Es geht auch einfach: Manfred Kleinschwärzer hat seinen Ford Galaxy von der Großraumlimousine zum Freizeitmobil umgebaut. (Foto: Kleinschwärzer)

Es geht auch einfach: Manfred Kleinschwärzer hat seinen Ford Galaxy von der Großraumlimousine zum Freizeitmobil umgebaut. (Foto: Kleinschwärzer)

Selbstausbau mit einfachen Mitteln am Beispiel des Ford Galaxy

Allgemein, Ford, Gastbeitrag, Menschen, Selbstbau, Tipp

In den Zeiten von Glamping – also dem Trend zu immer glamouröseren Camping – schadet es nicht, das einfache, geerdete Camping der früheren Jahre im Blick zu haben. Manfred Kleinschwärzer zeigt mit dem simplen Umbau eines Ford Galaxy zum Freizeitmobil, dass es auch einfach geht.

Nun hat uns der Leserbericht von Manfred Kleinschwärzer aus dem niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen erreicht, der von seinem “Spontan”-Umbau eines Ford Galaxy Baujahr 2006 zu einem übernachtungsfähigen Reisemobil erzählt. Das Ganze ist sicher nicht so glamourös wie die Super-Dickschiffe, die mittlerweile über die Campingplätze der Welt ziehen, aber es zeigt wie man mit einfachen Mitteln und einer soliden Portion handwerklichen Geschicks immer noch die Welt erobern kann. Es ist zugleich ein Plädoyer für die Einfachheit beim Campen!

Übrigens: Der Bericht enthält keine genauen Schablonen und Maße, sondern soll eine tolle Inspiration sein, selbst aktiv zu werden.

Die Motivation für den Umbau war zum Einen den ehemaligen Firmenwagen, der noch gut in Schuss war, weiter sinnvoll zu verwenden und zum Anderen war es auch ein bisschen Spaß an der Freud’, die ja so manchen Selbstausbauer antreibt.

Manfred rechnet es vor: “Die Gesamtkosten des Materials für den Umbau belaufen sich auf rund 350,- Euro. Das war es auch schon! Etwa ein Wochenende mit 20 Stunden Arbeit, das nötige Werkzeug hat jeder Bastler mit Sicherheit selbst. Kenntnisse im Umgang mit Holz sind von Vorteil und etwas Phantasie auch!”

Bei den eingesetzten Materialien findet man in der Einkaufsliste wenig Überraschungen. Die Vierkanthölzer entsprechen den Maßen  55 x 30 Millimeter. Die Staukästen aus Plastik unter der Liegefläche haben die Maße 40 x 35 x 25 Zentimeter (L x B x H) werden von der linken hinteren Türe eingeladen und mit einem kurzen Holzstock mit Haken – hier wurden Deckenschraubhaken verwendet – wieder hervor gezogen.

Unser Selbstausbauer schreibt uns übrigens zum Thema Tücken des Innenausbau: “Es gibt keine!”. Das finden wir dann doch ein wenig zu einfach. Klar ist, wer sich im Umgang mit Werkzeug gut auskennt und auch bei der Vermessung des Innenraums stets den Überblick behält, der kommt natürlich leicht klar.

Allerdings finden sich in jedem Fahrzeug-Innenraum hervorstehende Elemente, Teppichboden in der Karosserie, zu berücksichtigende Aussparungen wegen der Türen und der Heckklappe. Daher schränkt Manfred dann doch ein: “Man muss bei den Einbauten nur genau die Breite der Öffnungen für Türe und Heckklappe beachten.” Ein großer Vorteil bei dem hier vorliegenden Umbau ist übrigens auch, das der Teppichboden komplett unbeschädigt bleibt.

Der Umbau ging dann in Riesenschritten voran und die gemütliche Einrichtung des Innenraums konnte folglich noch am gleichen Wochenende erfolgen. Als Matratze wurde ein Modell von Ikea gewählt (Ja, es gibt auch noch viele andere tolle Möbelhäuser!) in den Maßen 1,2 Meter Breite mal zwei Meter Länge. Die Gardinen auf dem Federband (sogenannte Gardinenspirale) aus dem Camperzubehör wurden an diversen Stellen, wie zum Beispiel an den Handgriffen, per Kabelbinder festgemacht – es sollte ja nichts beschädigt werden. Als Stoff wurde eine preisgünstige Variante von Ikea gewählt und selbst genäht für rund vier Euro pro Meter. Ein Pavillon in der Preislage von knapp 40,- Euro wurde dann in der Dachbox transportiert und diente in vortrefflicher Weise als Sonnenschutz und Vorzelt.

Manfred schreibt uns im Weiteren noch, wohin die Reise dann ging und wie sich der Umbau in der Praxis bewährt hat.
“Als dieser Prototyp fertig war, stand der Sommerurlaub an. Vorher wollte ich jedoch den neuen Camper 1-2 Tage ausprobieren. Meine Frau wollte jedoch ohne vorher getestet zu haben mit dem Ding zwei Wochen in Urlaub nach Italien fahren. Ich war meiner Konstruktion gegenüber sehr skeptisch und brachte im Dachkoffer noch das nötige Material für einen Hotelaufenthalt unter.
Die ersten Nächte verbrachten wir am Gardasee in Lazise, Camping delle Rose, den ich seit Jahren kenne, um eventuell wieder zurück zu fahren, wenn alles schief geht.

Was soll ich lange sagen? Wir hatten sehr schöne zwei Wochen in dem neuen Camper bei unseren Stationen in Lazise – Pisa – Florenz – Luca – Solwenien – Postoina – Bleder See – und dann wieder zu Hause.

Wir haben teilweise selbst gekocht, das Vorzelt war der bekannte Faltpavillion an der hochgestellten Heckklappe, die Seitenteile waren nachts zu, die Klappe blieb offen und dadurch hatten wir immer frische Luft.”

Fazit:
Der Selbstausbau zeigt wieder einmal, das Camping auch mit dem schmalen Geldbeutel möglich ist. Gerade jungen Leuten oder Studenten rufen wir vom D.C.I. zu: “Schnappt Eure Kisten und ab in die Welt.” Wir in der Redaktion schauen uns gerade mit leuchtenden Augen an und schwärmen von Reisen nach Schweden im C-Kadett und zwei Kanus oder von Reisen quer durch Europa mit Zelt und Schlafsack.

Thomas Schmies

Thomas Schmies

Unternehmensberater bei Die kleine Fabrik
Thomas Schmies arbeitet als selbständiger Unternehmensberater für seine Klienten mit dem Themenschwerpunkt digitale Transformation. Er kennt sich sehr gut in den Bereichen CMS, Programmierung und SEO aus.
Für das Deutsche Caravaning Institut koordiniert er die gesamten Online-Aktivitäten, sowie die Bereiche Marketing und Vertrieb.
Thomas Schmies