Trentino, das ist unberührte Natur, einsame Täler, blaue Seen und berühmte Gipfel. Morgenstimmung über der Bergwelt im Val di Fassa. (Foto: hcb)

Trentino, das ist unberührte Natur, einsame Täler, blaue Seen und berühmte Gipfel. Morgenstimmung über der Bergwelt im Val di Fassa. (Foto: hcb)

Trentino – Urlaub zwischen Tradition und Moderne

CMT 2018, Freizeit, Italien, Reise, Tourismus, Urlaub

Winter, Wandern, Wassersport – die nördlichste Region Italiens präsentiert sich ganz bewusst als Partnerregion der kommenden CMT in Stuttgart. Auf der weltgrößten Urlaubsmesse, die im Januar 2018 ihren 50sten Geburtstag feiert, lädt die autonome Provinz Trentino Interessierte und Abenteurer ein, das Urlaubsland kennen zu lernen, das nicht nur olympischen Wintersport, Wandern und Mountainbiken, sondern auch Gipfelstürmen und Wassersport in einer Ferienregion vereint. 

Mit Elefanten über die Dolomiten?

Die Tatsache, dass Hannibal mit seinen Elefanten, Reitern und Soldaten im Jahre 218 vor Christus die Alpen in Nord-Süd-Richtung überquert hat, um sich mit römischen Kohorten bei diversen Schlachten in Italien zu prügeln, ist unbestreitbar. Dass die Kundschafter aus dem nordafrikanischen Carthago Jahre zuvor im Trentino gewesen waren, um dort die Möglichkeit für eine Alpenüberquerung zu eruieren, muss mit aller Deutlichkeit in den Bereich der Fabeln verwiesen werden.

Nicht nur die himmelhoch aufragende Mauer der unüberwindbaren Dolomiten, nicht nur die Freiheitsliebe und der zu erwartende Widerstand der einheimischen Trentiner, auch die Grandiosität und Faszination der Landschaft hätte die wilden Krieger aus Carthago mit ihren nordafrikanischen Horden zur sofortigen Umkehr veranlasst.

Völkergemisch im Hochgebirge

Das Trentino, amtlich die autonome Provinz Trient, verzeichnet aktuell rund 530.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von über 6.000 Quadratkilometer von den Dolomiten bis zum nördlichen Zipfel des Gardasees. Im Norden grenzt die italienische Provinz an das bekannte Urlaubsgebiet Südtirol, im Südosten an Venetien und im Westen an die Lombardei. 18 Jahre lang, von 1545 bis 1563 tagte das katholische Konzil mit Unterbrechungen in Trient und suchte nach Antworten auf die Reformation, die durch Luthers Thesen den Machtanspruch der katholischen Kirche ins Wanken gebracht hatte.

Heute ist die Stadt mit ihren rund 120.000 Einwohnern die Provinz-Hauptstadt und Sitz der autonomen Landesregierung. Seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert stand die Region unter römischer Herrschaft, wurde 500 Jahre später christianisiert, während in der Folgezeit Ostgoten, Langobarden, Franken, Bayern, Franzosen und Österreicher ihre geschichtlichen Spuren hinterließen.

In den erbitterten Kämpfen der Österreich-Ungarischen Armee gegen Italien in Folge des ersten Weltkriegs verloren Tausende Trentiner auf Dutzenden von Schlachtfeldern im Hochgebirge ihr Leben. Die Frontlinie verlief 1914 mitten durch das Trentino, noch heute zeugen 80 mächtige Festungswerke und hunderte Kilometer von Schützengräben von der bewegten Geschichte der militärisch einzigartigen Gebirgsregion.

Sprache ist Verpflichtung und Tradition

Doch nicht nur fremdländische Besatzer, speziell auch die Abgelegenheit und Unzugänglichkeit einiger Hochtäler im Trentino führten zu einer unterschiedlichen Sprachentwicklung der einheimischen Bevölkerung, die mit dem Ladinischen, einer rätoromanischen Sprache im Fassa-Tal ihren bekanntesten und am besten erforschten Ausdruck findet. Zu einer heutzutage völlig selbstverständlichen Traditionspflege im Trentino gehört die allgemeine Überzeugung, diese uralten, kulturell und geschichtlich gewachsenen Sprachen der Vorfahren nicht in Museen, alten Schriften und verblassten Erinnerungen zu bewahren, sondern ihnen neuen Raum zu geben, sie als lebende Sprache zu unterrichten, zu sprechen, zu schreiben und von Generation zu Generation an die Nachkommen weiterzugeben.

Bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war das Trentino noch eine abgelegene, unterentwickelte und überwiegend landwirtschaftlich geprägte Region, die in den Folgejahren aber einen beachtlichen Wirtschaftsaufschwung erlebte und heute nicht nur wegen der touristischen Spitzenposition zu den wirtschaftlich erfolgreichsten und wohlhabendsten Regionen Italiens gehört. Auch heute noch spielt die Landwirtschaft im Trentino eine wichtige Rolle, bekannt ist zum Beispiel die Weinproduktion, die Käseherstellung und der Export der weltberühmten Apfelsorte Golden Delicious.

Im Trentino ist Urlaub zu Hause

Das schon immer mit allen Voraussetzungen für eine blühende Urlaubsregion ausgestattete Trentino wurde aber erst durch den im 20. Jahrhundert aufkommenden Wander–und Skitourismus aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Perfekt ausgebaute Straßenverbindungen vom Brennerpass kommend führen die Gäste nicht nur direkt in die Talgemeinden und Urlaubsorte, auch die Bahnanbindungen von Deutschland, Österreich und der Schweiz über die Bahnhöfe Trient und Bozen garantieren ebenso kurzfristige Anreisen wie mit dem Flugzeug über die nahe gelegenen Flughäfen von Bozen, Verona und Treviso.

Einsame Täler, blaue Seen und berühmte Gipfel

Val di Sole, die grüne Oase im Trentino mit dem weltberühmten Wildbach Noce ist Inbegriff für abenteuerliches Rafting, Canyoing und Hydrospeed. Val di Sole ist auch jedes Jahr Austragungsort wichtiger internationaler Mountainbike-Disziplinen und wartet mit einer unendlichen Auswahl an naturnahen Wanderungen, Trekking, Nordic Walking und Reiten auf abenteuerbegeisterte Gäste.

Valsugana präsentiert die unberührte Natur der Lagorai-Bergkette mit Wanderwegen und speziell ausgeschilderten Radwegen für Moutainbikefans, stellt mit dem Caldonazzosee die größte Wasserfläche des Trentino und lockt daher mit so unterschiedlichen Wassersportarten wie Segeln, Wasserski, Kanu, Stand up Paddeling und Schwimmen von Mai bis weit in den September. Den Ritterschlag für hervorragende Wasserqualität hat neben dem Caldonazzosee auch der Levico-See durch die Verleihung der Blauen Fahne Europas, einer internationalen Auszeichnung für saubere Badeseen erhalten.

Val di Fassa, Herzstück der Dolomiten mit der perfekt abgerundeten Kombination von Sport, Kulinarik und Entspannung, steht für faszinierende Aussichten auf die berühmten und legendären Felsmonumente des UNESCO Welterbes, Ausflüge in die Naturparks Paneveggio- Pale di San Martino und den Schlern-Rosengarten, berühmt für ihre unberührte Natur und einer Tierwelt, wo Luchse, Braunbären und Wölfe keine Seltenheit sind.

Ebenso bekannt und bei Insidern beliebt ist der Dolomiten Radweg, der auf 48 Kilometer Länge nicht nur einige Höhenmeter überwindet, sondern auch durch wunderschöne Gebirgstäler, Dörfer und vorbei an bewirtschafteten Berghütten führt. Die perfekte Bike-Infrastruktur mit Bike-Hotels, Rastplätzen mit fantastischer Aussicht und durchgehender Beschilderung machen dieses Angebot auch für E-Biker zu einem Highlight dieser fantastischen Bergregion.

Caravaning in seiner schönsten Form        

Ein Trentino-Urlaub mit Reisemobil oder Caravan ist Synonym für Freiheit, Verbundenheit mit der Natur und absolute Neugierde auf eine unbekannte Ferienregion. 68 naturnahe Campingplätze an ausgesucht faszinierenden Stellen und mit höchsten Komfortansprüchen sind in der Region verteilt. Die nahegelegenen Radwege, Nordic-Walking-Strecken, Wanderwege oder Strandpromenaden der Seen machen die Trentiner Campingplätze zu einer perfekten Lösung für einen sportlich aktiven, einen ruhig entspannten oder einen turbulent kinderfreundlichen Familienurlaub.

Die Spitzenleistungen der Trentiner Campingplätze, die zum Teil auch für Winterurlauber perfekt ausgerüstet sind, wurden auch schon in der Vergangenheit mit renommierten internationalen Auszeichnungen wie dem ADAC Award 2016 anerkannt und prämiert. 2,2 Millionen Übernachtungen auf  Campingplätzen der Provinz können sich durchaus sehen lassen und sind ganz sicher ein Zeichen für den gehobenen Qualitätsstandard der Plätze in dieser Urlaubsprovinz.

Fazit

Urwüchsige Natur, kilometerlange Wanderwege,  internationale Mountainbikestrecken, Seilbahnen, Skilifte, Badeseen, Wildwasser, Schlösser, Befestigungsanlagen, Berghütten, Restaurants, Museen, Campingplätze, Wellnesszentren, Städte und Dörfer im Trentino stehen in einer Reihe mit den weltberühmten Gipfeln der Dolomiten und der Rosengartengruppe, dem Fassa-Tal, Valsugana, Val di Sole, den weitläufigen Skigebieten der Marmolata und Madonna di Campiglio, den Thermalzentren Peio und Rabbi und den Wassersportzentren am Gardasee und dem Lago di Ledro. Sie vereinen sich so zu einer spannenden, unterhaltsamen und multisportlichen Provinz, die sowohl mit der Freundlichkeit und Weltoffenheit der Bewohner, als auch mit der hohen Qualität der Urlaubsangebote sowohl im Sommer, als auch im Winter deutlich punkten kann. Beste Voraussetzungen also, um zusammen mit der CMT in Stuttgart ein rauschendes Geburtstagsfest zu feiern.

Infos:  Zur Webseite Trentino Tourismus

 

Hans-Christian Bues

Hans-Christian Bues

Hans-Christian Bues, geboren in Bad Harzburg, lebt und arbeitet als Journalist, Reiseschriftsteller und freier Autor in Königswinter am Rhein. Für seine Reportagen, Reiseerzählungen und Abenteuerromane war er neben dem kanadischen Yukon Gebiet in Alaska, Amerika, Asien, Australien, Russland und vielen anderen Länder der Welt unterwegs. Er ist ein langjähriger und erfahrener Reisemobilist, schreibt regelmäßig Fahrzeugtests und betreut für das D.C.I den Bereich Freizeit, Reise und Touristik.
Hans-Christian Bues