Vorbereitung und Kochen auf begrenztem Platz erfordert Organisation und Planung. (Foto: det / D.C.I.)

Vorbereitung und Kochen auf begrenztem Platz erfordert Organisation und Planung. (Foto: det / D.C.I.)

Die mobile Küche – Packlisten für die Campingküche – Das muss mit

Service, Tipp, Wohnmobil

Steht das nächste Urlaubsziel schon fest und die Vorfreude auf die kommende schöne Zeit wächst, hält es viele Camper nicht mehr länger in den eigenen vier Wänden. Sie kümmern sich darum, dass das Wohnmobil startklar ist und sich alle Utensilien an Ort und Stelle befinden. Von zentraler Bedeutung bei jeder Womo-Tour, egal ob innerhalb Deutschlands oder ins Ausland, ist die Küche. Unsere Tipps und Packlisten helfen dabei, die Campingküche rundum komplett auszustatten, damit es unterwegs an nichts fehlt.

Begrenzter Platz und Gewichtsbegrenzung erfordern Umsicht bei der Auswahl

Natürlich ist auf den Womo-Touren der Camping-Grill meistens die Hauptküche. Aber es muss nicht immer nur Steak und Würstchen sein. Wer viel unterwegs ist weiß, wie spannend es sein kann, im eigenen Camper internationale Gerichte nachzukochen. In Italien gibt es andere köstliche Zutaten, als beispielsweise in Mazedonien. Die Inspiration beim Einkaufen auf einem französischen Wochenmarkt kann dazu führen, Unmengen von Gemüse, Fisch und Kräutern mit zum Camper zu bringen.

Eine häusliche Küche hat mindestens sechs Quadratmeter Fläche und umlaufende Schränke ohne Gewichtsbeschränkung der Zuladung. Die Küche im Wohnmobil hat oft nicht mal einen halben Quadratmeter, für die gesamte Ausrüstung bietet sich im Schnitt 300 bis 400 Kilogramm Zuladung. Logisch, dass bei der Küchenausstattung für den Urlaub nur das mitkommt, was unbedingt benötigt wird und beim Einkauf nicht nur das Design, sondern auch und vor allen Dingen das Gewicht eine Rolle spielt.

Dass damit unterschwellig “Plastikgeschirr” und “Aluminiumtöpfe” angesprochen sind, muss nicht negativ sein, so wenig Image diese Küchenteile auch noch vom früheren Zelturlaub mit dem Fahrrad haben, als mit Esbitkocher und verbeultem Aluminiumtopf die Erbswurstsuppe zubereitet wurde. Die Küche sollte deshalb möglichst perfekt ausgestattet sein, um auch besondere Gerichte kochen zu können. Allerdings ist der Platz für Küchenutensilien und Tools für die Mobilküche sehr begrenzt. Deshalb ist es wichtig, die Ausstattung mit Bedacht zu wählen. Es gibt einige Dinge, die praktisch unverzichtbar sind und die in keiner Campingküche fehlen dürfen.

Packliste Kochutensilien

  • Topfset: Ideal sind Töpfe aus einer Serie, die sich platzsparend ineinander stapeln lassen
  • Wasserkessel mit Flöte
  • eine große Pfanne: Eine Pfanne mit hohem Rand, am besten gusseisern. Diese ist auch für den Einsatz über offenem Feuer geeignet
  • eine Press-Stempelkanne – Die French-Press Kaffeekanne, damit sind Filter und Filtertüten überflüssig
  • ein Dosenöffner, Korkenzieher und ein Flaschenöffner, am besten als Multitool
  • eine mittelgroße Thermoskanne mit Trinkaufsatz. Diese kann für den Morgenkaffee und für die Wanderung unterwegs eingesetzt werden
  • einen Pfannenwender zum universellen Einsatz für alles Gebratene
  • ein Feuerzeug (mit Schwanenhals optimal auch für den Grill)
  • ein Schneidbrett und ein Messerset, eingewickelt in eine Stofftasche
  • bei Bedarf Grillbesteck

Zusätzlich zu diesen grundlegenden Utensilien sind je nach Anzahl der mitreisenden Personen ausreichend Besteck sowie ein Campinggeschirr in Outdoor-Qualität erforderlich. Neben einer ausreichenden Anzahl von flachen und tiefen Tellern sowie Bechern empfiehlt es sich , zwei leichte Schüsseln für Salat und Gemüse mitzunehmen. Robustes Kochgeschirr ist oft für den Einsatz auf offener Flamme geeignet.

Das Gewicht ist entscheidend

Jedes Gramm zählt. Deshalb sollte die Wahl auf spezielles Campinggeschirr fallen, um Gewicht zu sparen. Abgesehen davon sind speziell für den Outdoorbereich hergestellte Kochutensilien besonders robust. Sie halten also den ein oder anderen Schlag aus. Speziell für den Outdoorbereich hergestellter Artikel sind meist leicht zu reinigen und besonders kratzfest. Viele verfügen über multifunktionale Eigenschaften oder lassen sich durch intelligente Mechanismen auf ein geringes Maß reduzieren. Die am häufigsten verwendeten Materialen sind Kunststoff, Aluminium und Edelstahl.

Grundzutaten: Gewürze, Tee und Nudeln

Manche Camper wollen im Urlaub gar nicht so viel Zeit mit dem Kochen verbringen. Sie gehen lieber auswärts essen oder beschränken sich auf die schnelle Campingküche. Aber lecker muss es sein, das versteht sich von selbst. Andere wiederum schätzen ausgedehnte Schlemmerabende mit der Familie und Freunden. Für sie wäre der Campingurlaub ohne selbst gekochtes Vier-Gänge-Menü nicht perfekt. Wenn Paul Bocuse und der Thermomix nicht mit an Bord sind, regiert die kulinarische Kreativität auf kleinstem Raum. Dazu braucht es gewisse Grundzutaten. Diese sollten generell im Camper vorhanden sein, damit auch ein spontaner Ausflug am Wochenende keine großen Vorbereitungen erforderlich macht.

Packliste Grundzutaten

  • Nudel und Reis: Nahrhafte Grundnahrungsmittel mit langer Haltbarkeit
  • Bulgur und Couscous: Für mehr Abwechslung im Kochalltag
  • Zucker und Salz, Pfeffer und Paprikapulver, Salatfix
  • Olivenöl: Eine kleine Flasche reicht, vor Ort frisches kaufen
  • Margarine in kleinen Päckchen: Manche Produkte sind monatelang haltbar
  • Knäckebrot und Zwieback: Für den kleinen Hunger zwischendurch
  • Tetrapack stückige Tomaten: Für die schnelle Pasta
  • Haltbarer Brotaufstrich. Nur Produkte wählen, die nicht gekühlt werden müssen
  • Wasser: 2 × 1,5 Liter sind ein gutes Maß
  • Teebeutel und Instant-Kaffee oder eine kleine Packung eingeschweißter Kaffee für den französischen Kaffeebereiter

Wichtiger Reisebegleiter – Der Kühlschrank

Ein Kühlschrank gehört zur Standardausstattung des Wohnmobils und wird als Selbstverständlichkeit kaum noch beachtete. Je nach Anwendungszweck kommen Absorber- oder Kompressorgeräte zum Einsatz. Der Kühlschrank sorgt auf der Tour nicht nur für ein kaltes Bierchen oder die streichfeste Butter, er dient auch als Vorratsbereich für verderbliche Lebensmittel. Dennoch ist es logistisch wenig sinnvoll, bei den heutigen Größen den Kühlschrank mit Kühlgut bis oben hin voll zu füllen, denn viele Lebensmittel bekommt man vor Ort frisch und in bester Qualität. Also zum Start nur die für erste Stops nötigen Lebensmittel in den Kühlschrank packen und somit auch Gewicht sparen.

Tipps zum richtigen Kühlen

  • Kühlschrank vor der Abfahrt eine Nacht an das 220-Volt-Netz anschließen und auf Maximalstufe vorkühlen lassen (Kühl-Reserve während der Fahrt)
  • Getränke und Lebensmittel zu Hause vor der Fahrt komplett durchkühlen, eventuell bestimmte Teile im Gefrierschrank frosten, sie können wie Kälteakkus im Caravan-Kühlschrank wirken
  • Den Kühlschrank “mobil-geeignet” füllen, damit Kühlgut während der Fahrt nicht durcheinandergewirbelt wird
  • Direkte Sonne auf Be- und Entlüftungsgitter am Campingplatz vermeiden, wenn nötig davor schützen
  • Fahrzeug ausjustieren, ältere Absorber-Kühlschränken sind anfällig für Schräglagen über acht Prozent, weil dann systembedingt die Kühlleistung rapide nachläßt oder ganz ausfällt
  • Gerade in südlichen Ländern kann die Stromspannung am Campingplatz schwanken. Deshalb Spannung checken, unter 220-Volt läßt die Kühlleistung beim Absorber stark nach

Sauberkeit im Camper – Hygiene und Ordnung sind unverzichtbar

Keime werden in den meisten Fällen mit den Händen übertragen. Wer einen Camper mit eigener Toilette besitzt, sollte die allgemeinen Hygieneregeln besonders akribisch beachten. Zu groß ist die Gefahr der Krankheitsübertragung.

Wenn es um die Küche geht, ist außerdem folgendes zu beachten:

  • Gemüse und Fleisch nicht auf demselben Brett schneiden. Am besten kommt auch jeweils ein separates Messer zum Einsatz
  •  Schwämme und Küchentücher sollten spätestens nach sieben Tagen ausgewechselt werden
  • Beim Kochen die Garzeit beachten: Fleisch sollte mindestens drei Minuten lang bei 80 Grad oder zehn Minuten bei 70 Grad Celsius durchgegart werden

Regelmäßiges Händewaschen auf die richtige Art und Weise – nämlich mindestens 20 Sekunden mit Seife, besonders gründlich in den Zwischenräumen und unter den Fingernägeln –vervollständigt die Hygiene-Routine im Camper. Damit sich das umsetzen lässt, braucht es die richtige Ausstattung.

Packliste für die Hygiene und Sauberkeit

  • umweltfreundliches Spülmittel
  • eine Packung Spültücher (mindestens zwei Stück)
  • zwei Spülschwämme
  • zwei Trockentücher
  • eine Rolle Müllbeutel
  • für empfindliche Naturen – ein Desinfektionsspray
  • praktisch – feuchte Küchentücher

Tipp – Küchenkiste vorpacken und nach jeder Tour wieder auffüllen

Wenn der Camper regelmäßig zum Einsatz kommt, ist es sinnvoll eine gewisse Routine zu etablieren. Auch lässt ein großzügiger Camper es zu, ein wenig mehr einzupacken als die spartanische Grundausstattung. Dann könnte auch ein kleines Rezeptbuch zum festen Bestandteil in der Küchenkiste werden. Es ist hilfreich, eine Box für das Wohnmobil vorzubereiten, die nach jeder Tour überprüft und wieder aufgefüllt wird.

Dort ist alles drin außer frischer Lebensmittel. Dann müssen Camper nicht immer wieder aufs Neue überlegen, ob alle Gewürze dabei sind oder ob die passenden Töpfe und Messer mit eingepackt wurden. Trotzdem ist es ratsam vor der Abreise einen kurzen Check durchzuführen und zu überprüfen, ob der Inhalt für den geplanten Ausflug tatsächlich ausreicht. Sind genügend Teller und Tassen, Töpfe und Schüsseln dabei oder kommen mehr Leute mit als sonst und es ist entsprechend mehr Campinggeschirr nötig? Das lässt sich zuhause einfacher organisieren, als unterwegs.

Outdoor-Küche für kleine Camper

Wenn die Küche im Camper sehr winzig ist, kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Outdoor-Küche anzuschaffen. Dann wird das Packen allerdings aufwendiger, denn zusätzlich zu den üblichen Küchenutensilien brauchen Reisende dann beispielsweise volle Gaskartuschen und genügend Brennstoff, ein Windschutz und vieles mehr. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Outdoor-Küche anzuschaffen, der sollte sich auf den anstehenden Messen in Ruhe informieren – vielleicht bei einem kleinen Wochenendtrip zur nächsten Outdoormesse in Bad Kissingen oder dem Caravan Salon in Düsseldorf.


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