den Sitzkästen

Hans F. Schwarz

Hans F. Schwarz

Ingenieur Hans-F. Schwarz, Jahrgang 1938, arbeitete über 40 Jahre in verschiedenen Architekturbüros und ist seit über 50 Jahren aktiver Camper. Seit 1985 betätigt er sich als freier Redakteur bei diversen Wohnmobil- und Caravan-Zeitschriften und als Autor verschiedener Fachbücher über Reisemobile und Caravans. Spezialgebiete sind Zubehör, Test- und Technik von Freizeitfahrzeugen.
Hans F. Schwarz