Männerspielplatz! Frauen finden das auch gut... (Foto: ls)

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Traumbus sucht Begleitung – ein ganz besonderes Selbstausbauprojekt

Freizeit, Menschen, Selbstbau

Haben Sie schon einmal einen 12 Tonnen schweren, 12 Meter langen Doppelstockbus umgebaut? Wir auch nicht!
Ein junger Berliner hat sich an diese Aufgabe herangetraut und ein wirklich sehenswertes Gefährt geschaffen.
Wir begleiten die Etappen dieser Metamorphose vom profanen Gebrauchsgegenstand Bus bis hin zu einer sehr individuellen Wohlfühloase mit ein wenig Kult-Charakter.

Ohne Vorgeschichte geht es nicht
Der jetzige Eigentümer des Busses hat bereits in jungen Jahren handfeste Erfahrungen mit handwerklicher Arbeit auf alten Landhäusern und gechillten Hippie-Kommunen gesammelt. Gemeinsam mit seiner Mutter hat er annähernd 10 Jahre jeweils den Sommer in der Toskana und in Griechenland verbracht und dort in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten auf einem alten Bauernhof auch schon im Bauwagen gewohnt, währenddessen die Gemäuer wieder von allen Bewohnern aufgebaut wurden.
Der Rhythmus änderte sich über die Jahre nicht. Es wurde gebaut, getüftelt und frei gewohnt.

Seit dieser Zeit ist der Busbesitzer angesteckt von der Idee, dass Wohnen nicht immer im Reihenhaus mit weißem Gartenzaun um die Parzelle stattfinden muss.

Er selber sagt, dass er „Peter Lustig, den Mann in Latzhose und Bauwagen“ stets sehr sympathisch fand.

Auch sonst ist unser Bus-Fan, der übrigens auf eigenen Wunsch hier im Bericht anonym bleibt, nicht überall der Durchschnittstyp. So hat er bisher in seinen rund 30 Lebensjahren bisher lediglich ein Auto besessen, bevor er sich den 12-Tonnen-Koloss mit rund 3,5-Meter Karosseriehöhe zugelegt hat.

Und das ging so:
Man sieht ein Inserat im Internet, in welchem ein Bus zum Verkauf steht.
Dieser Bus wurde im Köln-Bonner Raum von einer Rennfahrertruppe im Rahmen von 24-Stunden-Rennen als
Teambus eingesetzt. „Der war löchrig, wie ein Schweizer Käse.“, erinnert sich der jetzige Besitzer, „lief aber noch!“.
Kurzentschlossen wurde das Fahrzeug gekauft. Die Rennfahrer haben das Gefährt dann den langen Weg von Bonn bis nach Berlin gebracht. Schließlich landete der Bus an seinem jetzigen Standort mitten in lauschiger Natur.

Grobarbeiten kommen zuerst
Nun waren zunächst einmal die Grobarbeiten vorzunehmen.
Als allererste Maßnahme wurde der komplette Boden des NEOPLAN verschweißt, um sicherzustellen, dass keine Flüssigkeiten aus dem Fahrzeug entweichen können.

Außerdem wurde ein guter Teil des Auspuffs abgeflext und die kompletten Tankkästen wurden entnommen.
Insgesamt ist der Bus zwar dadurch nicht fahrbereit, allerdings sind wichtige Teile des Antriebs für den Riesen auf drei Achsen noch erhalten. So beherbergt der Bolide noch den Motor, das Getriebe und das Differential. Mithin wichtige Elemente, um den Bus möglicherweise nochmal flott zu machen.

Nun ging die Arbeit richtig los! Gemeinsam mit mehreren Bekannten und insbesondere einem Freund, wurde der komplette Buskorpus entkernt und die Inneneinrichtung der 24-Stunden-Fahrer entfernt oder saniert. Es wurden jede Menge Einbauten und Umbauten vorgenommen. Natürlich dauerten die Arbeiten jeweils mehrere Monate. Immer unterbrochen durch Witterung und Berufstätigkeiten.

Die Feinarbeiten kommen danach
Im Einzelnen wurden folgende Arbeiten vorgenommen:

  • der Boden wurde neu geschweißt und mit Rostschutz versiegelt
  • eine Schicht Styrodur (Isolierung) wurde verlegt
  • Dielen aus Sibirischer Lärche wurden verlegt
  • die Wände sind mit Styrodur gedämmt und mit 3 Schicht Holzplatten verschlossen
  • Original Fenster wurde entfernt und mit neuen Stahlplatten geschlossen und versiegelt
  • es wurden Doppelglasfenster eingesetzt
  • im Obergeschoß wurde ebenfalls sibirische Lärche verlegt

Zum Wohlfühlen wurde der Innenraum durch diese Merkmale verbessert:

  • in der unteren Etage ist im Fahrerteil eine kleine Werkstatt eingerichtet (nicht im Kaufpreis enthalten)
  • unten ist die Küche untergebracht (nicht im Kaufpreis enthalten)
  • ein Wamsler Hüttenofen Etna (im Kaufpreis enthalten)
  • Anschliessend im hinteren Teil sind links und rechts zwei auf Maß angefertigte Matratzen (nicht im Kaufpreis enthalten) mit Überzug.
  • ebenfalls unten befindet sich eine Holzbank die mit dem richtigen Tisch ein schönes Esszimmer abgibt
  • im vorderen, unteren Teil ist ein großer Schreibtisch und im hinteren Bereich ist der Schlafbereich
  • In der oberen Etage ist ein Atrium freigelassen

Die Vielzahl der Aufzählungen zeigt schon, wie viele Stunden an Energie und Arbeit in dieses Projekt geflossen sind. Als Kritikpunkt sehen wir als neutraler Betrachter, dass doch einige elementare Einbauten, wie die Küche, nicht im Kaufpreis enthalten seien sollen.
Das erscheint nicht sachgerecht, wurden diese Bauteile doch, ebenso wie die Werkstatt und die Betten sehr passgenau in den Bus platziert. So müsste ein neuer Eigentümer ja zunächst wieder recht große, zeitraubende Selbstausbauvorhaben angehen – und das, obwohl der Bus ja noch genug andere Herausforderungen bietet.

Gleichwohl kann man mit Gewissheit sagen: Einen echten Selbstausbauer juckt ein solches Projekt sicher direkt in den Fingern. 


Infos: Zum ersten Bericht über den Traumbus

Der Berlinbus - ein ganz besonderes Selbstausbauerprojekt
Das Fahrzeug steht aktuell zum Verkauf bei Ebay-Kleinanzeigen für 15.000 Euro (Stand: 26.12.2017):
Hier geht es zu der Ebay-Kleinanzeige

Wir vom D.C.I. setzen die Story fort mit einem Special zur Technik.
Anfragen zur Medienverwertung an: presse@caravaning-institut.de
Thomas Schmies

Thomas Schmies

Unternehmensberater bei Die kleine Fabrik
Thomas Schmies arbeitet als selbständiger Unternehmensberater für seine Klienten mit dem Themenschwerpunkt digitale Transformation. Er kennt sich sehr gut in den Bereichen CMS, Programmierung und SEO aus.
Für das Deutsche Caravaning Institut koordiniert er die gesamten Online-Aktivitäten, sowie die Bereiche Marketing und Vertrieb.
Thomas Schmies