Das Partnerschaftsprogramm des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wird von Städte, Gemeinden, Hotels oder Campingplätze, Direktvermarkter, Museen, Reedereien, WattführerInnen und KünstlerInnen unterstützt, um die Natur dieser einzigartigen Landschaft zu schützen und zugleich für Gäste erlebbar zu machen. (Foto: Nationalpark Partner SH

Das Partnerschaftsprogramm des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wird von Städten, Gemeinden, Hotels oder Campingplätzen, Direktvermarkter, Museen, Reedereien, WattführerInnen und KünstlerInnen unterstützt, um die Natur dieser einzigartigen Landschaft zu schützen und zugleich für Gäste erlebbar zu machen. (Foto: Nationalpark Partner SH

Wattenmeer Nationalpark-Partner – Botschafter für den Nationalpark Wattenmeer

Dänemark, Deutschland, Freizeit, Natur, Niederlande

St. Peter-Ording ist für den kilometerlangen Strand berühmt, Husum ist eine sehenswerte Stadt mit langer Tradition, Tönning bezaubert mit seinem malerischen Fischereihafen – drei ganz unterschiedliche Orte, die alle etwas gemeinsam haben: Sie liegen an der Nordsee und setzen sich für Nachhaltigkeit ein.

Damit sind sie nicht allein. Die drei Kommunen sind Mitglieder im Partnerschaftsprogramm des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Städte und Gemeinden sind bei diesem Projekt genauso mit dabei wie Hotels oder Campingplätze, Direktvermarkter, Museen, Reedereien, WattführerInnen und KünstlerInnen. Alle haben das gleiche Ziel: Die Natur dieser einzigartigen Landschaft zu schützen und zugleich für Gäste erlebbar zu machen. Jedes Jahr schließen sich weitere Mitglieder dem Erfolgsprogramm an. 2020 wird wohl der 200. Nationalpark-Partner dazukommen.

Der einzigartige Naturraum Wattenmeer, der sich vom niederländischen Den Helder bis zum dänischen Esbjerg erstreckt, gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe und entstand vor circa 10.000 Jahren. Er steckt erdgeschichtlich betrachtet also noch in den Kinderschuhen. Der 1985 gegründete Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist Teil dieses grenzübergreifenden Ökosystems; er umfasst rund 4.400 Quadratkilometer Wattflächen, Priele, Sandbänke und Salzwiesen.

Über die Jahrtausende hat sich die Wattlandschaft durch Ebbe und Flut, Wind und Wellen immer wieder neu geformt. Tiere und Pflanzen haben sich an die extremen Bedingungen angepasst. So ist das Wattenmeer zu einem Lebensraum für viele Arten geworden, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind.

Die schleswig-holsteinischen Nationalpark-Partner haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Besuchern diesen einzigartigen Lebensraum in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit nahezubringen und die Natur dabei zu schützen. Eine Idee, die vielerorts auf Begeisterung stößt.

„Das Programm ist eine echte Erfolgsgeschichte“, sagt die Vorsitzende des Vergaberates für die Partnerschaft, Anja Szczesinski. „Die Nationalpark-Partnerschaft, das ist gelebte Kooperation mit in der Region verwurzelten Unternehmen, Vereinen, Institutionen. Ob ein kleiner Beherbergungsbetrieb mit zwei Ferienwohnungen oder die größte Stadt Nordfrieslands – sie alle stärken die Gemeinschaft und profitieren von der Vernetzung.“

Der Mensch ist willkommener Gast im Nationalpark, wenn er sich an die Spielregeln hält. In einer aktuellen Umfrage wünschten sich fast alle Nordsee-Urlauber (93 Prozent), dass die Natur an ihrem Urlaubsort geschützt wird. Immerhin 27 Prozent der Befragten gehen im Urlaub bevorzugt in Betriebe, die deutlich machen, dass sie einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz leisten.

„Diese Wünsche zu erfüllen, wird im Wattenmeer bereits seit vielen Jahren mit den Nationalpark-Partnern angestrebt, die als Botschafter der Nationalpark-Idee besondere Qualitätskriterien erfüllen“, sagt Dr. Christiane Gätje, die in der Nationalparkverwaltung für das Thema Tourismus zuständig ist.

Welche Vorteile eine Mitgliedschaft im Partnerprogramm hat, liegt auf der Hand. Matthias Kundy von der Nationalparkverwaltung in Tönning hat das Erfolgsmodell quasi täglich vor Augen. „Die Grundidee ist, dass Naturschutz und Tourismus Hand in Hand arbeiten – und beide Seiten davon profitieren.“ Denn durch gezielte, die Natur nicht belastende Angebote wie Wattführungen, Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken oder Besucherattraktionen wie das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning würden Urlauber für das Wattenmeer begeistert, „zugleich aber für dessen Schutzwürdigkeit sensibilisiert“, sagt er.

Nationalpark-RangerInnen erklären allen Interessierten unter dem Motto „Informieren statt Verbieten“, wie man das Ökosystem respektieren und zugleich verstehen kann. Schilder, Wegweiser und Infotafeln geben Auskunft über Flora und Fauna. Und die Partner bekennen sich zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, informieren darüber und engagieren sich für seinen Schutz. Sie machen mit Initiativen und Aktionen auf sich aufmerksam – und damit immer zugleich auch auf den Nationalpark. Im Gegenzug können sie die Vorteile des Partnernetzwerkes nutzen und sich auf der gemeinsamen Website www.nationalpark-partner-sh.de  präsentieren.

Seit 17 Jahren ist das schleswig-holsteinische Partnerprogramm ein Modell mit ständig wachsender Anerkennung. In der Strategie für nachhaltigen Tourismus in der Destination Weltnaturerbe Wattenmeer, die Fachleute aus Naturschutz und Tourismus aus den Niederlanden, Deutschland und Dänemark unter Federführung des gemeinsamen Wattenmeersekretariats (Common Wadden Sea Secretariat CWSS) entwickelt haben, werden die Nationalpark-Partner als Beispiel für nachhaltig wirtschaftende Betriebe vorgestellt. In Schleswig-Holstein selbst gilt das Partnerprogramm ebenfalls als Vorreiter – passt es doch hervorragend zur Tourismus-Strategie SH 2025 der Landesregierung, in der die Nachhaltigkeit erstmals als wichtiges Ziel definiert ist.

„Die Nationalpark-Partner sind gewappnet für die Touristen der Zukunft“, sagt Matthias Kundy. Denn die Nachfrage nach einem Urlaub ohne schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt sei an der Westküste bereits deutlich größer als das Angebot. Das gelte von der Anreise über die Mobilität vor Ort, die Gestaltung und Energieversorgung der Unterkünfte bis zu den Freizeitangeboten und einer Kulinarik, die von regionalen und saisonalen Produkten geprägt ist.

Infos:
www.nationalpark-wattenmeer.de/sh
www.multimar-wattforum.de
www.nationalpark-partner-sh.de


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Claus-Detlev Bues