Traumtour von Düsseldorf nach Peking in 67 Tagen (Foto: tom)

Die Wohnmobil-Traumtour geht von Düsseldorf nach Peking in 67 Tagen. (Foto: tom)

Traumtour-Chef Konstantin Abert: Im chinesischen Verkehr muss ich umdenken

Länder, Menschen, Natur, Reise, Tourismus

Die Traumtour von Düsseldorf nach Peking unter der Leitung von Tourchef Kostantin Abert hat mittlerweile das Reich der Mitte erreicht. Durch Kirgisien gelangten alle Teilnehmer über den 3.600-Meter hohen Bergpass mit Grenzübergang nach China.
Dazwischen liegen viele Eindrücke und Erfahrungen der Reisenden mit Sandstürmen, Überschwemmungen, russischen Soldaten, Grillabenden, weiten Landschaften, Architektur aus Tausendundeiner Nacht und so exotischen Orten wie Samarkand und Taschkent.

Nachdem nun mehr als die Hälfte der unglaublichen Strecke von über 13.000 Kilometern absolviert ist, spricht DCI mit dem Tourleiter Konstantin (Kostya) Abert.


Frage: Herr Abert, Sie fahren mit einer Gruppe von 39 Teilnehmern und 21 Reisemobil-Fahrzeugen die unglaubliche Strecke von über 13.000 Kilometern nach Peking!
Sind die Menschen und die Maschinen wohlauf, oder gab es erste leichte Schwächen?

Antwort: Es sind alle wohlauf. Sowohl Menschen als auch Fahrzeuge. Das ist nicht selbstverständlich bei so einer Tour. Zu Beginn der Reise hatten sich einige Reiseteilnehmer eine fiese Erkältung eingefangen, die bei einem Teilnehmer in einer Lungenentzündung gipfelte. Mit unseren Länderteams hatten wir schnell medizinische Betreuung zur Hand. Mittlerweile sind alle wieder gesund.

Frage: Mussten sich die Teilnehmer ihrer Reise eigentlich besonders vorbereiten? Die Wohnmobile jedenfalls sehen ziemlich „normal“ und wenig umgerüstet aus?

Antwort: In der Tat ist die Mehrheit der Wohnmobile handelsüblich. Wir bleiben auf den normalen Straßen, die es allerdings, besonders in der mittelasiatischen GUS, in sich haben. Alle Teilnehmer haben zwei Ersatzreifen dabei, zudem diverse Filter und andere Ersatzteile. Generell müssen die Fahrzeuge in technisch einwandfreiem Zustand sein. Zudem muss die Motornummer sichtbar im Motorraum angebracht sein. Chinesische Zöllner verlangen dies so. Da Motornummern meist verbaut sind, mussten die meisten von uns ein Metallschildchen mit Motornummer anfertigen und dies im Motorraum anbringen lassen.

Frage: Herr Abert, Sie waren bereits mehrfach in China und haben auch auf Ihrer Webseite abenteuerosten.de auf spürbare Veränderungen und Verbesserungen im Land hingewiesen. Woran machen Sie den Wandel fest?

Antwort: Wir sind hier fast flächendeckend mit Telefonnetz versehen – oft viel besser als in Deutschland. Zudem ist das Tankstellennetz sehr dicht geworden und die meisten Straßen sind in gutem bis sehr gutem Zustand. Also kurzum – das Reisen an sich ist viel einfacher geworden. Außerdem entstehen langsam an vielen Stellen Campingplätze, die wir mit Kusshand annehmen.

Frage: Sie sind mit Ihrem Projekt Traumkino wieder auf dem diesjährigen Caravan-Salon. Dürfen sich die Besucher bereits auf Filmmaterial dieser fantastischen Düsseldorf-Peking-Tour freuen?

Antwort: So ist es. Ich feure aus allen Rohren und werde einige atemberaubende Videos parat haben. Und jede Menge teils unglaublicher und abenteuerlicher Geschichten. Versprochen!!!

Frage: Mal eine technische Frage für unsere Foto-interessierten Leser:
Wie viele Bilder verknipsen Sie eigentlich so auf einer Tour wie dieser?
Und mit welcher Fotokamera arbeiten Sie dabei gerne? Nutzen Sie regelmäßig noch mehr Zubehör (Stativ; Drohne)?

Antwort: Es ist Dank der digitalen Segnungen heute ja keine Frage mehr, wieviel man pro Tag knipsen kann. Ich habe einen meiner Fotoapparate – Nikon 750/zwei Gehäuse – immer umhängen, immer angeschaltet und immer ohne Schutzdeckel auf dem Objektiv, damit ich schnell genug bin, um den Moment zu fangen. Zudem arbeite ich mit einer GoPro-Kamera, die links vorne auf der Motorhaube das Verkehrsgeschehen filmt. Über eine App lässt sich die Kamera vom Fahrersitz aus fernbedienen. Auch eine Drohne haben wir dabei und den ein oder anderen tollen Flug samt Aufnahmen schon hingelegt. Je nach Tag komme ich auf bis zu 300 Aufnahmen. Ich bilde allerdings sofort Auswahlen, da man in der Menge aller Aufnahmen einfach untergehen würde. Meine Foto-und Filmgeräte altern schnell und sind nach zwei Jahren Einsatz fertig mit ihrem Leben.

Frage: Gibt es etwas, was Sie im Augenblick auf der Tour vermissen und worauf Sie sich bei Ihrer Rückkehr nach Deutschland besonders freuen?

Antwort: Mein Zuhause. Und deutsche Vollkornbrötchen, die man bereits um sechs Uhr morgens bei unserem Bäcker kriegt.

Frage: Bei ihren Reisen müssen Sie sich häufig auf verschiedenste Situationen und Menschen einstellen. Gibt es für Sie ein Motto oder eine Heransgehensweise, die sich für Sie über die Jahre bewährt hat? So ganz nach dem Motto „Kommt Zeit, kommt Rat!“

Antwort: Ich habe gelernt, dass mentale Vorbereitung für alle Reiseteilnehmer einschließlich mir auf das anstehende Abenteuer der entscheidende Punkt ist. Ein Beispiel: Im chinesischen Verkehr muss ich umdenken. Es geht nicht darum, recht zu haben, sondern einen Unfall zu vermeiden. Wer auf sein Recht pocht – etwas typisch Deutsches – hat hier schlechte Karten. Der Ausländer ist immer schuld. Daher ist passives und vorausschauendes Fahren oberstes Gebot.
Vor Ort setze ich auf meine internationalen Teams. Gebildete junge Reiseleiter mit Herz und Verstand, die ihr Land kennen, sozial kompetent sind und für uns durch dick und dünn gehen. Mittlerweile haben wir ein recht engmaschiges Netz von Kontakten über den ganzen Wilden Osten gespannt und können sehr schnell in Krisen wie Autopannen oder Krankheit agieren.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Abert!


Infos: zu den Reiseberichten auf abenteuerosten.de
Infos: Berichte auf der Seite vom Caravan Salon

Das DCI begleitet die Traumtour für unsere Leser und hat bereits mehrfach darüber berichtet:
Bericht zum Start der Tour
Geburtstagsgrüße und weiterer Bericht


Zur Person: Kostya Abert
Konstantin Abert, Jahrgang 1967
seit 20 Jahren im Gebiet der GUS per Reisemobil unterwegs
mehr als 300.000 km zurückgelegt
Insiderwissen, vielfältige Reiseerfahrung
Kostya Abert beherrscht Russisch und Englisch fließend, lernt zudem mehr und mehr Chinesisch.
Er ist Reisebuchautor und veröffentlicht regelmäßig Reportagen über das Reisen in Osteuropa und Nordasien.

Seit 2005 hat er folgende Touren geleitet:
4 x Große Asien-Rundreise
4 x Russland Nord 3 x Russland & Ukraine
1 x Baltikum 1 x Ostpreußen
2 x Oman 1 x Madagaskar
1 x Round The World
Thomas Schmies

Thomas Schmies

Unternehmensberater bei Die kleine Fabrik
Thomas Schmies arbeitet als selbständiger Unternehmensberater für seine Klienten mit dem Themenschwerpunkt digitale Transformation. Er kennt sich sehr gut in den Bereichen CMS, Programmierung und SEO aus.
Für das Deutsche Caravaning Institut koordiniert er die gesamten Online-Aktivitäten, sowie die Bereiche Marketing und Vertrieb.
Thomas Schmies

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