Diebstahl und Einbruch an Freizeitfahrzeugen kann man nicht verhindern, aber man kann den Panzerknackern die Arbeit erschweren. (Foto: Dometic)

Diebstahl und Einbruch an Freizeitfahrzeugen kann man nicht verhindern, aber man kann den Panzerknackern die Arbeit erschweren. (Foto: Dometic)

Sicherheit im Urlaub – Hinter Schloss und Riegel

Recht & Gesetz, Sicherheit, Zubehör, Zubehörhersteller

Es wird höchste Zeit, das Reisemobil für die Sommersaison fit zum machen. Sicherheit steht dabei natürlich ganz oben auf der Checkliste. Wer dabei allerdings nur an Dinge wie Reifen und Bremsen denkt, macht die Rechnung ohne die „Panzerknacker AG“ – und das kann richtig unangenehm werden!

Langfinger gehen natürlich immer und überall ihren dubiosen Geschäften nach. Mit der ersten großen Reisewelle zieht die Konjunktur für dunkle Gestalten aber nochmals kräftig an. Einbrüche in Reisemobile sind grundsätzlich nicht selten, Tendenz steigend. Ziel der Begierde sind in erster Linie Bargeld, Scheckkarten und Wertgegenstände, die sich schnell versilbern lassen. Verluste, die den Urlaub alleine schon ordentlich vermiesen können.

Aber es geht noch deutlich schlimmer! Immer häufiger machen Horrormeldungen von nächtlichen „Zwangs-Tiefschlaf-Attacken“ die Runde. Dabei setzen skrupellose Diebe die Crew mit Betäubungsgas außer Gefecht und räumen dann das Reisemobil in aller Ruhe aus. Hundertprozentigen Schutz vor ungebetenen Gästen gibt es freilich nicht, aber die Sicherheit an Bord lässt sich mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen deutlich erhöhen.

Unter Verschluss

Eines ist klar: Einbruchs-Profis präferieren normalerweise die “schnelle Nummer”. Jedes zu knackende Schloss kostet Zeit und wirkt daher abschreckend. Nachrüstbare Zusatzschlösser gibt es für Aufbau-, Schiebe- und Fahrerhaustüren, auch in praktischen Sets. Die Montage erfolgt je nach System innen oder außen. Komplett gesicherte Fahrzeug gewähren nur noch über die Aufbautür (Kabine) oder Schiebetür (Kasten) Einlass, weil die Fahrerhaustüren von innen verriegelt werden.

Ein kleines Manko angesichts des Plus an Sicherheit. Was den Fahrgastraum anbetrifft, sind für die gängigen Basistypen (Fiat Ducato, MB Sprinter, Ford Transit oder Renault Master) speziell abgestimmte Schließsysteme erhältlich. Eine Alternative, auch für alle anderen Marken, wäre das Prinzip der Sicherheitsstange. Mit stabilen Laschen zwischen den Fensterscheiben der Fahrer- und Beifahrertür versenkt und verspannt, erschweren sie Langfingern zumindest den ersten Zugriff.

Stahl hart

Schwerem Gerät kann leider selbst das beste Schloss nicht ewig standhalten. Und ungebetene Gäste sollten im Falle eines Falles wenigstens leer ausgehen. Da man nicht immer alles am Mann haben kann oder will, ist ein Tresor angesagt. Welche Größe, hängt ganz von den Platzverhältnissen im Reisemobil ab und ob lediglich wichtige Papiere oder aber die komplette Kameraausstattung im Panzerschrank deponiert werden soll. Neben diversen Auf- und Einbaumodellen sind Tresore für fahrzeugspezifische Sitzkonsolen eine ebenso praktische wie unauffällige Lösung. Alleine der Anblick eines fachgerecht eingebauten Safes nimmt schweren Jungs in der Regel die Lust am Handwerk.

Jederzeit wachsam

Erst recht, wenn zusätzlich eine Alarmanlage ins Spiel kommt. Hier unterscheidet man zwischen Systemen, die beim Verlassen des Fahrzeugs aktiviert werden und solchen, die auch im bewohnten Zustand das Mobil bewachen. Es macht wenig Sinn, eine Alarmanlage ausschließlich mit Bewegungsmeldern als Sensoren auszustatten, die man dann abschalten muss, wenn man sich im Fahrzeug aufhält.

Hier sind Anlagen interessant, die als Sensoren Riegel- oder Fensterkontakte und Bewegungsmelder verwenden. Verlässt man das Fahrzeug, sind beide aktiv, ist man im Wohnraum, werden die Bewegungsmelder unscharf geschaltet. Komfortable Alarmanlagen lassen darüber hinaus auch Gassensoren zu, die vor Narkosegas und, bei einem Leck, vor dem bordeigenen Butan-/Propangas warnen.

Modernste Alarmanlagen melden darüber hinaus per SMS oder Anruf an eine vorher definierte Telefonnummer, wenn das Mobil aufgebrochen oder gar geklaut wurde. Per GPS kann dann sogar der jeweilige Aufenthaltsort bestimmt werden.

Ungeachtet aller möglichen Sicherheitsmaßnahmen, Leichtsinn ist sträflich. Wer die Brieftasche oder Laptop gut sichtbar im Reisemobil zurücklässt, spricht quasi den Gaunern eine Einladung zum Diebstahl aus. Nicht umsonst heißt es: Gelegenheit macht Diebe.

INFO
Sicherheitszubehör für Freizeitfahrzeuge
Zusatzschlösser
Fahrerhaustüren
Je nach Basisfahrzeug und Hersteller (paar) Preis: 95,- – 150,- Euro
Aufbautür Preis: 45,- – 100,- Euro
Kastenwagenschiebetür Preis: 80,- Euro
Sicherheitsstange Preis: 115,- Euro

Tresor
Minisafe (Transportabel zum Anschließen) Preis: 20,- – 60,- Euro
Tresor (Auf- oder Einbau) Preis: 125,- – 380,- Euro
Tresor (Sitzkonsole) Preis: 180,- – 400,- Euro

Alarmanlage
Basisgerät Preis: 270,- – 380,- Euro
Zusatzausstattung Funk-Gaswarner: 90,- Euro
Funk-Magnetkontakt 40,- Euro
Funk-Handsender 60,- Euro

INFO
Adressen Sicherheitszubehör für Freizeitfahrzeuge
Kontakte Sicherheitszubehör

Al-Ko - www.al-ko.de
Dometic -www.dometic.de
Fiamma - www.fiamma.com
HeoSolution - www.heosolution.de
ProCar - www.pro-car.de
Reimo - www.reimo.com
Thule - www.thule.de

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues