Der Contergan-Geschädigte Gotthilf Lorch hat sich einen Adria Caravan behindertengerecht umbauen lassen. (Foto: det)

Der Contergan-Geschädigte Gotthilf Lorch hat sich einen Adria Caravan behindertengerecht umbauen lassen. (Foto: det)

Wanner Caravaning Dusslingen baut barrierefreien Adria-Caravan

Adria, Barrierefreies Reisen, Hersteller, Menschen

Die Firma Wanner Caravaning aus Dußlingen/Tübingen konzipiert und baut auf Kundenwunsch einen behindertengerechten Adria-Caravan.

Ein hochinteressantes Projekt hat Adria-Händler Wanner Caravaning aus dem schwäbischen Dußlingen mit dem barrierefreien Umbau eines Serien-Caravans realisiert. Inklusionsberater Gotthilf Lorch aus Tübingen, Contergan-Opfer und in den Rollstuhl verbannt, ist als Lokalpolitiker und Berater beruflich viel unterwegs. Er war es leid, schon im Vorfeld einer Reise nach barrierefreien Unterkünften zu forschen.

In Zusammenarbeit mit Wanner Caravaning haben die Mannen um Wanner-Chef Falko Georgi einen Adria Adora 613 HT ganz speziell auf die Bedürfnisse von Gotthilf Lorch umgebaut. Der Adria eignete sich durch den Grundriss mit der Frontküche optimal für den Umbau.

Die Wohnraumtür wurde deutlich verbreitert. Über verstellbare Rampen kann Herr Lorch nun problemlos mit dem E-Rollstuhl in den Caravan fahren. Ein Lift war durch die ungünstige Gewichtsverteilung – besonders im Gespannbetrieb – nicht zu realisieren.

Die Küche im Bug blieb original, da der Eigner sie selbst nicht nutzen kann. Gekocht wird nur durch die Begleitpersonen. Im Original-Grundriss des knapp sechs Meter langen Caravans folgt der Küche die Sitzgruppe mit zwei gegenüberliegenden Sofas. Die hat man ausgebaut und nur die zwei Längssofas belassen, die zu einem flach angelegten Bett verbunden werden.

Das bedeutet, dass im Adria ein breiter, rollstuhlgerechter Gang entstanden ist, in dem Gotthilf Lorch seinen E-Rollstuhl frei bewegen und auch drehen kann. Den im Original dahinter platzierten, abteilbaren Schlafraum mit seitlichen Einzelbetten hat man komplett ausgebaut, um den dahinter über die gesamte Wagenbreite reichenden Sanitärraum barriefrei befahr- und benutzbar machen zu können.

So kann der Eigner mit dem Rollstuhl in den Sanitärraum einfahren, sich auf die Toilette ziehen und die Cassetten-Mechanik des Schiebers mit separat an der Wand angebrachten Hebeln öffnen und schließen. Nebeneffekt der Baumaßnahmen: Der Adria Adora, der in der 1.600 Kilogramm-Klasse angesiedelt ist, konnte auf 1.300 Kilogramm abgelastet werden und kann vom Eigner jetzt mit seinem VW T5 gezogen werden.

Alle nötigen Schalter für Licht, Heizung und das Bedienpanel hat man im Frontbereich neben der Tür auf Griffhöhe für den Rollstuhlfahrer optimal platziert. Da barrierefreie Caravans in der Branche eine absolute Rarität sind, möchte Lorch seinen bedarfsgerecht konzipierten und bestens gelungenen Umbau mit Hilfe seiner Berater-Firma OrBeVe weiter optimieren und denkt über ein länderübergreifendes Vermietsystem für behindertengerechte Caravans nach. Weitere Modelle könnten bei erfolgreicher Vermarktung folgen.

Infos:  Zur Webseite von Wanner Caravaning

Infos:  Zur Webseite von OrBeVe


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Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur in den Bereichen Caravaning, Off-Road und Outdoor tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues