Der Polygon Shelter auf Unimog-Basis ist durch intelliegenten Kabinenbau leicht, robust und extrem geländegängig. (Foto: Polygon Shelter)

Der Polygon Shelter auf Mercedes-Benz Unimog-Basis ist durch intelligenten Kabinenbau leicht, robust und extrem geländegängig. (Foto: Polygon Shelter)

Kurz vorgestellt – Fernreisemobil Polygon Shelter Unimog 435

4x4-Fahrzeuge, Fahrzeugvorstellung, Polygon Shelter, Wohnmobil

Expeditions- und Fernreisemobile profitieren vom Boom der gesamten Caravaning-Branche und bieten ein Marktportfolio vom spartanischen Allradler-Campingbus bis hin zum rollenden Luxusappartement mit 4×4-Antrieb an. Die neue Marke Polygon Shelter aus Magdeburg möchte einen anderen Weg gehen.

Leicht, kompakt, komfortabel und hochgeländegängig – so sieht das Startup in Sachen Fernreisemobile ein perfektes Expeditionsfahrzeug. Und natürlich bezahlbar soll die Basis zum Stillen des Fernwehs auch sein.

Die Idee wurde auf Island geboren: Fasziniert von der rauen, unberührten Schönheit dieser Insel mit all ihren Naturgewalten, versuchten Catharina und Sascha Reiche mit Freund Mathias Herms erstmals im Jahr 2015 mit einem alten Mercedes Geländewagen steinige Pisten, launische Flüsse und endlose Steinwüsten zu bezwingen.

Mit Abenteuerlust, Mut und ein wenig Verrücktheit im Gepäck erlebte man ein wunderschönes, wildes und unberechenbares Island fernab der Ringstraße. Schnell war klar: Das ist Freiheit und die schönste Art, die Welt zu entdecken, aber das Fahrzeug muss mitspielen. Auf weiteren Reisen und durch den Austausch mit Gleichgesinnten wurde klar: Einzig der Unimog bietet als Expeditionsfahrzeug ein Potenzial, welches so bislang nur in Ansätzen freigesetzt wurde.

Robuste und bewährte Basis mit Stern

Der Unimog gilt unter den Fernreise-Fans schlechthin als das ultimative Fahrzeug für Abenteurer, die sich im Gelände bedingungslos auf ihren Wagen verlassen wollen: Ein 4×4 mit größtmöglicher Traktion, kurzem Rahmenüberhang für extreme Rampenwinkel, unerreichter Bodenfreiheit und ein verwindungsfähiger Fahrzeugrahmen zeichnen das “Universalmotorgerät” von Mercedes-Benz aus.

Aber der Unimog ist, weil so universell, ein extrem teures Basisfahrzeug. Die Lösung: Eine gute gebrauchte Basis und eine neuer Auf- und Ausbau. Die Unimogs werden von der Bundeswehr übernommen und bei Polygon Shelter technisch vollkommen überholt. Damit sind sie zugleich bezahlbar – mit allen Vorzügen dieser Fahrzeugklasse.

Bezahlbare Technik

Was den Entwicklern bei Polygon Shelter aber ganz besonders am Herzen lag, war die Idee, einen Verbund aus Unimog-Basis und Kabinenaufbau zu schaffen, der besonders leicht, kompakt und stabil ist. Und um die Herausforderung perfekt zu machen, sollen am Ende all diese Aspekte so vereint werden, damit das Fahrzeug und somit auch das Reisen erschwinglich bleibt. Ausgeglichene Achslasten zum einen, sowie ein niedriger Schwerpunkt zum anderen sind für das Entwickler-Team ein entscheidender Schlüssel zum optimalen Fahrkomfort auf Fernreisen.

Hoher Qualitätsanspruch

Man setzt auf eigenen Stärken in Magdeburg: Der gesamte Fahrzeugumbau erfolgt bei Polygon Shelter im eigenen Haus. Dies ermöglicht ineinandergreifend abgestimmte Manufakturprozesse. Das Ergebnis: Qualität und Innovation sind kostentechnisch im Rahmen. Ob beim Möbelbau, der Energieversorgung, Klimatechnik oder Dachträgerkonstruktion – es sind die feinen Details, die letztlich den Unterschied ausmachen. Die Unabhängigkeit von Versorgungsinfrastrukturen macht Fern- und Expeditionsreisen zu dem was sie sind. Darum betreibt man bei der Magdeburger Fahrzeugschmiede großen Aufwand, um die Fahrzeuge mit angemessenen Frischwasser-, Kraftstoff- und Zuladungsreserven auszustatten.

Um ein technisch überzeugendes Gesamtkonzept aus Basisfahrzeug und Kabinenaufbau zu schaffen, verzichten die Entwickler bei Polygon Shelter auf einen überdimensionierten Wohnbereich. Dieser verspricht oft mehr Komfort als er einen in der Praxis spüren lässt. Deutlich spürbar hingegen ist die damit verbundene Einschränkung im Fahrverhalten und nicht zuletzt auch in der Freiheit, faszinierende Landschaften „off the road“ zu entdecken.

Robust und leicht – ist das möglich?

Der Aufbau stand unter dem Leitsatz: „So viel wie nötig, statt so viel wie möglich!“. Dies bewahrt die Unimog-Geländegängigkeit und macht dennoch ein komfortables Fernreisen möglich.

Ein kurzer Exkurs mit Blick auf die einzigartige Geometrie von Bienenwaben zeigt, wie die Natur den Leichtbau perfektioniert hat: Hier trifft effiziente Raumnutzung auf enorme Stabilität. Die Wabenstruktur ermöglicht ein Maximum an Flächeninhalt bei einer gleichzeitig hohen Widerstandskraft gegenüber äußerer Krafteinwirkung.

So wirken denkbare Belastungen nicht etwa punktuell, sondern werden über die Wabenwände auf die gesamte Kabinenkonstruktion verteilt. Die konkreten Beziehungen der Innenwinkel dieser Form machen die gesamte Struktur so stabil. Im Kontrast dazu kann die klassische Rechteck- oder Kastenform zwar mit Blick auf den Flächeninhalt punkten, die Widerstandskraft gegenüber äußerer Krafteinwirkung ist hingegen deutlich geringer.

Konstruktionstechniken mit Wabenformen werden heutzutage vielfältig genutzt. Auch Polygon Shelter (Polygon=Vieleck; shelter=Schutz) hat die Natur zum Vorbild genommen und sich für diese effiziente Bauform entschieden.

Was den Entwicklern aber ganz besonders am Herzen lag und noch immer liegt, war die Idee, einen Verbund aus Unimog-Baisfahrzeug und dem Kabinenaufbau zu schaffen, der besonders leicht, kompakt und stabil ist. Und um die Herausforderung perfekt zu machen, sollen am Ende all diese Aspekte so vereint werden, dass das Fahrzeug selbst und somit auch das Reisen bezahlbar bleiben.

Ausstattung, Einrichtung und Möbelbau

Der Möbelbau ist aus Ulmenholz, kombiniert mit hochfestem weißem Schichtstoff auf den Möbelkomponenten. Er ermöglicht ein überzeugendes Raumkonzept unter der Prämisse von Komfort und Ästhetik. So kommen als Schlafgelegenheit zwei Stockbetten als Festbetten mit variierbarem Härtegrad der Unterfederung vorne zum Einsatz. Gegenüber der Küchenzeile befindet sich die 2er-Sitzgruppe mit indirekter Beleuchtung, im Mittelteil ein Sanitärbereich mit Duschkabine sowie ein Porzellan-Kassetten-WC.

Dazu gibt es einen Längsküchenblock und eine Außenküche jeweils mit Gasherd. Ein 12 Volt und ein 230 Volt-Netz sind an Bord, ergänzt von einer Bordnetzspannung aus mobilen Solarmodulen. Für umfassende Autarkie sorgen ein 280 Liter fassender Frischwassertank mit Trinkwasserfilteranlage, ein 45 Liter Kompressor-Kühlschrank und ein 16 Liter Heißwasserboiler. Ein Kleiderschrank und diverse Staufächer mit geländetauglichen Verschlüssen ergänzen die Ausstattung. Ab 169.000,- Euro beginnt der Fernreise-Spass mit dem Polygon Shelter.

Infos:  Zur Webseite von Polygon Shelter

Quelle: Presse- und Infomaterial Polygon Shelter

Technik-Info Polygon Shelter U 435
BasisMercedes-Benz Unimog 435 U 1300 L Turbodiesel, gebraucht, 100 kW, Vmax 100 km/h
Jahr der Erstzulassung 1987 bis 1988
KM-Laufleistung zwischen 11.000 und 57.000 km
Bereifung Michelin XZL 365/80R20, feingewuchtet
KabineMonocoque GfK-Sandwichkonstruktion auf feuerverzinktem 4-Punkt-Zwischenrahmen
3.400 mm Länge, 2.000 mm Breite, 2.050 mm Höhe
Spezialoberflächenbeschichtung mit besonderer Robustheit
Dachträger als Astabweiser und für Kanutransport
Heckträger am Zwischenrahmen für Fahrrad- oder Lastentransport
Fahrerhausdurchstieg, zwei Fenster, eine Dachluke, ein Panoramadachfenster
Warmwasserstandheizung für Konvektionswärme
Sitz/ Schlafplätze2/2
Maße5.900 x 2.300 x 3.200 mm
Zul. Gesamtgewicht6.500 kg
Leermasse5.600 kg
Bettenmaß Stockbetten 2 x 2.000 x 900
Ausstattung Klimaanlage, Sitzheizung, Navigation, Rückfahrkamera
schallgedämmte Fahrerkabine
2×240 Liter Kraftstofftank
55 Liter Gastank
kontinuierliche Warmwasserversorgung und Heizung im Wohn- und Schlafbereich durch Wasserstandheizung und zusätzliche Nutzung der Motorabwärme während der Fahrt
Grundpreisab 169.000,- Euro

 


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Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues