Mit dem Top-Modell 730 EB der Intergra-Line Reihe bietet Eura Mobil ein komfortables Paar-Mobil der Extraklasse mit interessantem Grundriss an. (Foto: det)

Mit dem Top-Modell 730 EB der Intergra-Line Reihe bietet Eura Mobil ein komfortables Paar-Mobil der Extraklasse mit interessantem Grundriss an. (Foto: det)

Praxis-Test Reisemobil – Eura Integra Line 730 EB

Eura Mobil, Fahrzeugtest, Hersteller, Wohnmobil

Im Jahr 2013 hat Eura die Baureihe Integra Line vorgestellt. Eine bemerkenswerte Evolution, denn der Sprendlinger Hersteller präsentierte eine Baureihe mit modernen Kompakt-Integrierten, die mit Doppelboden, GfK-Karosserie und einem flachen, harmonischen Design viel Aufmerksamkeit erregten. Wie hat der Integra Line sich weiterentwickelt? D.C.I. hat sich das aktuell überarbeitete Spitzenmodell Eura Integra Line 730 EB im Praxis-Test genauer angeschaut.

Außendesign zeitlos elegant

Never change a winning team… der alte Wahlspruch paßt auch auf den Integra Line, zumindest was sein Äußeres betrifft. Denn da hat es kaum Änderungen gegeben, die aktuelle Modellpflege hat sich auf die inneren Werte kapriziert. Neu ist seit 2016 aber der Grundriss 730 EB, eine komfortbetonte Einzelbettenlösung für das alleinreisende Paar mit einem großen Sanitärraum über dem gesamten Heckbereich und mit einer serienmäßigen Alde Warmwasserheizung, die den Doppelboden als Fußbodenheizung mit erwärmt.

Entspanntes Fahren

Der Test-Integra ist mit der 150 PS-Maschine ausgestattet, die für 1.790,- Euro eine empfehlenswerte Option darstellt, weil sie dem 730 EB zu ordentlichen Fahrleistungen verhilft. Der Eura war mit der umfangreichen Mondial-Ausstattung, einer Kombination aus drei Ausstattungs- und Designpaketen ausgerüstet, zu der auch die mächtigen Busspiegel gehören. Die bieten zwar eine prima Rücksicht und heben Teile des toten Winkels auf, sind aber bei Kurvenfahrten manchmal hinderlich im seitlichen Blickfeld. Unbedingt empfehlenswert ist wegen der knappen Zuladungs-Reserven bei der 3,5 Tonnen-Version jedoch eine Auflastung auf 4,2 Tonnen, wie beim Testmobil geschehen. Dennoch: Das Reisen mit dem Eura ist komplett unkompliziert, das gesamte Handling, auch dank der feinen Rückfahrkamera, völlig unproblematisch. 11.8 Liter hat der Eura Integra Line laut Bordcomputer auf den über 3.000 Testkilometern im Schnitt aus dem Dieseltank genommen, das ist soweit okay.

Viel Platz im Wohnraum

Der Einzelbetten-Grundriss mit dem dahinterliegenden Bad macht´s möglich: Kein Sanitärraum stört die Blickachsen, der Wohnraum wirkt hell und großzügig und verspricht viel Bewegungsfreiheit im Mobil. Schon der erste Eindruck erweckt eine wohlig angenehme Atmosphäre, das helle Möbeldekor und die wertigen Polster sind prima aufeinander abgestimmt. Die Sitzgruppe mit L-Sitzbank, Seitenbank und den Fahrerhaussitzen geht problemlos für vier bis fünf Personen durch, der ausreichend dimensionierte Tisch ist verschiebbar, kann aber nicht für die “Beisitzer” auf der Seitenbank vergrößert werden.

Besonders pfiffig im Küchenbereich: Neben der Spüle drei unterschiedliche Abfallbehälter für eine konsequente Mülltrennung an Bord. Von den diversen, technisch sauber gelösten Möglichkeiten, Flaschen für Essig und Öl, für Wein oder Spirituosen aufrecht und sicher im Küchenbereich zu transportieren, mal ganz zu schweigen. Wer in dieser Küche nichts Leckeres aus Töpfen und Pfannen auf den Tisch zaubern kann, der sollte diesen Raum wahrhaftig nur als Durchgang zu den dahinterliegen Räumlichkeiten nutzen.

Schlafraum mit Komfort

Schauen wir uns mal die positiven Schlafgelegenheiten an Bord an, ein Punkt, auf den die Eura-Macher mit leichtem Stolz hinweisen. Der Grundriss verlangt vom Fahrzeug eine bestimmte Länge, da der große Sanitärbereich – mit fester Tür abgetrennt – hinter den Einzelbetten liegt. Damit entfällt naturgemäß die Heckgarage, aber man bekommt dafür einen ebenen, riesigen Sanitärbereich, der mit dem Zugang zum Kleiderschrank schon mal als „Ankleidezimmer“ durchgeht.

Die Einzelbetten sind, weil keine Garage darunter liegt, sehr tief gebaut, können superbequem geentert werden und erweisen sich auch in der Praxis als äußerst komfortabel. Sehr praktisch auch die klappbaren Lattenroste der Betten, die mit Aufstellern ausgerüstet, einen tollen Zugang zu den Stauräumen unter den Betten ermöglichen. Ein absoluter Pluspunkt für den 730 EB.

Toller Sanitärbereich

Zweiter dicker Pluspunkt ist natürlich der Sanitärraum. Viel Platz für WC und Dusche, ein Waschbecken das seinen Namen verdient und nicht als Vogeltränke daherkommt und ein Kleiderschrank, der vom Sanitärraum aus zugänglich ist. Prima! Aber dafür gibt´s eben keine geschlossene Fahrradgarage, die Drahtesel müssen auf den Heckträger. Keine Klagen auch über die Schlafplätze drei und vier im Bug. Das Hubbett über dem Fahrerhaus ist während der Fahrt sicher arretiert und schwingt soweit nach unten, dass man nicht nur bequem einsteigen, sondern sogar aufrecht in dem Bett sitzen kann. Also: Größe und Ausstattung okay.

Fazit

Der Eura Integra Line 730 EB ist bewusst für das alleinreisende Paar mit hohem Komfortanspruch geplant worden. Diesen Anforderungen wird das Fahrzeug in allen Bereichen gerecht. Wohn- und Schlafkomfort sind vorbildlich, auch Qualität, Verarbeitung und Ausstattung können sich sehen lassen. Wer ein Komfortmobil mit einem ungewöhnlichen Grundriss sucht, ist mit dem 730 EB gut beraten. Alle Grundrisse der Integra Line-Serie sind ab 2018 auch in der hochwertigen Mondial Edition erhältlich.

Infos:  Zur Webseite von Eura Mobil

TECHNIK-KOMPASS

Eura Integra Line 730 EB I

BASISFAHRZEUG

Basis:

Serie Ducato 35, Testfahrzeug Fiat Ducato 40 mit original Flachrahmen-Chassis mit Breitspur, Rahmenverlängerung

Motor:

Serie 2,3 l-Multijet2 130, 2.287 ccm, Testfahrzeug 110 kW / 150 PS (Option 1.790,- Euro), Euro 6

Antrieb:

Manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb

Sicherheitssysteme:

ABS, ASR, Fahrer- und Beifahrerairbag, ESP, Traction Plus

Testverbrauch:

11,8 l/100 km laut Bordcomputer

MASSE/GEWICHTE

Masse im fahrber. Zustand:

Serie 3.070, Testfahrzeug 3.085 kg 

Techn. zul. Gesamtmasse:

Serie 3.500 kg, Testfahrzeug 4.250 kg (Option 2.080,- Euro) 

Zuladung:

Serie 430 kg, Testfahrzeug 1.165 kg

Abmessung (L x B x H):

7.470 x 2.322 x 2.800 mm

Bettenmaße (L x B): 

Einzelbetten im Heck längs 2.100 x 770 mm / 1.890 x 770 mm, Hubbett vorne 1.850 x 1.500 mm

Sitz- / Schlafplätze:

4/4  (Option 6)

Innenhöhe:

1.975 mm

Frisch-/Abwasser Tanks:

140 l innen  / 100 l unterflur 

Wasseranlage:

Wasseranlage mit Druckpumpe, Automatikhähne, Telefonbrause  

Bord-Akku / Typ:

80 Ah AGM

Gasvorrat:

2 x 11 kg 

Heizung:

Gas-Warmwasserheizung Alde 3200 mit Umluft-Fußbodenheizung im Doppelboden

PREISE

Grundpreis:

ab 74.690,- Euro

Extras Testfahrzeug:

Komfortpaket  1.290,- Euro, Stylingpaket 990,- Euro, Articpaket 3.490,- Euro, Multijet 150 1.790,- Euro, Multimedia-Navi Paket mit Rückfahrkamera und Navi 1.996,- Euro, Markise 4,50 m 1.450,- Euro, Dachhaube Heki 1.290,- Euro, Fahrradträger 490,- Euro

Preis Testfahrzeug:

87.47

6,- Euro

HERSTELLER/VERTRIEB

Eura Mobil GmbH
Kreuznacher Straße 78
D-55576 Sprendlingen
www.euramobil.de
Eigenes Händlernetz

GRUNDRISS

Grundriss Eura Integra Line 730 EB. (Grafik: Werk)
Grundriss Eura Integra Line 730 EB. (Grafik: Werk)

TECHNIK IM DETAIL

Fahrgestell / Aufbau

Fiat Windlauf mit CCS-Breitspur-Tiefrahmenchassis und Rahmenverlängerung, durchgehender Leichtbau-Doppelboden, beheizt, holzfreies GfK-Sandwich, Isolierung XPS-Schaum, Dach, Wand, Boden aus GfK, Fahrertür serienmäßig, 4 Rahmenfenster, Austell-Isolierfenster mit Mückengitter und Rollo, 2 Dachluken, Trittstufe elektrisch, Wohnraumtür 70 Zentimeter, Zentralverriegelung, elektrische Zuziehhilfe, Heckgarage mit verstärkter Heckabsenkung, beheizt

Wohnen

Möbelbau in Leichtbau-Technik, Möbeldekor: Chalet, Klappen hochglanz weiß, Wohnwelt Cali/Maka Kunstleder grau, Bodenbelag PVC-Belag mit Stäbchen-Optik dunkel, Sitzgruppe mit L-Schenkeln als 2er-Sitzbank und zwei drehbaren Fahrerhaussitzen, Seitenchouch,  freistehender, 360 Grad verstellbarer Tisch

Küche

Längs-Küchenblock links, geschwungen, Gasherd, dreiflammig, Piezo-Zündung, Glasabdeckung, Edelstahlspüle rund mit Holz-Abdeckung und Automatik-Wasserhahn, 175 Liter Absorber-Kühlschrank mit AES und Gefrierfach, Schubladen und Auszüge mit Soft-Close, 2 Hängeschränke, 1 Unterschrank mit 3 Schubladen und 1 Schrank, LED Küchenbeleuchtung, Dunstabzugshaube, feste Schiebetür zum Schlafbereich

Sanitär

Raumbad mit separate Dusche und Toilette im gesamten Heckbereich, Keramik-Waschbecken aufgesetzt, 1 Spiegelschrank mit 2 Türen, Ablagen, Thetford Cassetten-Toilette, seperater Duschraum mit schwenkbarer Plexiglas-Abtrennung und Telefonbrause, Kleiderschrank im Sanitärraum

Schlafen

Heck-Einzellbetten längs mit Lattenrosten und Kaltschaummatratzen, breiter Durchgang, Kleiderschränke mit verstellbaren Zwischenböden vor den Betten, Stauraum mit Durchlademöglichkeit unter dem Bett, manuelles Hubbett im Fond, 4 Dachschränke im Schlafbereich, feste Tür zum Sanitärraum

 

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues