Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach hat sich sein Traummobil gebaut: Ein professionell ausgebautes Kastenwagenmobil auf einem Citroën Jumper. (Foto: Klinke)

Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach hat sich sein Traummobil gebaut: Ein professionell ausgebautes Kastenwagenmobil auf einem Citroën Jumper. (Foto: Klinke)

Das Selbstbau-Projekt – Vom Kastenwagen zum Reisemobil – Teil 1

Menschen, Selbstbau, Technik, Wohnmobil

Als sich bei Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach der Ruhestand ankündigte, machte sich der gelernte Stellmacher und Tischler Gedanken, wie er die neugewonnene Freizeit sinnvoll verwenden soll. Als begeisterter Reisemobilist kam die Idee, einen Kastenwagen zum Reisemobil auszubauen. Generalstabsmäßig machte sich Wilhelm Klinke an die professionelle Umsetzung seiner Idee. Hier Teil 1 seines Berichtes mit den umfangreichen Vorbereitungen und der Fahrzeugbeschaffung.

Unser Reisemobil-Ausbau ist das Ergebnis von Überlegungen, wie man im Ruhestand sinnvoll die hinzugewonnene Freizeit ausfüllt. Gemeint ist natürlich die Nutzung des Fahrzeugs, aber auch die für einen Neueinsteiger recht spannende Entwicklung und Fertigung des Ausbaues. Die Voraussetzungen hierfür sind gegeben: Eine Stellmacher- und Tischlerlehre vor 50 Jahren, eine vielseitige berufliche Tätigkeit (Flugzeugbau, Struktur-Entwicklung und Konstruktion) und eine ausreichend ausgestattete Werkstatt.

Das Ziel war ein Kastenwagen-Ausbau, optimiert für die Nutzung durch zwei Personen. Nach Besichtigungen bei einem ortsansässigen Händler entwickelten sich die Vorstellungen: Eine räumliche Enge galt es zu vermeiden und eine Dusche mit WC war obligatorisch. Auf die die Karosserie aussteifende Trennwand zur Fahrerkabine wurde nicht verzichtet und es sollte ein komfortables Bett eingebaut werden. Nach Innenraum-Entwürfen für Kastenwagen verschiedener Hersteller war klar: Kein längs eingebautes Klappbett in einem schmalen Kastenwagen, sondern ein Querbett in einem Fahrzeug aus der breiteren Ducato-Familie sollte es sein, nicht über sechs Meter lang und mit ausreichender Höhe. Nach einigen Monaten Suche fand sich das passende Fahrzeug, ein Citroën Jumper L3 H3.

Leider entsprach die über die volle Höhe nutzbare Innenlänge nicht den Fahrzeug-Prospektangaben, was bereits im Vorentwurf zu einer Reduzierung der Bettbreite im Fußbereich und einer versetzten Sitzanordnung führte.Mit den ausgemessenen Innenraum-Abmessungen entstand dann die Grundlage für die CAD-Konstruktion des Ausbaus, aufgrund des erlernten Berufs auszuführen aus einem hellen Echt-Holz. Die Wahl fiel auf Sperrholz mit Ahorn-Deckfurnier, sowie Pappel- und Birke-Sperrholz von vornehmlich 4-6 Millimeter Dicke. Eckprofile und Leisten sind aus Ahorn-Massivholz, Klappen und Türen wurden als Sandwich mit Schaum- oder Wabenkern gefertigt, hierbei waren auch gekrümmte formverleimte Teile wie Hängeschrankklappen und Sitzelemente leicht zu realisieren.

Die Isolierung des Kastenwagens mit seinen zerklüfteten Innenstrukturen konnte  mit einer zweischaligen Ausführung zufriedenstellend ausgeführt werden, mit 5-15 Millimeter-PE-Schaum auf Blech und Kastenträger sowie einer 20-Millimeter-XPS-Schale unter den Sperrholzverkleidungen. Die Ausrüstung ist wie in dieser Fahrzeugklasse üblich: Zwei-flammiger Kocher, 60 Liter. Absorberkühlschrank, Combi 4-Heizung/Boiler, Gaskasten für maximal elf Kilogramm im Küchenblock, 50 Liter Frischwasser- & Abwassertank, TV mit mobiler SAT-Antenne und DVBT-Antenne, 80-Ah-Gelbatterie und 100 Wp-Solarzelle.

Außer dem Nähen der Sitzbezüge und der Anfertigung der Matratze erfolgten alle Fertigungen in der Garagen-Werkstatt in einem Zeitraum von 15 Monaten. Hierbei wuchs das Fahrzeuggewicht um etwa 700 Kilogramm – die Gefahr späterer Überladungen über die zulässige Gesamtmasse von 3.500 Kilogramm besteht sicher nicht. Dank fleißiger Internet-Recherchen bei den Beschaffungen konnte die selbstgestellte Ausbaukosten-Vorgabe von 12.000,- Euro eingehalten werden.

Bei der Planung haben wir zwar vielfältige Unterlagen gesichtet, leider waren jedoch kaum Zeichnungen darunter. Deshalb wurde eine Webseite (www.JuBoDuSelbstausbau.de) eingerichtet und eine Sammlung von Planungs-Unterlagen auf einer CD zusammengefasst, demnächst ergänzt durch eine CD oder DVD mit Fertigungs-Zeichnungen, um Erkenntnisse und Bauunterlagen aus Entwicklung und Fertigung an interessierte Planer eines eigenen Kastenwagen-Ausbaus weiterzugeben.

Inzwischen haben wir die ersten Kurzreisen durchgeführt, wir konnten Erkenntnisse sammeln, die sich bezüglich erforderlicher Nachbesserungen glücklicherweise nur auf Kleinigkeiten beschränken: Ein Antennenkabel musste getauscht werden und einige Ablagen sollten noch hinzukommen…

INFO
Vorbemerkungen:
Einige Zeit vor Eintritt in den Ruhestand wurden Überlegungen angestellt, wie man sinnvoll die dann gewonnene Freizeit ausfüllt. Nachdem ein Hausbau und nachfolgende Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen waren und vor Jahren ein Eigenbau-Flugzeug erfolgreich in die Luft gebracht wurde, konzentrierten sich die Überlegungen auf einen Fahrzeug-Umbau, um nach der Fertigstellung mit der hinzugewonnenen mobilen Freiheit die zuvor vernachlässigten europäischen Nachbarländer besser kennenzulernen.
Wilhelm Klinke aus Mönchengladbach ist gelernter Stellmacher und Tischler und begeisterter Reisemobilist. (Foto: Klinke)

Die Voraussetzungen sind gegeben – ein erlernter handwerklicher Beruf (Stellmacher & Tischler), eine technische Weiterbildung (Maschinenbau, Kunststofftechnik), eine vielseitige berufliche Tätigkeit (Flugzeugbau, Struktur-Entwicklung und Konstruktion) und - besonders wichtig -  eine ausreichend ausgestattete Werkstatt.

Einarbeitung in die Ausbau-Thematik

Der erste Schritt zur Einarbeitung bestand im Kauf einiger Fachzeitschriften, im Anzeigenteil stößt man dann auf Anzeigen aus dem Zubehörhandel. Der Selbstausbau wird in mehreren Internet-Foren thematisiert, hieraus konnten Anregungen übernommen werden. Einige Selbstausbauer berichten auf ihren Webseiten vom Ausbau ihres Wohnmobils. Teilweise haben sie aus ihrem Erfahrungsschatz Bücher geschrieben, die im Buchhandel, Internet-Buchhandel oder vom Verfasser beziehbar sind.

Bei der Durchsicht dieser Beiträge war zu erkennen, dass Berichte über Ausbauten sich weitgehend auf Beschreibungen, Grundriss-Skizzen und Fotos beschränken. Weiter-gehende technische Zeichnungen sucht man vergebens und Angaben zu Dingen wie Plattenwandstärken und Gewichten sind dünn gesät.

Entwurfs- und Bauunterlagen

Da der Ausbau sowieso konstruktiv geplant und durch CAD-Zeichnungen unterstützt werden sollte, reifte bei der Planung der Entschluss, die Überlegungen und Bauunterlagen so aufzubereiten, dass sie in Form von Planungsunterlagen (Zeichnungen der Innenstruktur des Basisfahrzeugs, verwendete Werkstoffe, erforderliche Werkzeuge und Systembeschreibungen) und als Bauunterlage (kompletter  Zeichnungssatz mit zugehörigen Beschreibungen) weitergegeben werden können. Nachfolgend wird der Weg beschrieben, der zu diesen Bauunterlagen geführt hat. Wesentlich ist, dass hiernach ein Fahrzeug ausgebaut wurde. Nur so konnte die Anwendbarkeit der Unterlagen überprüft und durch fertigungsbegleitende Modifikationen an den Bauunterlagen optimiert werden.

Erstellung eines Lastenheftes

Bei der Besichtigung von industriell ausgebauten Kastenwagen, die gegenüber den auf Transporter-Fahrgestell aufgebauten teilintegrierten Reisemobilen ein geringeres Bauvolumen aufweisen, fällt auf, dass im Mittelbereich eine räumliche Enge herrscht. Wenn sich hier Kleiderschrank und Bad gegenüberliegen, verbleibt lediglich ein enger Durchgang zum „Schlafzimmer“, welches durch tief herunterreichende Stauschränke bezüglich des freien Luftraums weiter eingeengt ist.

Die kommerziellen Reisemobile nutzen die drehbaren Sitze der Fahrerkabine, um üblicherweise vier Sitzplätze bereitzuhalten. Da wir ein Zwei-Personen-Mobil planen, verzichten wir auf die Einbeziehung der Fahrerkabine und können somit das Bad vorne platzieren.

Definition von Mindestanforderungen

  • Wesentliche Forderungen, entstanden nach intensiver Diskussion mit der Mitbenutzerin:
  •  Zwei-Personen-Nutzung (auch dritte Person möglich, wenn drei Sitzplätze in der Fahrerkabine)
  • Keine Einbeziehung der Fahrerkabine, dadurch besserer Isoliermöglichkeit und kein Verzicht auf strukturelle Bauteile
  • Badezimmer mit Toilette und Dusche
  • Größeres freies Volumen im Mittelbereich, deshalb Bad vorne links
  • Komfortables Bett, Matratzenhöhe etwa 18 Zentimeter, auf Tellerfedern aufliegend
  • Sitzfreiheit im Bett
  • Ausreichende Stehhöhe, auch bei guter Isolierung von Dach und Boden (Tendenz zum Superhochdach H3)
  • Küche im Eingangsbereich rechts: Dunstabzug durch Schiebetüröffnung beziehungsweise Schiebetürfenster
  • Warmwasser-Vorrat zehn Liter, ausreichend für zwei Dusch-Gänge
  • Nutzwasser und Abwassertank je etwa 50 Liter (einen unzerklüfteten 50-Liter-Tank kann man dicht unter dem Boden unterbringen)
  • Warm- und -Kaltwasser in Küche und Bad (Handwaschbecken und Dusche)
  • Heizung
  • Kühlschrank (bevorzugt gegenüber Kühlbox)
  • Klimaanlage nur in Fahrerkabine (Argument gegen Klimaanlage hinten: Bei hohen Temperaturen möchte man nicht im dicht geschlossenen Wohnmobil bei laufender Klimaanlage die Zeit totschlagen, dafür sind zur Belüftung Dachhauben zwingend erforderlich). Jedoch ist die Vorhaltung eines Freiraums für eine später nachrüstbare Klimaanlage anzustreben.
  • Tempomat für das entspannte Fahren, Automatik-Getriebe wünschenswert, bei einigen Marken leider wenig verfügbar
  • Länge nicht über ungefähr sechs Meter
  • Sitzpositionen: gegenüberliegend oder 90 Grad versetzt, nicht nebeneinander

Abgleich mit den Innenabmessungen von verfügbaren Kastenwagen

Bevorzugtes Fahrzeug für den Umbau war zunächst ein MB Sprinter oder VW Crafter in der Größe L2H2. Von VW war immerhin eine CAD-Zeichnung und eine umfangreiche Aufbaurichtlinie über das Internet verfügbar. Das Bett sollte als Faltbett längs eingebaut werden, da ein Quereinbau keine ausreichende Bettlänge ergibt. Trotzdem war der restliche Raum zu klein.

Mit der Länge L3 sind die Fahrzeuge in der Außenlänge zu groß, weiterhin ist ein Faltbett (2 x 0,7 Meter breit) mit Federunterstützung zu kompliziert und nicht gleichzeitig mit der darunterliegenden Sitzbank zu nutzen. Die Ermittlung der Innenmessung eines Renault Master L3 H2 (wie Opel Movano) ergab eine ebenfalls zu geringe Innenbreite für ein Querbett, weiterhin ist die Innenhöhe für ordentliche Isolierungen nicht ausreichend.

Mit den Prospekt-Innenabmessungen kann man den Innenraum nicht planen, hier werden nur lokale Maximalmaße angegeben. Dieses trifft auch auf den Fiat Ducato und seine baugleichen Brüder zu. Allerdings ist hier eine Querbettlänge von etwa 1,9 Meter realisierbar, für 1,85 Meter Körpergröße gerade ausreichend. Mit der Länge L4 (Ducato) beziehungsweise L3 (Peugeot Boxer, Citroen Jumper) hat man knapp 3,5 Meter zur Verfügung, bei sechs Meter Gesamtlänge und einem Radstand von 4.035 Millimeter. Iveco- und Ford Transit-Modelle wurden nicht betrachtet.

Technik-Info Basisfahrzeug Lesermobil Klinke
BasisCitroen Jumper 35 Heavy L3 H3
Motor / Antrieb2,2 l-HDI 150 FAP, 2.189 ccm, 110 kW / 150 PS, Euro 5
6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
Sitz/ Schlafplätze2/2
Maße
L x B x H
5.998 x 2.050 x 2.760 mm
Zul. Gesamtmasse3.500 kg
Leermasse2.202 kg (voller Tank + Fahrer)
Höchstgeschwindigkeit
150 km/h
Ausstattung2 x Airbags, ESP, ABS, ASR

Vergleich mit kommerziellen Reisemobilen

Marktführer bei den Basisfahrzeugen ist hier der Fiat Ducato, einige Hersteller verwenden Citroen Jumper und Peugeot Boxer.Tatsächlich sind die Innenabmessungen für den Ausbau, insbesondere für einen Querbett-Festeinbau, besser geeignet als bei den Mitbewerbern. Die sich vielfach wiederholende mittige Anordnung des Badezimmers hat erkennbare Gründe, auch bezüglich des Einbaus der Fenster.

Von den zahlreichen, zur Zeit in neuen Reisemobilen eingesetzten Fenstern ist nur ein Teil für den privaten Ausbau verfügbar und zudem für gekrümmte Seitenwände nicht besonders geeignet. Vorteile ergeben sich seitens Ducato und baugleiche Fahrzeuge: Im Zubehörhandel werden einige vorgehängte Fenster für festgelegte Einbauorte angeboten. Allerdings muss hier der Rahmen selbst hergestellt und mit einem mitgelieferten Gummiprofil verkleidet werden.

Festschreibung des Lastenheftes

Mit der Anschaffung und Vermessung eines Citroen Jumper L3H3 konnten die bereits festgelegten Lastenheft-Punkte unverändert beibehalten werden, weiterhin ließen sich mit den während der weiteren Entwurfsarbeiten gesammelten Erkenntnissen zusätzliche Festlegungen treffen:

  • Dachfenster im Bad, mit Ventilator-Unterstützung, Dachfenster im Mittelbereich als zwingend notwendiger Warmluft-Abzug
  • Seitenfenster in der Schiebetür, aus Kosteneinsparungs-Gründen in der Größe des linken Seitenfensters
  • Seitenfenster links dicht hinter der C-Säule
  • Heckfenster in der rechten Hecktür
  • Absorber-Kühlschrank rechts unten zwischen Küche und Bett, darüber mit reduzierter Tiefe (wegen Raumeindruck und Freiheit im Schulterbereich) der Kleiderschrank
  • Sitzecke links zwischen Bad und Bett, Sitzpositionen versetzt gegenüber (kein Raum für direkt gegenüberliegende Sitzposition)
  • Heizung und Warmwassererzeugung mit einer Kombitherme, somit Bevorzugung des Energieträgers Flüssiggas
  • Bett im Oberkörperbereich etwa 1,4 Meter breit, im Fußbereich auf zirka 1,25 Meter reduziert (Kompromiss zwischen Bettbreite und Sitzraum)

Die Fenster-Auswahl und –Positionierung, sowie die Kühlschrank-Einbauposition konnte erst nach einem Gespräch mit der Firma Fiat (auf der Caravan-Messe 2015) abgeschlossen werden: Die senkrechten Streben mit Punktschweißanschluss an die Horizontalträger und lokaler Klebung zur Außenhaut haben lediglich die Aufgabe einer Beulstützung der Blechschale, somit kann die Stützung auch durch einen Fensterrahmen erfolgen.

Von der beliebten Entfernung der Trennwand wurde jedoch abgeraten, mit Hinweis auf zusätzliche Aussteifungen, die von Umbaufirmen eingebaut werden. Das vorstehend beschriebene Lastenheft entstand in einem längeren Zeitraum, in dem durch diverse Recherchen zu Fahrzeug-Innenabmessungen, Materialien, einzubauenden Geräten und Bauteilen mit Kostenbetrachtungen und dem Durchspielen verschiedener Grundrisse der Kenntnisstand ständig verbessert wurde.

Kostenrahmen

Zum Startzeitpunkt wurde als Kostenrahmen für die Beschaffung eines geeigneten gebrauchten Transporters 10-12.000,- Euro und für die Ausstattung 8-10.000,- Euro angenommen. Die Sichtung von Fahrzeugen zeigte, dass im angestrebten Kostenrahmen zu viele Abstriche notwendig wurden: Wenn man mit viel persönlichem Einsatz ein Fahrzeug ausbaut, sollte hiernach über einen längeren Zeitraum Korrosion kein Thema werden.

Transporter sind Nutzfahrzeuge, die nicht die Werterhaltungsmaßnahmen eines Privat-PKW’s erfahren und meistens mit lokalen Karosserie-Schäden ohne Reparaturen weiter betrieben werden. Weiterhin sind fast alle Transporter weiß, da diese Farbe im Neufahrzeug-Anschaffungspreis zuschlagfrei ist. Um an ein Fahrzeug mit akzeptablen Zustand zu kommen, musste die Preisvorgabe bei der Internet-Suche schrittweise auf 15 bis 20.000,- Euro erhöht und die Suche ohne Umkreis-Beschränkung durchgeführt werden.

Zunehmend wurde mit der Superhochdach-Ausführung H3 geliebäugelt, was jedoch das Angebot wieder reduzierte. Für die Recherche mit entsprechenden Suchaufträgen kann man durchaus einige Monate Zeitbedarf einkalkulieren. Weiterhin spricht ein Umstand für die Beschaffung eines höherwertigen Fahrzeugs: Manche Gebrauchtwagen-Händler lehnen den Verkauf an Privatkunden ab, aufgrund der damit verbundenen erhöhten Gewährleistung im Beanstandungsfall.

Die erste Kostenabschätzung des Ausbaumaterials und der Geräte von 9.000,- Euro wurde kompromissbehaftet durchgeführt und entsprach nicht dem finalen Lastenheft. Allerdings wurden alle Preise ohne weitere Recherche aus vorliegenden Katalogen entnommen. Konform mit dem Lastenheft stiegen die abgeschätzten Kosten auf ungefähr 12.000,- Euro. Durch nachträglich hinzugekommene Aufwendungen und unberücksichtigte Ausgaben wäre dieser Kostenrahmen überschritten worden, jedoch konnte durch zeitintensive Kostenvergleiche und Nutzung von Sonderangeboten der Rahmen von etwa 12.000,- Euro letztendlich eingehalten werden.

Wenn man nun die Kosten mit den Anschaffungskosten gebrauchter Wohnmobile auf Kastenwagen-Basis vergleicht, bleibt eigentlich kein Kostenvorteil übrig. Wenn das Ziel eines Selbstausbaus ausschließlich die vermeintliche Kosteneinsparung ist, sollte von der Idee wieder Abstand nehmen. Zudem ist gerade der Ausbau einer Transporter-Blechkarosserie durchaus anspruchsvoll und erfordert eine erhebliche Portion Begeisterung und Ausdauer. Die Arbeiten können aber auch zu einem sehr befriedigenden Hobby werden, welches man mit Begeisterung ausfüllt.

HIER geht´s zu Teil 2 des Selbstbau-Berichtes

Infos:  Zur Webseite des Selbstbaus Wilhelm Klinke

Bitte beachten: Mit dem Start des Videos stimmen Sie der Übertragung und Weiterverarbeitung von Daten durch YouTube zu.

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues

Claus-Detlev Bues ist seit Jahrzehnten in leitenden Funktionen als Fach-Redakteur im Bereich Caravaning tätig. Neben mehreren Print-Titeln verantwortet er nun auch als D.C.I - Chefredakteur die Online-Berichterstattung und betreut darüber hinaus die Bereiche Test und Technik. Aus seiner Feder stammen mehrere Sachbücher zum Thema Caravaning. In seiner Freizeit schraubt er gerne an Oldtimern und ist aktiver Selbst- und Ausbauer von Wohnmobilen, mit denen er in ganz Europa unterwegs ist.
Claus-Detlev Bues

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