Andreas Ortlieb, Bernhard Kibler (Erwin Hymer Group) und Professor Dr. Stefan Bratzel (CAM) (rechts) stellen die Markforschungs-Studie von Hymer vor. (Foto: det)

Andreas Ortlieb, Bernhard Kibler (Erwin Hymer Group) und Professor Dr. Stefan Bratzel (CAM) (rechts) stellen die Markforschungs-Studie von Hymer vor. (Foto: det)

Blick in die Zukunft – Hymer-Studie Freizeitfahrzeuge

Caravan Salon, Hymer, Sicherheit, Verkehr

Der Markt für Reisemobile und Caravans in Europa boomt: Bis 2025 ist mit einem Gesamtabsatz von 200.000 Einheiten zu rechnen. Neben steigenden Absatzzahlen verdreifacht sich das Umsatzvolumen im Bereich der Fahrzeug-Konnektivität von aktuell rund 100 Millionen Euro auf knapp 300 Millionen Euro, so die Ergebnisse einer aktuellen, europaweiten Marktuntersuchung von Hymer und des Center of Automotive Management im Rahmen des Erwin Hymer Group Research-Programms.

Eine Befragung von Reisemobilisten und potentiellen Konsumenten ergab außerdem, dass großes Interesse gegenüber Bedienkonzepten und Fahrerassistenzsystemen besteht und sie dafür sowohl Einmalzahlungen als auch monatliche Gebühren in Kauf nehmen würden. Hymer sieht in Connectivity-Funktionen und -Services ein großes Wertschöpfungspotential für die Zukunft und setzt auf kundenorientierte Konnektivitätslösungen.

So hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Center of Automotive Management eine Marktuntersuchung durchgeführt, die sowohl entscheidende Trends als auch die Interessen der Konsumenten erforscht. Im Zentrum der Analysen standen die drei wichtigsten Connectivity-Technologiefelder „Interface und Vernetzung“, „Fahrerassistenzsysteme und Autonomes Fahren“ sowie unterschiedliche Mobilitätsdienstleistungen. Die Ergebnisse aller untersuchten Segmente zeigen:

„Das Geschäftsmodell wird sich in den nächsten zehn Jahren signifikant verändern. So wird der Verkauf von Softwarekomponenten und vernetzten (Mobilitäts-) Dienstleistungen an

Professor Dr. Stefan Bratzel vom CAM-Institut hat die Marktforschungsstudie für Hymer erarbeitet. (Foto: Hymer)
Professor Dr. Stefan Bratzel vom CAM-Institut hat die Marktforschungsstudie für Hymer erarbeitet. (Foto: Hymer)

Bedeutung gewinnen und ihren Anteil an der Wertschöpfung steigern“, erklärt Professor Dr. Stefan Bratzel, Direktor des CAM, unter dessen Leitung die Studie stand. „Umfassende Kenntnisse über die Kunden, entsprechende Schnittstellen und vernetzte Mehrwertdienste für ein umfassendes Kundenerlebnis sind die zentralen Erfolgsfaktoren der Zukunft“, so Professor Bratzel weiter.

Konsumenten aufgeschlossen gegenüber neuen Bedienkonzepten

Eine Konsumentenbefragung, durchgeführt vom renommierten Marktforschungsinstitut YouGov, im Rahmen der Marktuntersuchung zeigt eine große Aufgeschlossenheit von Reisemobilisten und Interessenten gegenüber Connectivity-Funktionen und neuen Dienstleistungen, vor allem hinsichtlich unterschiedlicher Bedienkonzepte.

Als echten Mehrwert sehen die 350 Befragten zum einen solche Bedienfunktionen, die über Komfort mit hohem Nutzwert verfügen. Dazu zählt die mobile Steuerung von Standardfunktionen, die 81 Prozent der Befragten für wichtig bis sehr wichtig erachten, ebenso wie der Internetzugang im Reisemobil (77 Prozent), die automatisierte Übertragung der Route auf das Navigationssystem (68 Prozent), eine Campingplatz-Datenbank mit Buchungsoption (65 Prozent) oder die Fernsteuerung von Fahrzeugfunktionen, wie Verriegelung, Klima oder Licht (59 Prozent).

Auch das Auslesen von Fahrzeuginformationen über ein mobiles Endgerät wird von 59 Prozent für mindestens wichtig erachtet. In puncto Sicherheit ist für die Konsumenten der Empfang eines Alarms bei Gasaustritt auf dem Smartphone entscheidend (88 Prozent), außerdem die Fahrzeugortung per GPS (74 Prozent) sowie für 72 Prozent die mobile Steuerung der Alarmanlage und die mobile Ent- Verriegelung des Fahrzeugs (65 Prozent).

In der Connectivity und den Mehrwertdiensten für Freizeitfahrzeuge sieht man zukünftig ein großes Wertschöpfungs-Potenzial bei Hymer. (Foto: Hymer)
In der Connectivity und den Mehrwertdiensten für Freizeitfahrzeuge sieht man zukünftig ein großes Wertschöpfungs-Potenzial bei Hymer. (Foto: Hymer)

Hohe Zustimmungswerte haben im Technologiefeld „Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren“ Sicherheitsaspekte in allen Bereichen des Reisemobils. Hierzu zählen Rückfahr- und Rundum-Kamerasysteme (87 Prozent), Stauwarnung in Echtzeit (84 Prozent), Spurwechsel- und -halteassistenten (75 Prozent), der Einsatz eines adaptiven Tempomats (71 Prozent) oder eines Highway-Piloten (53 Prozent). Komfortangebote wie ein Touchscreen als Kommandozentrale oder Sprachsteuerung sind für rund 50 Prozent der Befragten von Bedeutung.

Zahlungsbereitschaft der Kunden für Zusatzangebote

Einen Teil der Vernetzungsfunktionen und -services erwarten Kunden als Teil der Serienausstattung. Rund ein Drittel wäre sogar bereit, dafür monatlich zu bezahlen. Für ein sicherheitsorientiertes Fahrassistenzpaket mit Spurhalte- und Spurwechselassistent reicht die Zahlungsbereitschaft der Befragten bei einer einmaligen Investition von 500 (67 Prozent) bis zu 1.500,- Euro (23 Prozent).

Für einen „Highway-Piloten“ würden 31 Prozent sogar 2.000,- Euro ausgeben. Über die Marktuntersuchung gemeinsam mit dem Center of Automotive Management hat Hymer eine dreistufige Marktuntersuchung durchgeführt. Im ersten Schritt ging es in einem Experten- Workshop um die Formulierung der Ziele und Untersuchungsfragen. Im zweiten Schritt wurden die Connected Car Trends analysiert und entsprechende Ableitungen für den Reisemobilmarkt getroffen. Die Datengrundlage bildeten die Innovationsdatenbank des CAM, die die aktuellen Neuerungen der Automobilhersteller erfasst, einschlägige Connected Car Studien sowie Tiefen-Interviews mit ausgewählten Anwendern. Im dritten Schritt fand eine Befragung von Reisemobilkunden und -interessenten statt.

Infos:  Zur Webseite von Hymer

Auf dem Caravan Salon 2017 in Düsseldorf ist Hymer in Halle 17 zu finden. 

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues