Hobby bleibt in Familienhand

Hersteller, Hobby, Menschen, Personalie

Hobby feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Hobby-Inhaber Harald Striewski hat rechtzeitig die Weichen für die Zukunft seines Unternehmens gestellt: Seit April 2015 ist Sohn Michael als Geschäftsführer bei Europas größtem Caravan-Hersteller im Amt. Ihm zur Seite steht als weiterer Geschäftsführer Holger Schulz.

Mit der Berufung von Michael Striewski (56) zum Hobby-Geschäftsführer steht fest, dass das Hobby-Wohnwagenwerk sowie seine drei Tochterfirmen Fendt-Caravan, Formlight und die Rendsburger Feuerverzinkerei auch zukünftig in Familienhand bleiben. „Das ist nicht nur für all unsere Mitarbeiter – inzwischen 2000 im gesamten Konzern – ein wichtiges Signal, sondern auch für unsere Handelspartner, Zulieferer und natürlich für unsere Kunden“, betont Hobby-Gründer Harald Striewski (78).

Er selbst wird dem Unternehmen weiterhin mit seinem Know-How, seiner Erfahrung und seiner Kreativität erhalten bleiben und sich wie bisher um die wichtigen Bereiche Konstruktion und Fahrzeugentwicklung kümmern. „Ich werde in Zukunft wohl nicht weniger arbeiten“, meint Frühaufsteher Harald Striewski, „aber ich bin erleichtert, dass der Druck nun nicht mehr ausschließlich auf meinen Schultern lastet.“

Michael Striewski (links) und Holger Schulz setzten als Hobby Geschäftsführer auf enge Zusammenarbeit. (Foto: Hobby)
Michael Striewski (links) und Holger Schulz setzten als Hobby Geschäftsführer auf enge Zusammenarbeit. (Foto: Hobby)

Die Entlastung für den Senior-Chef zeichnet sich schon jetzt, knapp ein Jahr nach der Neuausrichtung in der Firmenspitze, ab. Das liegt vor allem an der klaren Aufgabenteilung und der guten Zusammenarbeit des neuen Geschäftsführer-Duos. „Wir arbeiten sehr eng zusammen und tauschen uns fast täglich in persönlichen Gesprächen aus. Jeder von uns kennt und versteht auch den Bereich des anderen“, sagt Michael Striewski.

Als gelernter Diplom Betriebswirt ist Holger Schulz (49) für den kaufmännischen Part zuständig und profitiert hier von seiner langjährigen Tätigkeit im Unternehmen. Bei Hobby hat er in verschiedenen Positionen gearbeitet, zuletzt als Geschäftsbereichsleiter für Vertrieb, Marketing und Kundendienst.

Firmen-Patriarch Harld Striewski hat die Weichen für das Familienunternehmen Hobby gestellt. (Foto: Hobby)
Firmen-Patriarch Harld Striewski hat die Weichen für das Familienunternehmen Hobby gestellt. (Foto: Hobby)

Den technischen Bereich des Unternehmens verantwortet Diplom Ingenieur Michael Striewski. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt somit das Kernstück des Unternehmens, die Produktion von Wohnwagen und Reisemobilen. Dass Michael Striewski komplexe industrielle Fertigungsprozesse erfolgreich optimieren kann, stellt er seit 2013 als Alleingeschäftsführer der Hobby-Tochterfirma Formlight unter Beweis.

Das in Warburg (Nordrhein-Westfalen) ansässige Unternehmen fertigt Möbelkomponenten für Caravans und Reisemobile. Die Formlight GmbH ist aus der insolventen Formatec GmbH hervorgegangen und hat sich inzwischen unter der Leitung von Michael Striewski als gesundes Unternehmen am Markt etabliert. So ist seit der Übernahme durch Hobby die Mitarbeiterzahl in Warburg von 72 auf 92 angewachsen.

Ein Erfolg, auf den auch der Vater stolz ist: „Bei Formlight hat er gezeigt, dass er es kann“, lobt Harald Striewski die erfolgreiche Unternehmensführung seines Sohnes Michael.

Auf Wachstum und Erfolg stehen auch die Zeichen bei Hobby. „Wir stellen wieder neue Leute ein und haben unsere Caravan-Produktion um 1.600 Fahrzeuge pro Jahr erhöht, sodass wir bei Hobby auf 11.000 Einheiten pro Jahr kommen“, sagt Harald Striewski und fügt hinzu: „Bei unserer Tochterfirma Fendt läuft es ebenfalls hervorragend. Dort werden wir 9.000 Caravans pro Jahr produzieren.“ Zahlen, die eindrucksvoll die Markführerschaft der Hobby-Gruppe in puncto Caravanbau untermauern.

Europaweit kommen Hobby und Fendt auf einen Marktanteil von mehr als 36 Prozent, in Deutschland sogar auf nahezu 45 Prozent. „Auch bei den Reisemobilen machen wir zurzeit Boden gut und streben mittelfristig rund 2.000 Einheiten pro Jahr an“, gibt sich Geschäftsführer Holger Schulz optimistisch.

Ingenieure unter sich: Vater und Sohn Striewski bei einer technischen Besprechung im Konstruktionsbüro. (Foto: Hobby)
Ingenieure unter sich: Vater und Sohn Striewski bei einer technischen Besprechung im Konstruktionsbüro. (Foto: Hobby)

Dieser Optimismus kommt nicht von ungefähr, sondern beruht auf der konsequenten Neuausrichtung des Reisemobil-Angebots: Mit dem kompakten Vantana ist Hobby sehr erfolgreich im Segment der Kastenwagen unterwegs und mit dem Optima – vor allem in der Ausführung De Luxe – setzt Hobby in seiner Paradedisziplin, den Teilintegrierten, besonders starke Akzente. In der Ausführung De Luxe, also mit der Hobby-typischen „All-inclusive-Ausstattung“, sind jetzt auch die Siesta-Alkoven erhältlich.

„Zur kommenden Saison werden wir unser Sortiment weiter ausbauen und unsere Kunden mit zusätzlichen exklusiven Ausstattungsmerkmalen überraschen“, verspricht Firmenchef Harald Striewski.

Hobby bezeichnet sich als weiltweit größter Caravan-Hersteller und als ein führender Reisemobil-Produzent. (Foto: Hobby)
Hobby bezeichnet sich als weiltweit größter Caravan-Hersteller und als ein führender Reisemobil-Produzent. (Foto: Hobby)

INFO HOBBY WOHNWAGENWERK

Gegründet wurde das Hobby-Wohnwagenwerk 1967 von Ingenieur Harald Striewski. Hobby ist heute weltweit der größte Hersteller von Wohnwagen und ein führender Produzent von Reisemobilen. In Deutschland liegt der Marktanteil im Wohnwagenbereich bei knapp 25 Prozent für Hobby und über 18 Prozent für das Tochterunternehmen Fendt. In der Saison 2014 belief sich der Gesamtumsatz von Hobby auf rund 190 Millionen Euro. Davon entfielen 145 Millionen Euro auf den Caravanbereich. Der Exportanteil beträgt 54 Prozent bei Wohnwagen und 40 Prozent bei Reisemobilen. Die Produktion der Freizeitfahrzeuge erfolgt am Firmensitz Fockbek bei Rendsburg in einem Wohnwagen- und einem Reisemobilwerk. Die Betriebsgröße beträgt 260.000 Quadratmeter, davon sind 60.000 Quadratmeter bebaut. Damit ist Hobby das größte Caravan-Werk der Welt und mit mehr als 1000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber Norddeutschlands. Europaweit verfügt Hobby über ein Netz von 350 Vertragshändlern. Zur Unternehmensgruppe gehören neben dem Hobby-Wohnwagenwerk, die Fendt-Caravan GmbH in Mertingen (Bayern), die Rendsburger Feuerverzinkerei in Rendsburg (Schleswig-Holstein) und die Formlight GmbH in Warburg (Nordrhein-Westfalen).


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Claus-Detlev Bues