Platz fünf in der Top-Ten-Bestenlister der europäischen Nationalparks: Nationalpark Sächsische Schweiz in Deutschland. (Foto: Holidu)

Platz fünf in der Top-Ten-Bestenlister der europäischen Nationalparks: Nationalpark Sächsische Schweiz in Deutschland. (Foto: Holidu)

Ratgeber – Die zehn beliebtesten europäischen Nationalparks

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Die Epoche der Romantik ist längst vorbei und doch zieht es so viele Menschen wie nie in die Natur. Von Frühling bis Herbst sind neonfarbene Wanderer in Gebirgen anzutreffen und in einigen Wandergebieten mischt sich das sanfte Rauschen des Windes mit dem Rauschen der Mountainbikes, dem Plätschern idyllischer Bäche und dem zufriedenen Muhen der Kühe.

Besonders herausragend lässt sich malerische Natur in Nationalparks erleben – in Schutzgebieten, deren ursprünglicher Charakter erhalten werden soll und die wenig bis gar nicht vom Menschen beeinflusst sind. In Europa allein gibt es mehrere hundert Nationalparks, die alle einen Besuch wert sind. Da fällt es nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, welche auf keiner Liste fehlen dürfen. Holidu hat mit Hilfe von Google-Daten eine Top Ten der beliebtesten europäischen Nationalparks zusammengestellt.

1. Snowdonia-Nationalpark, Wales – 4,9 ★ aus 18.522 Bewertungen

Europas beliebtester Nationalpark befindet sich in Wales und ist ein Park der Superlative: Snowdonia ist nicht nur der älteste Nationalpark des Landes, sondern beherbergt zugleich den höchsten Berg, Mount Snowdon, und den größten See, Bala Lake, in ganz Wales. Über 2.000 Quadratmeter erstreckt sich die grüne Landschaft, die mit Bergketten, klaren Seen und viel frischer Luft verzaubert. Verlassene Ruinen sorgen für mystische Erlebnisse und die unzähligen Schafe sowie der Blick auf malerische Täler machen die Idylle komplett.

Wenn man es nicht so sehr mit langen Wanderungen und anstrengenden Bergtouren hat, möchten aber die beeindruckende Landschaft vom höchsten Punkt aus erleben? Kein Problem, man nimmt einfach die einzige Zahnradbahn Großbritanniens direkt zum 1.085 Meter hohen Gipfel des Mount Snowdon. Die Dampflok fährt von etwa Mitte März bis Ende Oktober und überwindet etwa 1.000 Höhenmeter. Einmal oben angekommen versteht man sicherlich, weshalb die Waliser diesen Park “Adlerhorst” genannt haben. Gut zu wissen: Nehmen Sie sich am Bala Lake vor dem Monster in Acht. “Teggie” (abgeleitet vom walisischen Namen des Bala Lake, Llyn Tegid), soll hier sein Unwesen treiben.

2. Bieszczady-Nationalpark, Polen – 4,9 ★ aus 10.295 Bewertungen

Auf Platz zwei folgt der Bieszczady-Nationalpark in Polen, der sich über 292 Quadratmeter erstreckt und eine der unberührtesten Landschaften in ganz Europa ist. Die Ursache dafür ist eine traurige, wurden im Jahr 1947 mit der “Aktion Weichsel” innerhalb kürzester Zeit um die 100.000 Dorfbewohner zwangsumgesiedelt. Folglich liegt der Park abgeschieden von der Zivilisation und wird hauptsächlich von Tieren bevölkert: Bären, Wölfe, Luchse, Großwild und Wisente finden hier ein Paradies vor.

Da 70 Prozent des Parks für Besucher gesperrt sind, sind Tiere und Natur größtenteils ungestört. Wer dieses Schutzgebiet besucht und auf den angelegten Wegen spaziert, findet eine nahezu ursprüngliche Landschaft und absolute Ruhe vor. Pittoresk schlängeln sich Flüsse vor sanften Hügeln und oftmals ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Dieser Park ist eine hervorragende Alternative zu überlaufenen Touristenmagneten! Gut zu wissen: Im Ort Wetlina, der sich hervorragend als Ausgangspunkt für Touren durch den Park eignet, hat das kleine, urige Restaurant Chata Wedrowca von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet und verzaubert seine Gäste mit traumhaften Blaubeerpfannkuchen. Ein Muss für jeden Süßschnabel!

3. Nationalpark Rila, Bulgarien – 4,9 ★ aus 7.990 Bewertungen

Die Top drei der beliebtesten europäischen Nationalparks schließt mit Rila in Bulgarien. Das Schutzgebiet umfasst mit 80.000 Hektar den größten Berg Bulgariens (Musala, 2.925 Meter), 120 eiszeitliche Seen, in der Zeit der Schneeschmelze sogar mehr, sowie zahlreiche idyllische Wanderwege. Für ein besonderes Naturerlebnis sollten Sie die Wanderung entlang der sieben Rila-Seen in Angriff nehmen. Die Panoramen, die sich dabei bieten, sind regelrecht magisch.

Überzeugen Sie sich mit eigenen Augen von der treffenden Namensgebung der Seen, die “Träne”, “Niere” oder “Zwilling” heißen. Nicht verpassen: Auf 1.147 Metern liegt das Rila-Kloster aus dem 10. Jahrhundert, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und eine der größten orthodoxen Klosteranlagen ist.

Weitere besondere Sehenswürdigkeiten sind der einzige aktive Geysir Südosteuropas in Saparewa Banja, im Norden und die Lehm-Pyramiden in Stob am Rande des Nationalparks. Gut zu wissen: Wer hoch hinaus will, muss sich den Großteil des Jahres warm einpacken. In neun von zwölf Monaten liegt die Temperatur auf dem Gipfel des Musala unter null. Im Sommer bleibt es frisch und es wird selten über 15 Grad Celsius.

4. Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, Spanien – 4,9 ★ aus 7.795 Bewertungen

Wer Fantasy-Filme mag, wird die Landschaft im Nationalpark Ordesa y Monte Perdido lieben! Karge Gebirgshänge, mancherorts in schillernden Farben, lassen einen durchaus an die trostlose Gegend von Mordor, im “Herr der Ringe” denken. Das Gefühl wird durch die Lage des Nationalparks in der Region Aragón (deutsch – Aragonien) sowie durch den dem Park namensgebenden Berg Monte Perdido, zu Deutsch “Verlorener Berg”, verstärkt. Wen es jetzt noch nicht in den Füßen juckt, der sollte wissen, dass der Nationalpark auch als Grand Canyon Spaniens bezeichnet wird, zum UNESCO-Welterbe gehört und landschaftlich unglaublich viel zu bieten hat.

Malerische Täler umgeben von schroffen Gebirgszügen, tiefe Schluchten, rauschende Wasserfälle sowie grandiose Aussichtspunkte warten nur darauf, entdeckt zu werden. In den Sommermonaten dürfen nur offizielle Busse in den Nationalpark. Den Großteil des Gebiets gilt es aber, zu Fuß zu erkunden – die perfekte Möglichkeit, vollkommen in die Natur einzutauchen! Gut zu wissen: Weiß der Geier wo die ganzen Vögel herkommen. Im Escuain-Tal haben Neugierige die Chance, Geier und Jagdvögel zu beobachten, die hier nisten.

5. Nationalpark Sächsische Schweiz, Deutschland – 4,9 ★ aus 5.897 Bewertungen

Auch Deutschland ist mit dem Nationalpark Sächsische Schweiz in den Top Ten der beliebtesten Nationalparks Europas vertreten. Die Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges sucht deutschlandweit ihresgleichen und das Motto des Nationalparks “Bizarre Felsen – Wilde Schluchten“ wird dem dramatischen Erscheinungsbild auf jeden Fall gerecht. Wer einmal die Sächsische Schweiz aufsucht und Etappen des berühmten Malerwegs bewandert, der versteht sofort, wie Maler wie Caspar David Friedrich durch die Landschaft zu ihren romantischen Meisterwerken inspiriert wurden.

Insgesamt setzt sich der Nationalpark aus drei Schutzzonen und einer Kernzone zusammen. In letzterer gilt ein strenges Wegegebot und wer die Wege verlässt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Auf den markierten Wegen gibt es ohnehin genug zu entdecken: Man wandert durch das Basteigebiet, mit Blick auf die weltberühmte Basteibrücke und lässt Sie sich vom Anblick des Tafelbergs Lilienstein verzaubern. Die Eindrücke, die man aus einem Besuch der Sächsischen Schweiz mitnehmen, werden so schnell nicht vergessen – und wer weiß, vielleicht kommt danach ein eigenes Bild zustande? Gut zu wissen: Im Nationalpark ist Boofen – das Freilandübernachten am Felsen – erlaubt. Diese Tradition des Erzgebirges ist traditionell Bergsteigern vorbethalten.

6. Nationalpark Heuscheuergebirge, Polen – 4,9 ★ aus 5.752

Bewertungen Dramatische Felslandschaften erwarten einen ebenfalls im Nationalpark Heuscheuergebirge (polnisch –  Góry Stołowe). Skurril geformte Felsformationen aus Sandstein und atemberaubende Tafelbergstrukturen versetzen auch hier die Besucher in eine Fantasywelt. Der knapp 64 Quadratkilometer große Park besteht fast komplett aus Wäldern, die zu ausgedehnten Spaziergängen einladen. Das absolute Highlight des Nationalparks sind die “Pilzfelsen”, die wie überdimensionale Pilze im Wald stehen und das Gefühl, in ein Märchen eingetaucht zu sein, noch verstärken.

Abgesehen davon locken die Felsenstadt und das Felsenlabyrinth große und kleine Gäste an. Unbedingt besucht werden sollte auch der höchste Berg des Parks, der Große Heuscheuer (919 Meter). Der beeindruckende Tafelberg ist in den letzten 70 Millionen Jahren vorwiegend durch Wind und Wasser geformt worden. Gut zu wissen: Unweit des Schutzgebiets kann die Schädelkapelle (Kaplicza czaszek) in Czermna besichtigt werden. Sie ist nach einer Tradition, die wohl im 12. Jahrhundert ihren Anfang fand, mit Knochen von über 3.000 Menschen geschmückt und in der Krypta befinden sich etwa 21.000 weitere Gebeine.

7. Durmitor-Nationalpark, Montenegro – 4,9 ★ aus 5.483

Bewertungen Wer das Abenteuer sucht, wird im Durmitor-Nationalpark fündig. Sie wollten schon immer mal Extremsport ausprobieren? Dann stürzen Sie sich auf eines der folgenden Angebote, die dieser Nationalpark seinen Besuchern bietet: Paragliding, Rafting, Dirt Bike Riding oder mit einer Zip Line über die Tara-Schlucht fliegen – alles ist hier möglich! Natürlich kann das Bergmassiv, das 48 Gipfel mit einer Höhe über 2.000 Meter besitzt, auch in Ruhe bewandert werden und im Winter lockt das Skigebiet Wintersportler an. Jeder kommt in diesem UNESCO-Weltnaturerbe auf seine Kosten.

Die größten Attraktionen sind sicherlich der Schwarze See bei Zabljak, der bei passendem Wetter die ihn umgebende Landschaft spiegelt, sowie die Tara-Schlucht, die an ihrer tiefsten Stelle 1.300 Meter misst. Über die tiefste Schlucht Europas führt eine 365 Meter lange Brücke, die spektakuläre Ausblicke bietet. Doch wer nicht schwindelfrei ist, sollte sich überlegen, ob nicht ein Bild der malerischen Brücke ausreicht. Gut zu wissen: Woher der Name “Durmitor” stammt, ist nicht belegt, aber wahrscheinlich stammt er von den keltischen Wörtern “dru mi tore” ab, zu Deutsch: Berg voller Wasser. Das ist in jedem Fall zutreffend, befinden sich über 18 Gletscherseen im Nationalpark.

8. Nationalpark Olymp, Griechenland – 4,9 ★ aus 2.191 Bewertungen

Mit Platz acht im Ranking der beliebtesten europäischen Nationalparks bewegen wir uns in das Reich der Götter. Der sagenumwobene Olymp wurde im Jahr 1938 zum ersten Nationalpark Griechenlands ernannt. Den alten Mythen nach war Mytikas, der höchste Gipfel des Olymps (2.918 Meter) der Treffpunkt der Götter, und der etwas niedriger liegende Gipfel Stefani (2.909 Meter) der Thron des Göttervaters Zeus. Wen es in diese Höhen verschlägt, kann das Gefühl, über der Welt zu thronen, sicherlich nachempfinden.

Zwei weitere Gipfel in ähnlichen Höhenlagen, Skolio (2.911 Meter) und Skala (2.866 Meter), werden Bergsteiger ebenfalls begeistern. Informationen zu Wanderwegen, Klöstern und antiken Stätten in der Umgebung sowie zu heimischen Pflanzen und Tieren finden Sie im Besucherzentrum bei Litochoro. Der Ort ist gleichzeitig ein hervorragender Ausgangspunkt für Ihre Ausflüge. Gut zu wissen: Ein besonderes Ereignis ist der jährliche Olympus Marathon, der die griechische Mythologie lebendig werden lässt: Die Route, die in Dion am Fuße des Olymps startet, erinnert an die Pilgerfahrt der alten Griechen, die jedes Jahr zu Ehren Zeus seinen Thron bestiegen. Die Strecke ist 44 Kilometer lang und erstreckt sich über 3.200 Meter.

9. Jotunheimen-Nationalpark, Norwegen – 4,9 ★ aus 2.058 Bewertungen

Von den Göttern zu den Riesen: Der Jotunheimen-Nationalpark in Norwegen wird als “Reich der Riesen” bezeichnet, immerhin ragen hier über 250 Gipfel mehr als 1.900 Meter in das Himmelszelt. Der höchste Gipfel ist der Galdhøpiggen (2.469 Meter). Dabei sind die höchsten Höhen in diesem Nationalpark nicht unbedingt die beliebtesten Ziele. In großen Mengen schieben sich Parkbesucher zwischen Mitte Juni und Mitte September vor allem den Besseggen-Grat entlang – es sind etwa 17.000 jeden Monat.

Belohnt werden die Mühen durch grandiose Ausblicke auf den Fluss, Gebirgsseen und bildschöne Gipfelpanoramen. Wer mehr Wert auf Einsamkeit legt, sollte unbekanntere Täler aufsuchen, wie das nicht weniger malerische Leirungsdalen. Was die Natur in diesem Nationalpark geschaffen hat, raubt einem regelrecht den Atem.

Gut zu wissen: Nicht nur die Natur ist außergewöhnlich, im Jotunheimen-Nationalpark können Sie auch Tiere beobachten, die vielleicht nicht alltäglich für Sie sind: Rentiere und Elche sind hier der Klassiker aber auch Lemminge können gesichtet werden. Nur Vorsicht: Einigen Erfahrungsberichten nach sind die Lemminge nicht unbedingt kontaktscheu und beißen vielleicht. Abstand zu den wildlebenden Tieren zu halten sollte selbstverständlich sein.

10. Nationalpark Vikos-Aoos, Griechenland – 4,9 ★ aus 1.869 Bewertungen

Griechenland ist wie Polen mit zwei Nationalparks in diesem Ranking vertreten und schließt die Top Ten mit dem Vikos-Aoos-Nationalpark, gelegen in einer Region, die Zagori genannt wird. Benannt ist der Nationalpark nach zwei Schluchten, wovon die Vikos-Schlucht die bekanntere ist – nicht zuletzt, weil sie im Guinness-Buch der Rekorde steht. Der Grund: Das Verhältnis zwischen der tiefsten Stelle und der niedrigsten Breite ist weltweit das größte. Eine krumme Steintreppe voller Serpentinen, die Stufen von Vradeto, führen direkt in die Schlucht hinab.

Ebenfalls faszinierend: Die 45 Dörfer der Zagori-Region sind über alte Bogenbrücken aus Stein sowie sich schlängelnde Eselspfade miteinander verbunden. Sie bilden heute das Streckennetz für Tageswanderungen und Mehrtagestouren und liefern idyllische Panoramen, die einen ins Mittelalter zurückversetzen. Gut zu wissen: Auch in diesem Park sind die verschiedensten Tierarten anzutreffen: Neben Braunbären leben Wölfe, Rot- und Schwarzwild und Schlangen in Vikos-Aoos sowie die üblichen Verdächtigen wie Kühe, Schafe und zahlreiche Vogelarten. Typisch für den Park sind außerdem wildlebende Pferde, von denen so manch einer schwört, sie hin und wieder durch das Gebirge traben zu hören.

Methodik

Das Ranking wurde im November basierend auf Google-Daten erstellt. Dabei wurden alle europäischen Nationalparks berücksichtigt, die als solche gekennzeichnet waren. Die Top 10 wurden auf Basis der Google-Bewertungen erstellt, wobei nur Nationalparks mit mindestens 100 Bewertungen berücksichtigt wurden.


Quelle: Pressemitteilung Holidu

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Claus-Detlev Bues