Mit dem Kepler Sixty erweitert Westfalia die Baureihe um einen markanten Campingbus im Bicolor-Retro-Style. (Foto: alf)

Mit dem Kepler Sixty erweitert Westfalia die Baureihe um einen Campingbus im markanten Bicolor-Retro-Style. (Foto: alf)

Traditionshersteller Westfalia gut im Rennen

Campingbusse, Saison 2019, Westfalia

Zufriedene Gesichter beim Traditionshersteller Westfalia. Die Geschäfte sowohl mit den OEM-Fahrzeugen als auch mit den Fahrzeugen der Eigenmarke laufen prima, und die neue Produktion in Gotha ist gut gestartet. Die Zahl der Beschäftigten stieg vom Start im März 2017 von 18 auf jetzt 36 Mitarbeiter.

Darüber hinaus ist man mit dem Typen-Umzug von Rheda nach Gotha voll im Soll: Bis August 2018 werden der Sven Hedin, der Columbus mit Aufstelldach sowie die Club Joker endgültig in Gotha gefertigt. Aktuell werden dort zwei Fahrzeug am Tag fertiggestellt. Die OEM-Modelle von Ford, Mercedes-Benz und Nissan werden weiterhin im Werk Rheda-Wiedenbrück gebaut.

Für die Saison 2019 hat man bei Westfalia einiges vor. Alle Westfalia-Modelle erhalten ein Einschlüsselsystem, die Werksgarantie kann auf drei Jahre verlängert werden und der Amundsen bekommt eine serienmäßige Triffstufe und ein optionales 4×4-Paket. Nach ständigem Ärger mit dem Dach-Lieferanten plant man bei Westfalia jetzt für das Modell Columbus eine Aufstelldach aus eigener Produktion, das komplett in Rheda-Wiedenbrück gefertigt werden soll. Mit diesem eigenen Aufstelldach möchte sich Westfalia bei seinen Fiat-Modell vom bisherigen Hersteller unabhängig machen, ein leichteres und formschöneres Dach für alle Fahrzeuglängen bauen und für mehr Schlafkomfort im Dachbett sorgen.

Kepler Sixty – ein Retro-Bulli

Bei den von Rapido gebauten Kastenwagenmodellen Jules Verne und Kepler kommt mit dem Campingbus Kepler Sixty ein Retro-gestylter VW T6-Ausbau zusätzlich in das Programm. Er soll in Reminiszenz die erfolgreiche Westfalia-Geschichte widerspiegeln und liegt damit im aktuellen Vintage-Trend. Zielgruppe für diesen Campingbus sind Bulli-Fahrer, welche die 60er-Jahre und die eigene Jugend wieder aufleben lassen wollen. Der Westfalia-Ausbau auf dem VW T6 kommt im zweifarbigen rot-weiss-Design, das zunächst stark an die Bicolor-Baureihe des VW California erinnert. Der Kepler Sixty kommt aber nicht nur außen, sondern auch innen mit den markanten rot-weißen Elementen und Farben, die man bei Westfalila als „Candy und Rotkirsche“ bezeichnet.

Der Grundriss des Fahrzeugs orientiert sich am 2018 vorgestellten Schwestermodell Kepler 6 mit langem Radstand und 5,30 Meter Länge. Herzstück ist die durchgängige Zweier-Schlafsitzbank im Heck, die zum Übernachten umgeklappt werden kann. Links präsentieren sich ganz klassisch eine Möbelzeile mit Küche, Kocher, Waschbecken und eingebauter Kühlbox sowie hinten Schränke und Staufächer. Ein Tisch für die Sitzgruppe mit glänzender weißer Oberfläche und einem kirschroten Rand kann an der Küchenzeile eingehängt und abgesenkt werden. Das Aufstelldach ist ebenfalls rot in Wagenfarbe lackiert und hat stilecht einen roten Zeltbalg.

Die Legende lebt – der James Cook kommt neu

Der neue Mercedes-Benz Sprinter V30 macht´s möglich – zum kommenden Modelljahr will Westfalia den beliebten James Cook nach einer mehrjährigen Pause wieder an den Start bringen. Der James Cook als relativ großes Kastenwagenmodell wird wieder das Top-Modell der Westfalen und soll kaufkräftige “Best-Ager” mit erhöhten Komfortwünschen ansprechen. Drei Versionen des Klassikers sind in Planung: Eine Einstiegsvariante mit dem Serienhochdach des Mercedes-Benz Sprinter, eine Version mit Aufstelldach und eine Version mit festem Hochdach.

Als Grundriss plant man in Rheda wieder ein klassisches Paarmobil mit großzügiger Dinette, Einzelbetten längs im Heck, eine Längsküche mit Frontkühlschrank und eine Flexbad mit viel Platz, aber ohne den Durchgang nach hinten einzuschränken. Die stattliche Länge der Heckeinzelbetten von über zwei Metern will Westfalia mit einem Heck Slide-Out realisieren.

Neben den Mercedes-eigenen Merkmalen wie das bordeigene Mbux-System oder den V6-Diesel mit 190 PS, kann der Westfalia-Campingbus die edle Mercedes-Fahrzeugsteuerung im Cockpit mit einem Sieben-Zoll-Display anbieten, das via Smartphone-App remote gesteuert werden kann. Ob das Fahrzeug schon auf dem Caravan Salon 2018 zu sehen sein wird, konnte Westfalia derzeit noch nicht garantieren.

Infos: Zur Webseite von Westfalia Mobil

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues