Humoristisch gegen Fremdenfeindlichkeit will der Reise Know- How Verlag mit der Fremdenversteher-Buchreihe angehen. (Foto Verlag)

Humoristisch gegen Fremdenfeindlichkeit will der Reise Know- How Verlag mit der Fremdenversteher-Buchreihe angehen. (Foto Verlag)

Für Sie gelesen – So sind sie, die… – Es lebe das gut gepflegte Vorurteil…

Buchbesprechung, Deutschland, Freizeit, Menschen, Tourismus

Reisemobilisten und andere Vertreter der mobilen Freizeit sind dafür bekannt, Grenzen zu überschreiten, fremde Länder zu besuchen und Kontakt zu anderen Menschen und Kulturen zu suchen. Spielen liebevoll gepflegte Vorurteile bei der Begegnung mit anderen Nationen eine Rolle oder verstehen wir die „Fremden“? Eine kleine Warnung vorab: Die Deutschen und auch die Belgier sind manchmal etwas merkwürdig.

„Die Deutschen wissen nicht alles, sie wissen nur alles besser“ und „Humor bedarf der Vorwarnung und unterliegt der Kennzeichnungspflicht“. Treffen diese beiden „Vorurteile“ auf die Deutschen zu? Mit diesem britischen Blick auf die Deutschen wird eine Nation unter die Lupe genommen, die sich sehr präzise darüber im Unklaren ist, wo sie sich befindet, wohin sie geht und wie sie dahin gekommen ist.

Und unsere Nachbarn, die Belgier?  „Wenn es etwas gibt, das alle Belgier gemeinsam haben, dann ist es ihre Lust am Essen“ und „Belgien gilt normalerweise nicht als Gütesiegel für hohe Qualität, außer bei Schokolade“. Ist damit das Land charakterisiert, in dem man sich gut vorstellen kann, wie der wallonische Hahn und der flämische Löwe versuchen, sich gegenseitig die Augen auszukratzen? Ob Sie belgische Freunde oder Geschäftspartner haben, in Belgien studieren oder auf Reisen gehen wollen: Sie sollten jedenfalls gut vorbereitet sein.

Die Reihe „Die Fremdenversteher“ macht kulturelle Unterschiede verständlich – unterhaltsam, knapp, bissig und voller überraschender Einsichten. Am Ende ist klar: So sind sie eben, die Deutschen! So sind sie eben, die Belgier!

Die neue Reihe „Die Fremdenversteher – So sind sie, die …“ bietet überraschen­de Einsichten in den Alltag anderer Länder. Knapp, locker und unterhaltsam wird auf jeweils 108 Seiten eine Nation vorgestellt ‒ mit trockenem englischen Humor (die Texte basieren auf den englischen Xenophobe’s Guides), Mut zur Lücke, einem lockeren Umgang mit der politischen Korrektheit – aber immer: feinsinnig und auf den Punkt. Die Idee dahinter: Die Texte schaffen die Balance zwischen einer lustigen, aber auch einer ironi­schen Beschreibung der Eigenarten einer Nation und sensiblen Beobachtungen. So wird auch das, was uns an den anderen merk­würdig erscheint, sympathisch.

Die “Fremdenversteher” sind interessant für alle Leser, die neugierig auf fremde Kulturen sind, etwa weil sie gerne in ein bestimmtes Land reisen, weil sie im Ausland studieren oder arbeiten möchten oder weil sie einen Partner aus einem anderen Kulturkreis haben. Nicht zuletzt können die Bücher einen Beitrag zu aktuellen Debatten in den Nachrichten liefern: Ob Brexit, italienische Schuldenkrise oder der strahlende Macron in Frankreich – wer den passenden Fremdenversteher-Band gelesen hat, kann diese Phänomene ein bisschen besser einordnen. “Die Fremdenversteher”: Die Reihe, die kulturelle Unterschiede unterhaltsam macht, ist die deutsche Ausgabe der Xenophobe’s Guides – bei Reise Know-How. Empfohlen bei leichter bis mittelschwerer Xenophobie!

Die Fremdenversteher
So sind sie, die Deutschen
Autoren: Stefan Zeidenitz / Ben Barkow
Format: 108 Seiten 1. Auflage 2018
Verlag: Reise Know-How Verlag, Bielefeld
ISBN: 978-3-8317-2871-8
Preis: 8,90 Euro
Webseite:
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Hans-Christian Bues

Hans-Christian Bues

Hans-Christian Bues, geboren in Bad Harzburg, lebt und arbeitet als Journalist, Reiseschriftsteller und freier Autor in Königswinter am Rhein. Für seine Reportagen, Reiseerzählungen und Abenteuerromane war er neben dem kanadischen Yukon Gebiet in Alaska, Amerika, Asien, Australien, Russland und vielen anderen Länder der Welt unterwegs. Er ist ein langjähriger und erfahrener Reisemobilist, schreibt regelmäßig Fahrzeugtests und betreut für das D.C.I den Bereich Freizeit, Reise und Touristik.
Hans-Christian Bues